Tipp bei zu geringer Blasenkapazität des Kindes

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Tipp bei zu geringer Blasenkapazität des Kindes

Beitrag #1 von 2049er » 14 Feb 2005 00:05


Hallo,

um allen besorgten Eltern, die vom Thema „Bettnässen“ betroffen sind, ein wenig Hoffnung zu geben und Hilfestellung zu leisten, möchten wir hier kurz unsere Geschichte erzählen.

Unser Sohn ist 8,5 Jahre alt. Das Thema „Bettnässen“ beschäftigt uns seit schon seit ca. 4 Jahren. Seit er 4 Jahre alt ist, ist er tagsüber trocken (ausnahmslos). Nachts hingegen war er nie, auch nicht phasenweise, trocken.
Wir sind zu verschiedenen Ärzten gegangen (Kinderärzte, Urologen) und haben verschiedene Methoden ausprobiert. Beispielsweise Minirin-Nasenspray (wird abends eingenommen; enthält ein Hormon, dass die Urinproduktion reduziert), mehrere Klingelhosen. Beides ohne auch nur den geringsten Erfolg.
Da nichts zu helfen schien, haben wir gemacht, was viele Eltern tun. Wir versuchten, ihm abends möglichst wenig zu trinken zu geben (haben es allerdings nie verboten !!!) und weckten ihn jede Nacht einmal gegen Mitternacht. Dies war für uns alle eine alltägliche Belastung, die mal mehr, mal weniger erfolgreich war.
Sowohl der Kinderarzt als auch der Urologe waren der Auffasung, die medizinischen Möglichkeiten ihrerseits seien nun ausgeschöpft. Man riet uns, mit unserem Sohn zu einem Psychotherapeuten zu gehen. An dieser Stelle sei erwähnt, dass unser Sohn ein ausgesprochen fröhliches, unängstliches Kind ist, das allgemein sehr beliebt ist, in einer intakten Familienumgebung aufwächst. Er ist sehr aktiv und ein guter Schüler.
Da das für uns nicht in Frage kam, beschlossen wir kurz nach seinem 8. Geburtstag, doch noch einen weiteren Rat einzuholen und gingen in die kinderurologische Sprechstunde der Universitätsklinik Frankfurt (hierzu ist eine Überweisung notwendig). Der behandelnde Arzt riet uns zu einem Miktionstagebuch, in dem die genauen Trink- und Urinmengen sowie die genauen Uhrzeiten über mehrere Wochen erfasst werden.
Hierdurch konnte sehr schnell festgestellt werden, dass seine Blasenkapazität eindeutig zu gering ist (es war auffällig, dass die max. Urinmenge bei etwa 100 ml lag; normal wären in dem Alter 250 – 300 ml). Um diese Problem zu beheben, verschrieb der Arzt uns sofort ein Blasenspasmolytikum namens „Mictonetten“, das den Wirkstoff Propiverinhydrochlorid enthält.
Bereits nach wenigen Tagen schlief unser Sohn nachts durch ohne einzunässen. Dieser Erfolg hält nun schon seit über 5 Monaten an.
Das Medikament muß mehrere Monate eingenommen werden und die Dosis langsam reduziert werden.
Für uns alle war dies ein unglaubliches Glück. Unser Sohn kann seit dieser Zeit nun endlich bei seinen Freunden übernachten und an Schul- und Hortfreizeiten teilnehmen.
Wir wissen was es heisst langsam die Hoffnung zu verlieren und zu spüren, wie das Problem des Bettnässens eine Hauptrolle im Leben einnimmt und möchten mit diesem kleinen Beitrag all die Eltern und Kinder, die vom Bettnässen betroffen sind ein wenig ermuntern.
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2049er
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Beitrag #2 von Helmut » 15 Feb 2005 11:18


Hallo,

also daß die Ärzte bei deinem Sohn etwas Ratlos waren, das kann ich nur bedingt verstehen. Schon deine Aussage, daß er noch keine einzige Nacht trocken war, sollte doch bei den Ärzten / Urologen die Alarmglocken läuten lassen.

So etwas spricht eindeutig für eine körperliche Ursache oder eine Entwicklungsverzögerung. Der Gedanke an das Hormon war schon mal nicht schlecht. Auch ein Miktionstagebuch, wie es später geführt wurde, hätte schon entscheidente Hinweise gegeben. Der Urologe hätte aber an Hand einer urodynamischen Messung feststellen können, daß die Blasenkapazität für sein Alter zu klein ist und die entsprechenden Behandlungsschritte einleiten müssen. Warum er das nicht machte und du erst später in der Klinik Hilfe gefunden hast, das ist mir ein Rätsel. In so einem Fall ist ein gezieltes Toilettentraining und ein Blasenspasmolytikum wie „Mictonetten“ der richtige Weg, um die Blasenkapazität zu erhöhen.

Aber leider kommt man immer wieder an Ärzte, die sich nicht richtig mit Bettnässen und deren Ursachen auskennen und dann mehr oder weniger im "Nebel" rumstochern bis sie zufällig etwas finden oder aufgeben.

Gruß Helmut :wink:
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Beitrag #3 von Matti » 15 Feb 2005 11:52


Hallo,


mich freut es vor allem für euren Sohn, das er endlich ohne das Problem des Bettnässens Leben kann.

Alles Gute

Matti
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Beitrag #4 von Peter-Hamburg » 16 Feb 2005 22:40


Hallo

also ich möchte den Arzt sehen, der bei einem 8 jährigen Jungen eine urodynamische Untersuchung macht. (Die Kinderärzte wehren sich zurecht massiv dagegen)
Die Blasenkapazität lässt sich anhand einer Sonografie sehr gut darstellen und tut dem Kind nicht weh.
Ich habe schon vielen Kindern, bzw. deren Eltern zu einer derartigen Untersuchung geraten - fast immer mit viel erfolg.

Gruß
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Beitrag #5 von Helmut » 17 Feb 2005 14:29


Hallo Peter,

ganz kann ich deine Meinung nicht teilen. Zwar kannst du mit einer Sonografie die Größe der Blase relativ gut messen, aber eine Aussage über die Funktionsfähigkeit der Blase und dem Zusammenspiel mit dem Schließmuskel kannst du hier nicht direkt ableiten. Im übrigen sind heute die urodynamischen Untersuchungen nicht mehr so unangenehm wie früher, da die verwendeten Geräte viel genauer und die Katheter viel dünner sind als früher und auch genauere Ergebnisse liefern.

Gruß Helmut
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Beitrag #6 von Peter-Hamburg » 17 Feb 2005 18:59


Hallo Helmut,

du magst mit deiner Meinung vielleicht manchmal Recht haben, aber wenn die Urologen bei jedem Kind mit diesem Krankheitsbild eine urodynamische Untersuchung durchführt, wird wohl keine Mutter mehr mit ihrem Kinde einen Urologen aufsuchen.
Ich habe morgen einenTermin bei einem Urologen in Hamburg bezüglich unseres neues Hospizprojektes und er ist zudem auch noch Kinderurologe. Ich werde das Problkem morgen mit ihm besprechen und melde mich dann noch einmal.
Wenn eine Sonografie und eine entsprechende Therapie zum Erfolg führt, sollte man derartige Eingriffe unerlassen. Ich würde zugeben das in entsprechenden "Härtefällen" wo keine dieser anderen Therapien zum Erfolg führen, als letzte Möglichkeit in Frag ekommen kann. Letztendlich und Gott sei Dank kenne ich keinen Urologen, der bei Kindern eine derartige Untersuchung durchführt.
Ich habe auch viele Aussagen von Kinderärzten, die dringend abraten, ein Kind in die Hand eines Urologen zu geben. Auch glaube ich auch nicht, dass auch nur eine einzige Mutter eines betroffenen Kindes unseren Rat dann noch befolgt.

Gruß
Peter
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Beitrag #7 von mama123 » 17 Feb 2005 19:38


Hallo,
ich wollte nur mal kurz etwas zum Thema Urodynamik bei Kindern sagen. Mein Sohn, er ist 7 Jahre alt, ist aufgrund einer Rückenmarkserkrankung stuhlinkontinent und kann in der Nacht auch seine Blase nicht kontrollieren, da wohl die "Meldung," dass die Blase voll ist, im Schlaf nicht bei ihm ankommt, so dass er nicht aufwacht. Bevor wir die Diagnose mit der Rückenmarkserkrankung hatten, wurde auch schon eine Urodynamik gemacht und später dann auch noch mal( die letzte vor einem Jahr) Sie wurde in der Uni-Kinderklinik in Würzburg gemacht und mein Sohn hat die ganze Prozedur sehr gut überstanden. Ich denke, wenn es von erfahrenen Leute gemacht wird, die auf die Kinder eingehen ist diese Untersuchung für ein Kind durchaus auszuhalten. Er hat nur beim Einführen des Untersuchungs-katheters etwas gejammert. Ansonsten durfte er die ganze Zeit Video anschauen und war dadurch gut abgelenkt. Von daher verstehe ich nicht, weshalb bei einem 8jährigen Kind diese Untersuchung noch nicht gemacht werden sollte.
Viele Grüße
Dagmar
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Beitrag #8 von Matti » 18 Feb 2005 20:13


Hallo Peter,

du schreibst:


Peter-Hamburg hat geschrieben:
Letztendlich und Gott sei Dank kenne ich keinen Urologen, der bei Kindern eine derartige Untersuchung durchführt.
Ich habe auch viele Aussagen von Kinderärzten, die dringend abraten, ein Kind in die Hand eines Urologen zu geben. Auch glaube ich auch nicht, dass auch nur eine einzige Mutter eines betroffenen Kindes unseren Rat dann noch befolgt.




Also, entweder verstehe ich deine Aussage total Falsch, oder ich bin komplett anderer Meinung.
Eine Urodynamische Untersuchung wird sicherlich nicht bei jeden Krankheitsbild eingesetzt. Es gibt aber gewichtige Gründe eine Urodynamik auch bei einem Kind einzusetzten. Sicherlich sollte man ein Kind gründlich auf eine solche Untersuchung vorbereiten und vor allem bei der Untersuchung begleitend beistehen. Was mich am meisten Irritiert an deiner Aussage:
Ich habe auch viele Aussagen von Kinderärzten, die dringend abraten, ein Kind in die Hand eines Urologen zu geben.
. Verstehe ich da etwaa komplett falsch, oder ist das wirklich deine Meinung?
Die Logik deiner Erklärung, falls ich sie nicht Fehlverstanden habe, wäre ja auch das ich ein Kind nicht zum Zahnarzt schicke, weil die Untersuchung und Behandlung mit Schmerzen verbunden sein kann.
Eine Urodynamische Untersuchung und vor allem das daraus resultierende Ergebniss kann einem Kind eine Leidensweg über Jahre hinweg ersparen, da man mit der richtigen Diagnose oftmals viel gezielter mit der Therapie ansetzten kann, und das von dir gemeinte Trauma ( zumindest Denke ich ist das der Grund deiner Ablehnenden Haltung ) wird diesen Kindern durch eine Diagnose erspart ( sonst Rennen sie noch Jahrelang von Arzt zu Arzt ). Was glaubst du wieviele Kinder mit einer Spina bifida occulta fälschlicherweise als Bettnässer abgetan werden. Eine Urodynamische Untersuchung kann hier in den meisten Fällen sofortige Klärung bringen.
Vielleicht kannst du deine Aussage mir ja noch einmal etwas genauer Erklären.

Gruss

Matti
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Die armen Kinder...

Beitrag #9 von Regenmacher » 02 Mär 2005 22:36


Meiner Meinung nach sollten Kinder lieber vor Hausärzten geschützt werden. Eine "Krankheit" wie EN gehört nun mal in die Hände eines Urologen. Der sollte zwar nicht gleich mit einer Urometrie das gesamte Programm ausschöpfen, wenn aber der Harnverlust jede oder fast jede Nacht auftritt (normal sind bei EN 1 bis 2 Ereignisse pro Monat), dann sollte vor dieser Maßnahme nicht zurückgeschreckt werden. Es gibt heute gute Katheter und einfühlsame Ärzte, die so eine Untersuchung ohne bleibende Schäden für das Kind durchführen können.

Viel schlimmer finde ich es da, daß Kinder mit Klingelmatten aus dem Schlaf gerissen werden. Bei Hormonstörungen oder mangelnder Blasenkapazität bringt diese Methode nur eines: Schlafprobleme, unter Umständen auf Lebenszeit.

Man sollte Kinder weniger vor Urologen, als vor unfähigen Ärzten schützen.

Marco
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