Enuresis nocturna bei 10-jährigem Mädchen

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Beitrag #11 von Helmut » 29 Sep 2005 10:36


Hallo Heike,


Nach verschiedenen Untersuchungen (Urinprobe, Ultraschall, Harnflußmessung, Miktionsprotokoll, etc.) hat sich schon jetzt herausgestellt, dass eine Funktionsstörung bei ihr vorliegt. Sie kann die Blase nicht auf einmal (in einem Strahl) entleeren, sondern nur schwallweise. Außerdem entleert die Blase nicht komplett. Welche Ursache die Funktionsstörung hat, ist leider erst nach einer Blasenspiegelung und weiteren Untersuchungen möglich. Der Urologe meinte aber, dass solche Untersuchungen beim Erwachsenen so vorgenommen werden, bei Kindern aber unter Vollnarkose. Erst dann lasse sich eine klare Diagnose stellen.


Also jetzt verstehe ich das auch nichtmehr so ganz. Der Urologe hat doch eine körperliche Ursache feststellen können und jetzt plötzlich soll wieder keine körperliche Ursache dahinter stecken, das ist schon etwas seltsam. Irgendjemand beherscht da wohl sein Handwerk nicht so ganz vermute ich mal. Es wurden ja verschiedene Untersuchungen gemacht, was sagen die Ärzte von der Klinik und der Urologe zu den Ergebnissen der Messungen, sind da beide der gleichen Meinung?

Es ist jetzt schwierig da dir einen guten Rat zu geben, aber wenn beide etwas unterschiedliches zu den Messergebnissen sagen, dann würde ich mir unabhängig eine dritte Meinung einholen.

Sicher macht es jetzt auch keinen richtigen Sinn, deiner Tochter irgenwelche Medikamente zu geben, ohne die genaue Diagnose zu haben, das ist nur "rumstochern im Nebel" wie es so schön heist. Zum wohle deiner Tochter solltest du das nicht so im Raum hängen lassen und ggf. weitere Untersuchungen vielleicht bei einem anderen Urologen machen lassen bzw. in ein urologisches Zentrum gehen, die auf Inkontinenz speziallisiert sind.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Kurzes Feedback...

Beitrag #12 von kruemelkater » 25 Mär 2008 11:52


Ein freundliches Hallo an alle!

Nachdem nun einige Zeit ins Land gezogen ist, wollte ich nur mal ein kurzes Feedback abgeben, wie es meiner Tochter in den letzten Jahren so ergangen ist.

Sie ist mittlerweile fast 13 Jahre alt und das Thema Bettnässen hat sich komplett erledigt!!!

Es wurde ja nun keine körperliche Ursache bei ihr festgestellt, sodaß ich schon vollkommen verzweifelt war, woran es denn nun liegen könnte. Nicht meinetwegen, sondern ihretwegen. Im Laufe der Zeit schämte sie sich immer mehr dafür. Dies mitanzusehen, tat mir in der Seele weh!
Besonders heftig war es, als sie zur weiterführenden Schule wechselte. Da sie ja ein immer etwas schüchtener Typ war (nie zu Hause und mittlerweile garnicht mehr), dauerte es sehr lange, bis sie überhaupt neue Freundschaften schloß. Dann kam das 1. Mal das Thema Klassenfahrt auf den Tisch und sie verfiel in regelrechte Panik. Da diese Fahrt aber erst ein Schuljahr später stattfinden sollte, vergaß sie es dann irgendwann.
Wir versuchten so einige Therapien, wie z.B. Hypnosetherapie, aber sie brachte mal wieder nur kurzfristig was. Danach wollte sie einfach nichts mehr ausprobieren. Ausser mal kurz die Klingelhose, aber das funktionierte nie richtig.

In der Zwischenzeit wurde bei ihr eine LRS (Lese-Rechtschreib-Schwäche) diagnostiziert (leider 3 Jahre zu spät, aber das ist ein Thema für sich). Nach dieser Diagnose blühte sie förmlich auf. Sie war nie eine schlechte Schülerin, aber die Mega-Noten, wie ihre Freundinnen, schaffte sie nie. Sie merkte, dass sie nicht doof ist (ihre Worte), sondern einfach nur ein Handicap hat. Ab diesem Zeitpunkt wurde sie entsprechend gefördert und ihr Selbstbewußtsein stieg mit jedem Tag.

Vor ca. 1 Jahr bekam sie das erste Mal ihre Menstruation und schon 2 Monate später hat sie nicht mehr eingenässt! Sie sagte dann zu mir, dass sie nun nicht mehr einnässen wird und bis heute hat sie es auch nicht! Ich glaube auch nicht mehr, dass es nochmal passieren wird.

Ich habe schon überlegt, ob sie sich mit ihrer (damals noch unbewußten) LRS so unter Druck gesetzt hat, dass sie deshalb immer eingenässt hat. Aber zeitlich paßt es ja nicht, da sie ja schon eingenäßt hat, als sie noch gar nicht in der Schule war bzw. das noch kein Thema war.

Egal, das Thema ist bei uns durch und nicht zuletzt dank René (ich habe keine Ahnung, ob er noch in diesem Forum ist) habe ich immer daran geglaubt, dass es irgendwann plötzlich verschwunden ist.
Er sagte damals:

"Ich bleibe dabei, ganz plötzlich wird Deine Tochter trocken sein und ich wünsche Euch dazu allen möglichen Erfolg."

Ich wollte das einfach mal loswerden. Vielleicht hilft es ja anderen Eltern in dieser Situation einfach mal loszulassen.

Schönen Tag noch!
Heike

P.S.: Die Klassenfahrt war vor 2 Monaten. Sie hat sich so darauf gefreut und eine tolle Zeit gehabt - trocken!
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Beitrag #13 von Werner Holmans » 25 Mär 2008 19:17


Hallo Heike,
ich glaube dir sofort, dass du glücklich bist. Eine LRS oder auch eine Rechenschwäche können Ursachen sein, die bedingt durch psychische Komponenten zur Inkontinenz (besser Bettnässen) führen kann. Man kann sich dabei nicht in die Lage eines Kindes versetzen. Deshalb rate ich immer wieder, aus meiner Erfahrung heraus, frühzeitig einen Schulpsychologen zu besuchen. Lehrer können diese Diagnostik oft nicht, beziehungsweise trauen sich nicht. Das Kind wird dann oft als faul oder lernbehindert abgestempelt. Der Schulpsychologe kann die gesamten schulischen Probleme abklären und damit dem Kind helfen. Er kann auch frühzeitig feststellen, ob das Kind an einer Teilleistungsstörung (LRS oder Rechenschwäche) leidet. Oft besteht noch ein Zusammenhang mit der Koordination, der Händigkeit, usw.
Ich würde mir wünschen, dass dein Beitrag vielen Müttern hilft und eine Anregung ist, den Weg zum Psychologen nicht zu scheuen.
Werner
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5 Jahre alter Junge braucht Nachts noch Windeln

Beitrag #14 von MartinJH » 14 Jul 2008 03:37


Werner Holmans hat geschrieben:Ich würde mir wünschen, dass dein Beitrag vielen Müttern hilft und eine Anregung ist, den Weg zum Psychologen nicht zu scheuen.
Werner


Hallo Heike, hallo Werner,

@ Werner: also helfen tut es auch den Vaetern, so wie bei mir :D

@ Heike: toll, das das bei euch ein gutes Ende nahm und das du das hier nach drei Jahren noch gepostet hast. In anderen Foren wollen viele schnelle Hilfe und sagen dann nie bescheid, was draus geworden ist....

@ all,
Wir haben einen 5 Jahre alten Sohn, der auch noch nie eine Nacht ohne Windeln geschafft hat. Tagsueber passiert bei ihm seit er drei ist nichts mehr.
Er hat zwei/drei mal ins Bett gemacht, weil wir vergessen haben ihn zu windeln. Er rennt auch nach dem Aufstehen ganz selbstverstaendlich mit den vollgepuschten Dingern rum und macht sich garnichts daraus. Wenn man ihn darauf anspricht, doch mal die Windel abzumachen und sich anzuziehen macht er das dann auch.
Wir haben auch so langsam unsere Bedenken, ob das denn alles so normal ist?
Bei uns ist in der Familie (er hat noch eine 8 Jahre alte Schwester ohne diese Probleme) soweit auch alles ok (kein Alkohol, kein Schlagen, selten Streitereien)

Meine Frau wollte auch mal was probieren, was vielleicht helfen koennte. Wir sind der Medizin und Pharma-Industrie gegenueber auch eher skeptisch eingestellt und wollen auch nicht gleich die Chemiekeule schwinken. Womit kann man denn am Besten Anfangen? Wir haben beim Hausarzt mal nachgefragt, aber dort wurde uns gesagt, das das alles im statistisch normalen Rahmen liegt....
Dank und Gruss AUStralien
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Beitrag #15 von Struppi » 15 Jul 2008 13:34


Hallo zusammen,

ich möchte mich den Worten meines Vorschreibers anschließen... super, wenn auch mal - insbes. nach längerer Zeit - ein positives Feedback kommt!!! Danke, Heike!


@Werner:

LRS ist keine Rechenschwäche, sondern es handelt sich vielmehr um eine "Lese-Rechtschreib-Schwäche" oder auch Legasthenie genannt. Ich war als Kind von selbiger betroffen, mein Bruder ebenso. Mit Dyskalkulation - also dem Unvermögen, mit Zahlen umgehen zu können bzw. eine Rechenschwäche - ist etwas anderes.

Es ist außerdem anzumerken, dass für Dich der Psychologe und nicht der Urologe der Anlaufpunkt Nummer 1 bei kindlicher Inkontinenz/bei Bettnässen (und auch bei allen anderen Problemen) zu sein scheint.

Ein Psychologe hat in einer Inko-Therapie mit Sicherheit seinen berechtigten Platz, nichts desto Trotz denke ich, zunächst sollten alle körperlichen Symptome ernstgenommen u. behandelt bzw. abgeklärt werden.

Und bevor hier das große Aber kommt: Ich war (u. bin z.Zt. im Rahmen meiner Schmerztherapie) selbst in psychologischer Therapie und habe von dort sehr viel positives für mich mitnehmen können - ich habe also keinesfalls etwas gegen Psychologen und ihre Arbeitsweisen; aber ein Psychologe ist nicht immer das (einzige) Mittel der ersten Wahl...

Grüße

Struppi
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Beitrag #16 von Werner Holmans » 15 Jul 2008 23:57


Hallo Struppi,
ich finde deinen Beitrag so richtig lustig, da du meinen gar nicht, so vermute ich es, verstanden hast. Ganz deutlich habe ich diesen Satz "Eine LRS oder auch eine Rechenschwäche können Ursachen sein, die bedingt durch psychische Komponenten zur Inkontinenz (besser Bettnässen) führen kann." geschrieben. Ich habe geschrieben LRS oder auch eine Rechenschwäche und habe beide Teilleistungsstörungen nicht auf eine Stufe gestellt. Eine Rechtschreibschwäche braucht nicht gleich eine Legasthenie sein, denn oft haben die Kinder Lesefertigkeiten erlernt, kommen aber mit der Rechtschreibung nicht klar weil sie einige Laute nicht richtig hören und zuordnen können. Deshalb spricht man auch von einer Wahrnehmungsstörung. Eine wirkliche Legasthenie kann natürlich auch eine Ursache sein, die aber in den meisten Fällen durch Eltern und Lehrer viel schneller erkannt wird und dem Schüler noch größere Probleme bereitet, als eine reine Rechtschreibschwäche.
Über Urologen und andere Medizinern wurde ja in den vorhergehenden Beiträgen schon ausgiebig geschrieben, warum sollen Selbstverständlichkeiten immer wieder wiederholt werden?
Als langjähriger Heimerzieher habe ich die Erfahrung gemacht, dass eine der Teilleistungsstörungen durchaus zum Bettnässen führen kann, da die Kinder dem psychischen Druck in der Schule oft nicht gewachsen sind, da sie ja lernen wollen und immer wieder Misserfolge haben. Diese Misserfolge greifen oft auch auf andere Unterrichtsfächer über. So kann sich auch eine Schulangst entwickeln, was sich dann noch negativer auswirkt. Da kann nur der Schulpsychologe helfen. Er führt auch die entsprechende Diagnostik durch.
Ich denke doch, dass man alle Möglichkeiten ausschöpfen sollte einem Kind die entsprechende Hilfe zu geben. Jedes Kind hat dies verdient!
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neuer Thread

Beitrag #17 von MartinJH » 16 Jul 2008 01:58


Hallo,

ich glaube ich schreibe meine Anfrage lieber in einen neuen Thread. Ich moechte euer tolles Forum nicht zumuellen, aber es ist besser als hier den thread zu verwaessern.....
Dank und Gruss AUStralien
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