Warum tut er einfach nichts ?

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Warum tut er einfach nichts ?

Beitrag #1 von Chrissy » 06 Jun 2005 20:01


Hallo alle zusammen !

Hm, ich weiss garnicht so recht, wie und wo ich anfangen soll, zumal ich mich auch grad erst hier angemeldet habe. :roll:
Also am besten fasse ich wohl erstmal das wichtigste zusammen:

Mein Mann ist jetzt 30 und seit er ca. 5 Jahre alt ist, macht er in mehr oder weniger regelmässigen Abständen ins Bett.
Mal mehr mal weniger stark, aber immerhin doch so, dass ich dann jedesmal die Wäsche wechseln muss.
Wir kennen uns seit 1997, haben 2000 geheiratet.
Als wir Mitte 1998 zusammengezogen sind, wusste ich noch nichts davon, da ich auch nicht so besonders oft bei ihm übernachtet habe und in der ganzen Zeit ist es nur 1x vorgekommen. Zumindest weiss ich nur von einem Mal.
Ich habe das damals für einen Ausrutscher gehalten und ihn nicht darauf angesprochen.

Er selber hat es mir damals auch nicht gesagt, sondern sein Vater und ich frage mich auch heute noch, ob er mir das überhaupt gesagt hätte oder es darauf hätte ankommen lassen, dass ich es dann selber mitkriege, wenns dann passiert.

Soweit ich weiss, haben seine Eltern die ganzen Jahre über immer versucht, etwas zu unternehmen. Urologen, Tabletten ... was weiss ich alles, aber genutzt hat es nichts, denn mein Mann nimmt und nahm die Tabletten nie regelmässig, da er der Ansicht ist und war, dass sie eh nichts bringen.
Im Grunde genommen tut er überhaupt nichts und scheint es einfach so akzeptiert zu haben, dass er Bettnässer ist.
Er geht nicht zum Arzt, weil der ihm ja doch nur Tabletten verschreibt, die ja eh nicht helfen.
Ok, muss ich akzeptieren, obwohl ich das für ziemlichen Blödsinn halte. Ist klar, dass etwas, was man nach grad mal 2 Wochen unregelmässig versucht hat, nicht helfen kann.

Er tut wirklich ÜBERHAUPT nichts ! Schafft es nicht mal, dann irgendwie Windelhosen oder ähnliches zu verwenden, damit das Bett wenigstens trocken bleibt.
Hätte ich nicht so ein Inkontinenz-Laken gekauft und es über die Matratze gezogen, würde selbst diese immer wieder in Mitleidenschaft gezogen.
So ist es "nur" das eigentliche Bettlaken und dann halt immer die Bettdecke und sein Zeug, was dann "triefig" ist.
Ich hatte ja eingangs geschrieben "mal mehr mal weniger", wobei es aber meist schon extrem viel ist, was da ins Bett geht. :(
Mit Psychologe oder sowas braucht man ihm auch nicht zu kommen. "Da gehe ich eh nicht hin und erzählen tu ich dem auch nichts." (sein Reden)

Ich weiss einfach nicht mehr, was ich mit ihm machen soll.
Ich weiss, man soll nicht schimpfen, wenns denn passiert ist, aber es fällt mir immer schwerer, einfach darüber hinwegzusehen und im Gegenteil ihm zu zeigen, dass es mich freut, wenns denn mal trocken geblieben ist.
Und manchmal ist es tatsächlich auch so, dass es über Wochen alles ok ist, dass man fast denkt "Prima, es ist weg !" und dann schlägts wieder mit voller Härte zu.

Dieses Thema wird total unter den Teppich gekehrt in der Familie.
Vor Monaten hatte ich es mal geschafft, ihn hier vor den PC zu bekommen, um dann mit ihm zu schauen, welche Möglichkeiten es vielleicht gibt und um überhaupt mal mit ihm darüber zu reden (woher es kommt, was man selber machen kann usw.)
Da hatte ich echt gedacht, er will wirklich etwas tun und ich war bereit, mich komplett darauf einzulassen und ihm zu helfen, wo ich nur kann.
Aber scheinbar hat er das nur mir zuliebe getan, denn von sich aus kommt da garnichts.
Und dann kann ich mir die Zeit auch sparen, mich hinzusetzen.
Er hat mir gesagt, dass seine Mutter früher immer geschimpft hat, wenn er ins Bett gemacht hat und das sie ansonsten akzeptiert hat, dass es so ist.
Ja, ganz toll :aerger:

Schon ewig schlafen wir in getrennten Betten, damit mein Bettzeug nicht auch immer gleich nass ist. Seit einiger Zeit habe ich mein eigenes Zimmer, weil ich diesen Gestank einfach auch nicht mehr ertragen kann (trotz Lüften gehts ja nie ganz weg) und ich mich nicht gleich morgens beim Aufwachen schon ärgern muss.
Er bezieht sein Bett selber und er wäscht das auch alles selber, weil ich mich einfach auch weigere, das zu tun.

Warum ? Warum tut er nichts ? Warum akzeptiert er das alles so ? Er sagt zwar, er akzeptiert es nicht, aber wenn das so wäre, dann würde er doch nicht einfach so aufgeben.

Sorry, für den langen Text gleich zu Anfang schon, aber ich musste mir das einfach mal von der Seele reden. Grad bei jemandem, der da Verständnis hat.
Inkontinenz ist ja leider das große TABU-Thema und da kann man nicht zu jedem x-beliebigen gehen und darüber reden.
Grad in meinem Freundeskreis ist das eh etwas, worüber man nicht spricht bzw. wo meist drüber gelacht wird, wenn das Thema mal im TV angesprochen wird.

Danke fürs "Zuhören"
Gruß, Chrissy
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Beitrag #2 von frosch » 06 Jun 2005 21:00


Hallo Chrissy!

Ich finde es toll, dass Du versuchst, Hilfe für ihn zu bekommen und Deine Idee in dieser Selbsthilfegruppe zu recherchieren ist bestimmt ein geeigneter Weg.
In Deinen Zeilen lese ich viel Frust über das bisher ungelöste Problem.
Die Ärzte waren teilweise damals beim Thema Bettnässen wirklich nicht die richtigen Experten und so kann ich die Resignation Deines Mannes auch gut verstehen.
Und doch sollte er sich freuen, mit welchem Verständnis Du da an die Sachen herangehst.
Vielleicht kannst Du ihn ja mal dazu bewegen, meine Zeilen zu lesen.
Ich bin über dreißig, ja bin auch Bettnässer und, jetzt würden Eure "Freunde" lachen, ich trage Windelhosen. Auf diese Weise verhindere ich dieses Schämen für das nasse Bett, denn das ist seit Kindheit an das Schwierigste für mich gewesen. In der Pfütze aufzuwachen.
Ich beschäftige mich gerade intensiver mit Homöopathischen Möglichkeiten und der Akupunktur gegen das Bettnässen.
Wenn ich Genaueres weiß und die Behandlung hinter mir habe, lasse ich es das Forum bestimmt wissen.

Mach es gut und wie gesagt, ich bin auch gerne bereit mit Deinem Mann mal zu mailen.

Lieber Gruß, René
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Beitrag #3 von Chrissy » 06 Jun 2005 21:43


Hallo Rene !
Ja Frust, das ist genau das richtige Wort.
Egal, was man tut und versucht und egal, ob man es mit Verständnis oder mit Ärger probiert, nichts fruchtet.

So lange wir zusammen sind, habe ich es genau 2 mal geschafft, ihn dazu zu bewegen, zu einem Urologen zu gehen und dem dann auch einfach mal zu sagen, dass er keine Tabletten will (wenn er schon meint, dass sie nichts bringen).
Beim ersten Mal war ich dabei und ich war es, die gefragt hat und zugehört hat. Torsten saß einfach ganz unbeteiligt daneben und hat alles über sich ergehen lassen. So mein Eindruck.
Beim zweiten Mal ist er alleine dagewesen (jedenfalls hoffe ich einfach mal, dass er da war).
Als er zurückkam, antwortete er nur auf meine Frage, dass der Doc ihm wieder Tabletten aufschreiben wollte und er das nicht wollte und ansonsten alles fürn A**** sei.
Beide Male hat er es wohl nur mir zuliebe getan. Von sich aus macht er garnichts, nur wenn ich ihn dazu "dränge", was ja eigentlich grundverkehrt ist.
Aber ich weigere mich eben auch, die gleiche Vogel-Strauss-Methode anzuwenden wie er, weil ich ihm eben nicht das Gefühl geben will, dass ich es so akzeptiere, wie es ist.
Das würde zwangsläufig darauf hinauslaufen, dass er erst recht nichts mehr tut und sich keine Gedanken macht (wenn er es denn überhaupt macht), weil er dann meint, dass ich es (endlich) so akzeptiere, wie es seine Mutter eben auch tut.

Zum Thema Windelhosen: Eine Zeit lang hat er sogar mal welche getragen - wenn ich mich um die Beschaffung gekümmert und ihn dann dazu gedrängt habe, sie auch zu tragen. Aber eigentlich ist ihm das ... hm, unangenehm und unpassend.
Ich muss dazu sagen, dass er auch nicht grad der schlankeste ist (140 kg / 190 cm) und es da zwar was gibt, was aber eben auch nicht so toll passt.
Ich weiss nicht, vielleicht ist es ihm angenehmer, auf dem nassen Bettlaken zu liegen, als die nasse Windel zu tragen ?
Gruß, Chrissy
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Beitrag #4 von Helmut » 06 Jun 2005 21:55


Hallo Chrissy,

zunächst einmal möchte ich dich hier im Forum herzlich willkommen heisen.

Ich bewundere dich echt, daß du trotz des Bettnässens deines Mannes zu ihm stehst, andere währen nach dieser Zeit bestimmt schon davon gelaufen. Es ist sicher nicht leicht für dich, mit dem Bettnässen umzugehen.

Aus deinem Beitrag schließe ich, daß bei deinem Mann noch keine richtige Diagnostik betrieben wurde, um die eigentliche Ursache des Problems zu finden. Es könnte durchaus die Möglichkeit bestehen, daß bei ihm auf Grund des zu kleinen Blasenvolumens oder ein zu tiefer Schlaf in der Nacht, die Blase einfach überläuft, ohne daß er es merkt. Über moderne Diagnostik mithilfe von Urodynamik und Schlaflabor läßt sich das leicht herausfinden.

Du solltest ihn auch davon zu überzeugen versuchen, daß in seinem Fall vielleicht entsprechende Hilfsmittel wie Windeln oder ein Kondomurinal zumindestens das nasse Bett verhindern würden. Sag ihm auch, daß das Bettnässen garnicht so selten bei Erwachsenen ist und in Deutschland immerhin gut 1% der Erwachsenen darunter leidet. Versuche auch, ihn davon zu überzeugen, sich in ein Fachzentrum für Urologie zu begeben, denn dort sind die Ärzte am besten ausgerüstet und ausgebildet. Ein gutes Zentrum ist das Kontinenzzentrum in Villingen-Schwenningen.

Prof. Daniela Schultz-Lampel
Kontinenzzentrum Südwest
Klinikum der Stadt Villingen-Schwenningen
Röntgenstr. 20
78054 Villingen-Schwenningen
e-mail: ksw.daniela.schultz-lampel@klinikumvs.de


Hier noch ein Artikel, der bei uns auf der Nachrichtenseite steht:
Wenn Erwachsene ins Bett nässen



VILLINGEN-SCHWENNINGEN: Nicht nur Kinder verlieren nachts unfreiwillig Urin. Auch Erwachsenen passiert das. Der Leidensdruck der Betroffenen ist meist groß. Bettnässen oder das Tragen einer Windel ist eine Belastung, nicht zuletzt für Partnerschaft und Sexualität. Mögliche Ursachen für die Beschwerden gibt es viele. Erwachsene Bettnässer sollten sich daher auf jeden Fall von einem Urologen untersuchen lassen.

Viele Kinder machen nachts ins Bett. Das gilt bis zu einem gewissen Grad als unbedenklich. Meist erledigt sich das Einnässen, bis die Mädchen und Jungen zur Schule kommen. Bei manchen Menschen jedoch besteht das Problem bis ins Erwachsenenalter. Bislang gingen Mediziner davon aus, dass etwa 1% der Erwachsenen nachts einnässen. Neue Studien zeigen jedoch, dass die Zahl der erwachsenen Bettnässer deutlich höher liegt. "Zwischen 1,5 und 5% der Männer und Frauen über 18 Jahren verlieren nachts Urin", berichtet Professorin Daniela Schultz-Lampel, Leiterin des Kontinenzzentrums Südwest am Klinikum Villingen-Schwenningen.

Erwachsene Bettnässer: Viele Ursachen denkbar

Normalerweise wachen wir nachts auf, wenn die Blase voll ist. Dieser Mechanismus bildet sich im Laufe der kindlichen Entwicklung aus. Warum es manche Erwachsene nachts nicht rechtszeitig aus dem Bett schaffen, kann diverse Ursachen haben. "Wie bei kindlichen Bettnässern ist eine verzögerte Reifung ein möglicher Grund", erklärt Urologin Schultz-Lampel. Dafür kann beispielsweise eine genetische Veranlagung verantwortlich sein. Bei Erwachsenen stehen die Chancen meist schlecht, dass sich die Störung noch von selbst erledigt. Oft jedoch helfen Medikamente, die die Urinproduktion dämpfen oder die Blasenkapazität steigern.

Eine weitere Erklärung für Bettnässen bei Erwachsenen: Es wird nachts zu viel Urin ausgeschüttet, etwa wenn zu wenig des antidiuretischen Hormons (ADH) vorhanden ist. Dieses Hormon drosselt normalerweise im Schlaf die Harnproduktion. Die Therapie zielt in so einem Fall darauf ab, den Hormonmangel auszugleichen. Dazu hat sich der Wirkstoff Desmopressin bewährt, der dem natürlichen ADH nachgebildet ist, und wie das körpereigene Vorbild nachts die produzierte Urinmenge reduziert.

Bei anderen Menschen ist die Blase überaktiv. Den Patienten sei das oft gar nicht bewusst, weiß Fachfrau Schultz-Lampel. Denn tagsüber wacht der Verstand der Patienten über den Toilettengang, erst im Schlaf versagt er. Außerdem könne es sein, dass die Blasenkapazität nicht ausreichend entwickelt ist, es daher zum Bettnässen komme. Manchmal ist die Erklärung allerdings viel einfacher: Der Patient hat sich einen kindlich festen Schlaf bewahrt und erwacht nicht rechtzeitig vom Harndrang. Alarmsysteme können eventuell Abhilfe leisten. Zwar gebe es keine Studie über die Wirkung von Klingelmatratzen bei Erwachsenen, aber einen Versuch sei es wert, meint Urologin Schultz-Lampel. Ansonsten helfe es vielleicht, einen Wecker zu stellen, um die Blase rechtzeitig entleeren zu können.

Nicht auszuschließen ist auch, dass psychosomatische Faktoren eine Rolle spielen. Gerade, wenn sonst nichts zu finden sei, lohne sich ein Blick auf Lebensumstände und seelisches Befinden des Patienten, plädieren Fachärzte Horst Neubauer und Maria E. Neubauer aufgrund ihrer Praxiserfahrungen. Sie berichten beispielsweise von einer 19-Jährigen, die sich durch Einnässen - tags und nachts - und das Tragen von Windeln vor sexuellen Übergriffen ihres Vaters zu schützen versuchte.

Bettnässen vom Urologen abklären lassen

Grundsätzlich sollte ein erwachsener Bettnässer von einem Urologen die Gründe abklären lassen. Dabei wird der Arzt auch nach möglichen organischen Störungen, wie einer verengten Harnröhre schauen und prüfen, ob vielleicht in Wirklichkeit eine Dranginkontinenz vorliegt. "Häufig bewegen sich die Gründe auf verschiedenen Ebenen gleichzeitig", sagt Professorin Schultz-Lampel. "Leider lässt sich daher oft keine exakte Ursache feststellen." Einem Patienten helfe in so einem Fall nur Verschiedenes auszuprobieren. (mj)


Quellen: BSMO-Gespräch mit Professorin Dr. Daniela Schultz-Lampel, Leiterin des Kontinenzzentrums Südwest am Klinikum Villingen-Schwenningen sowie Horst Neubauer und die Maria E. Neubauer, Wenn die Blase weint ..., Der Urologe (3/2004)



Ich hoffe, ich konnte dir damit vielleicht schon etwas weiter helfen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #5 von Chrissy » 06 Jun 2005 22:11


Hallo Helmut !

Jaaa, tiefer Schlaf ... Das ist ein gutes Stichwort :-)
Hab ich "früher" schon immer gesagt ... Der schläft so tief, da könnt ne Bombe neben ihm einschlagen.
Das würde zum Teil wohl auch erklären, warum es manchmal wochenlang garnicht ist.
Naja, obwohl ... Nachts zur Toilette geht er eigentlich nie - es sei denn, man weckt ihn direkt auf, um es eben zu verhindern. Aber das soll man ja auch nicht.

Ich weiss leider garnicht, inwieweit da vielleicht schon mal eine Diagnostik gemacht wurde, da sich in der Familie wirklich alle dazu ausschweigen. Es ist eben ein Tabu-Thema, welches unter den Teppich gekehrt und einfach so akzeptiert wird, wie es ist.
Klar wird von den Eltern immer mal wieder gesagt, dass er das nicht einfach so schleppen lassen kann und etwas machen muss - aber diese Aussagen kommen eigentlich auch nur dann, wenn ich mich eben wieder mal "nicht im Griff" habe und mich bei denen darüber aufrege.

Ehrlich gesagt "bewundere" ich mich selber schon fast dafür, dass ich das nun seit nunmehr fast 8 Jahren so mitmache und ich habe tatsächlich auch schon mehr als einmal daran gedacht, das Handtuch zu werfen. Grade dann, wenns mal wieder sehr extrem ist und er das mit Ignoranz einfach so hinnimmt.
Dann platzt mir echt der Kragen und ich frag mich, wie man das so akzeptieren kann.

Ich persönlich glaube eigentlich eher, dass es bei ihm vor allem psychische Ursachen hat.
Er frisst alles in sich rein. Reden ist bei ihm wirklich Glückssache.
Als Kind war er oft krank und das "wirft" ihm seine Mutter heute noch vor - wenn auch indirekt. Überhaupt ist er so das schwarze Schaf der Familie - zumindest für seine Mutter.
Seine Schwester ist erfolgreich, verdient richtig gut, hat einen tollen Partner und ist der Inbegriff des perfekten Kindes für meine Schwiegermutter, während wir eben grad so über die Runden kommen und ich auch nicht das bin, was sie sich als Schwiegertochter gewünscht hätte. Ich habe keine Arbeit und bin darum auch noch Schuld daran, dass wir finanziell nicht so gut dastehen. Was sie widerum Torsten vorwirft, denn er hätte mich ja nicht heiraten müssen.
Als er 8 Jahre war, ist sein Opa gestorben - seine wichtigste Bezugsperson. Da hatte er zwar schon die Enuresis, aber ich denke, dass es dadurch noch verstärkt wurde.

Es ist also eigentlich ganz klar, dass es ein psychisches Problem ist bzw. überwiegend - und genau das macht es eigentlich so schwer.
Gruß, Chrissy
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Beitrag #6 von Schmetterling » 06 Jun 2005 22:26


Hallo Chrissy,
ich kann Dir vollkommen bestätigen, dass die Adresse von Helmut sehr hilfreich ist. Ich bin 31 Jahre alt und seit meiner Geburt Bettnässer. Meine Eltern sind mit mir von einem Arzt zum Anderen gelaufen. Es wurden etliche Vermutungen geäußert, aber nichts half wirklich und keiner konnte die tatsächliche Ursache für meine Inkontinenz finden. Im Dezember letzten Jahres war ich im Kontinenzzentrum Villingen-Schwenningen. Erst einmal war die Untersuchung und Betreuung super. Auch das Medikament, dass ich jetzt regelmäßig nehme (Mictonorm) hat gleich bei der ersten Einnahme seine Wirkung gezeigt und hält immer noch an. Ich bleibe weiterhin mit diesem Zentrum in Kontakt. Auch wenn es schwer fällt und Dein Mann resigniert, halte zu ihm und bringe ihn auf den richtigen Weg. Ich habe oft selbst resigniert aber dann mir doch immer wieder einen Tritt gegeben, und der letztere hat nun gewirkt.
Alles Gute weiterhin und viel Erfolg
Andrea
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gibt mir zu denken

Beitrag #7 von klaro (+16.05.2008) » 06 Jun 2005 22:35


hallo Crissy

ist ja enorm. Das ist ja ne echte Spirale die dreht und dreht und dreht.

Ich denke an meine Ehe Zurück.

Na wenn ich so denke, an deine Aussagen, dass du so Themen mit seiner Mama besprichst und dann wieder herauskommt , dass er ja schon immer das schwarze Schaf in der Familie war.....

Ihr ja shcon längst getrennte Schlafzimmer habt und du dich noch bewudnerst, dass du nicht schon längst das Tuch geschmissen hast....

.... na diese Gedanken.... geben mir zu denken.

Irgendwie siehst du, dass er ein seelsiches Problem hat. Anderen ihre Probleme sieht man ja immer ganz tolle, gell.


Ist es nicht auch dein Frust, dass die spirale sich imer weiter anch unten dreht auch??

--> dein Frust, dass du keine arbeit hast??

--> dein Frust, dass seine Schwester nen tolen Mann hat??

--> dein Frust, dass du statt liebe, nur noch Ekel empfindest??

--> dein Frust, ein immer krankes, schwarzes Schaf als Mann zu haben??

--> dein Frust, dass er nicht redet, oder kaum und knapp??


ich weiss nicht, ich denke mal ganz logisch überlegt, wäre nebst dem medizinischen, was ja auf paar Tage oder Wochen auch nicht mehr drauf an kommt....

---> könnte man da nicht in Richtung "Liebe " was ansetzen??
Zärtlichkeit, ein liebes Wort? das ander mal beiseite lassen, trotz den getrennten Schlafzimmern??

Ich hab da Gefühl, dass ihr so nur weiter in die Mühlen geratet zusammen udn immer efrusteter werdet.

Sag mal..... du willst ihm helfen...... wieso```???

--> damit der Geruch angenehmer wird im Zimmer??

-- > damit ihr wieder zusammen in einem Zimmer schalfen könnt??

--> oder, damit s keine nasse Wäsche gibt??

---> oder, weil du nur nen gesudnen ,normalen Mann haben willst??

--> oder...... WEIL DU IHN LIEBST?????


Tust du das?????

WEnn ja....... dann gib es ihm zu spüren.... die nächsten Tage

die nächsten Wochen... die nächste Zeit!

Und lass bisschen los, von deinem Seelenstress !
Versuchs einfach! Versuchs!

Liebe ist oft das allerbeste Heilmittel, gegen alles!!!

Das Tuch werfen, die Ehe schmeissen, naja. DA hätest mindestens nen Grund es zu erklären, mit sowas.

Aber, ist das DER GRund?? ich kann s mir nciht vorstellen, dass Liebe "nur" an dem scheitern kann. oder doch??


klaro will dir Mut machen! Bin auch inko aus psych. Gründen.ich weiss auch, wie der Leidensdruck ist, gerade mit Partner!! Nicht einfach, für beie nicht, es sei denn, die Liebe sei stärker!!

das wünsch ich euch beiden!!! :fleissig: klaro

nimm mir miene Worte nicht übel... ich klage dich nicht an, überlege einfach meine worte, das genügt. Ich versteh dich ja ECHT auch!!
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Beitrag #8 von LittleSnowStorm » 06 Jun 2005 22:53


Hallo Chrissy,
entschuldige bitte, falls ich da noch mal kurz einhaken möchte. Du schreibst, dass die Familie deines Mannes das Bettnässen akzepziert hat und es dabei beläst. Ich möchte mal anmerken, dass das Akzeptieren nicht gleichzusetzen mit Abfinden ist. Erst seitdem ich mich so akzeptiert habe, habe ich den Willen entwickelt, auch etwas daran zu ändern.
Und so leid es mir tut, solange dein Mann nicht diese Einsicht hat, kannst du versuchen, was du willst. Meine Mum hat auch so gut wie alles bei mir probiert, aber innerlich habe ich mich dagegen gesträubt. Nur wenn man selber bereit ist, fruchten auch Ratschläge und alles andere. Dein Mann findet es bestimmt genauso wenig toll wie du. Glaub mir! Er hat nur innerlich aufgegeben. Sag ihm klipp und klar, warum dich diese Angelegenheit so stört. Halte ihm vor Augen, wie du dich dabei fühlst und das nicht alles vergebens ist. Aber vorallem, such dir einen ruhigen und passenden Zeitpunkt aus. Und dann redet. Nicht nur du, sondern auch er muss sich öffnen. Redet nicht aneinander vorbei und lasst auch eure anderen Probleme nicht ausser acht. Ihr seid vielleicht in den Augen deiner Schwiegermutter nicht das perfekte Paar, aber ihr habt doch Gefühle füreinander, oder? Da muss doch mal was gewesen sein, was euch zusammen geführt hat?! Erinnert euch daran und schweißt euch wieder zusammen. UND REDET!!!!! Kommunikation ist echt alles.
Lieber Gruß, Jenny
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Beitrag #9 von Chrissy » 06 Jun 2005 23:42


Huhu !
Bevor ich jetzt ins Bett gehe, will ich doch nochmal was dazu schreiben :-)

Also ja klar ...
Es frustet mich natürlich selber auch @Klaro - all das, was Du da aufgezählt hast. Und natürlich zieht dieser Frust immer weiter runter - ein absoluter Teufelskreis.
Vor allem frustet mich aber, dass er sich selber nicht darum kümmert und das eben so hinnimmt - und es frustet mich gleichermassen, dass ich so hilflos danebenstehe.
Das macht mich unzufrieden und ärgerlich und in dem Moment bin ich dann auch nicht mehr in der Lage - erst recht nicht mehr in der Lage - mich neutral zu verhalten und es ebenso hinzunehmen.
Ich kann dann einfach nicht trotzdem liebevoll sein und Zärtlichkeit geben, auch wenn ich es gerne möchte.
Missversteht mich bitte nicht ... Ich rege mich ja nicht darüber auf, DASS es passiert ... Das ist nun mal so und er kann ja nichts dafür, dass er inkontinent ist. Aber er kann etwas dafür, dass er nichts dagegen TUT. Und genau DAS ist eben mein Problem und der Aufreger.
Ich ärgere mich über ihn und seine Faulheit und da kann ich ihm nicht im gleichen Moment trotzdem Liebe geben.

@Jenny
Ja, stimmt wohl. Es ist keine Akzeptanz, sondern Resignation und Aufgabe von ihm. Das ist ein Unterschied, da geb ich Dir Recht.
Er muss es eben selber WOLLEN und das tut er nicht, weil er sich nicht zu helfen weiss und sich aber auch nicht die Mühe macht, es herauszufinden, ob ihm zu helfen ist.
Er würde ja sehen, wenn er sich damit beschäftigen würde, dass es sehr wohl Möglichkeiten der Hilfe gibt. Aber er beschäftigt sich eben nicht damit und ich denke einfach mal, dass er das einfach so übernommen hat von seiner Familie. Getreu nach dem Motto: Die machen das so und haben sich damit abgefunden, also mache ich das auch so (und erwarte das dann auch von meiner Frau).
Er sagt es zwar nicht, aber er gibt mir das Gefühl, dass es ihm mächtig auf den Zeiger geht, wenn ich dieses Thema anschneide und mit ihm darüber reden will.
Dann wechselt er das Thema oder verlässt das Zimmer und setzt sich vor seine Playstation.

Ich kann garnicht mehr zählen, wie oft ich schon versucht habe, mit ihm ernsthaft darüber zu reden ... über alles zu reden, was unsere Beziehung betrifft. Wie oft ich schon versucht habe, ihm klarzumachen, wie es mir geht und was das für mich bedeutet. Oder auch für ihn bedeutet. Es scheint ganz so, als hört er mir garnicht richtig zu und grübelt innerlich nur darüber, wann ich mit meinem Gerede fertig bin.
Ich habe ihm schon so oft das Gefühl gegeben und gezeigt, dass ich trotz allem oder gerade deswegen hinter ihm stehe, dass er mir vertrauen kann und ich für ihn da bin ... das er nicht alleine ist mit dem und ich ihm helfe, wo ich nur kann.
Aber er ist einfach faul und perspektivlos. Hierbei und auch beim Thema Abnehmen
Er kriegt einfach seinen Arsch nicht hoch, um was zu tun ... erstmal anzufangen.
Hilfe jeglicher Art lehnt er ab, weil er zu stolz dafür ist und sicher, dass er alles alleine schafft. Aber er fängt nicht mal an und lügt sich selber etwas vor. Und das weiss er auch - eigentlich - gesteht es sich nur nicht ein.

Ich weiss nicht, was das ist. Einfach nur der Stolz, Hilfe anzunehmen und sich einzugestehen, dass er alleine nicht weiterkommt ? Ich meine, es ist doch keine Schande, wenn man es, grad bei sowas, alleine nicht schafft.
Und was ist das für eine Beziehung ? Was bin ich für ihn, wenn er mir nicht vertraut und sich von mir nicht helfen lässt ? Ehrlich gesagt macht mich das ziemlich traurig, aber auch sauer.

Und das alles weiss er, denn ich habe ihm das schon oft genug gesagt oder auch geschrieben. Aber er reagiert nicht darauf bzw er äussert sich nicht.
Seine Reaktion ? Er hört es sich stillschweigend an bzw liest es ... oder eben auch nicht.

Und wenn ich ihn nicht lieben würde ? Dann wäre ich schon längst auf und davon, denn dann wäre mir auch egal, ob er mir all dem hier alleine klarkommen würde oder nicht.
Gruß, Chrissy
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Beitrag #10 von mrose » 07 Jun 2005 09:28


Hallo Chrissy,

ich glaube meine Frau würde Dich ganz gut verstehen und ich kann die Situation aus Sicht Deines Mannes ausgezeichnet nachempfinden, weil ich selbst meine Inkontinenz über Jahre hingenommen und verheimlicht habe und wir dann vor einer sehr ähnliche Situation standen.

Aus meiner Erfahrung liegt der Fehler Deines Mannes (auch mein Fehler) vor langer Zeit, als er die Inkontinenz verdrängt hat und gelernt hat so zu leben. Und jetzt ist es ein langer Weg heraus. Meine Frau hat sehr eindringlich mit mir gesprochen, bis ich wiederwillig zum Arzt gegangen bin. Es ist für Deinen Mann sicher sehr schwehr das was er über Jahre verborgen hat und damit allein "zurrecht" gekommen ist jetzt mit Dir zu "teilen". Er wird Sorgen haben Dich mit einem so unannehmbaren "Gebrechen" zu belasten und er wird Probleme haben, dem Arzt wirklich alles mitzuteilen. Letzteres kommt eben daher, weil er vermutlich nie mit jemanden offen darüber gesprochen hat und wohl auch weil er, durch das lange Verdrängen des Problems, selbst erst wieder lernen muss seine Inkontinenz richtig einzuschätzen und zu berwerten. Das ist für eine erfolgreiche Behandlung aber sehr wichtig. Letztlich glaube ich nicht, dass er nichts tun will, er muss es eben erst langsam lernen. Wie in einem Beitrag schon angesprochen: Dein Mann muss seine Inkontinenz erst erkennen und akzeptieren. Dann findet er die notwendige Ausgeglichenheit für eine erfolgreiche Behandlung. Bei mir hat das Monate gedauert und ich glaube manchmal es dauert immer noch an wenn unterschwellig immer wieder eine Scheu auftritt sich mit dem Thema dem Partner anzuvertrauen. Ich selbst kann bis heute das Verständnis und die Hilfe meiner Frau nicht vollkommen verstehen. (es gibt hier viele Beiträge zu: "stört es meinen Partner wirklich nicht?")

Wie gesagt, ich spreche aus eigener Erfahrung (und natürlich der meiner Frau) und hoffe Du kannst jetzt vielleicht seine Situation aus einem anderen Blickwinkel sehen. Du wirst eben leider etwas Zeit brauchen, wie meine Frau auch.

Noch ein Tipp -wenn ich mich nicht verlesen haben sollte- schlage Deinem Mann doch lieber PullUps vor und keine Windelhosen. Er hat genug Selbstvertrauen eingebüsst.

Michael
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