Wahrscheinlich schlafe ich zu tief... Was kann ich tun?

In diesem Forum geht es um das Thema Bettnässen bei Kindern und Erwachsenen.

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Wahrscheinlich schlafe ich zu tief... Was kann ich tun?

Beitrag #1 von Chris24 » 22 Sep 2005 00:02


Moin zusammen!

Nachdem ich jetzt ein gutes halbes Jahr "Ruhe" (also ein trockenes Bett) hatte, ging es jetzt - natürlich im Urlaub - wieder los.
Im Urlaub hatte ich binnen zwei Wochen fünf oder sechs nasse Nächte, also viel öfter als zuvor. :oops:

Ich glaube ich weiß jetzt auch was mein Doc damit meinte als er sagte, dass ich wohl zu tief penne:
In einer Nacht bin ich wach geworden, weil meine Freundin sich träumenderweise erschreckt hatte und aufsprang. Als ich mich und meine Gedanken erstmal "sortiert" hatte, hab ich erst ein paar Momente später gemerkt, dass ich einen wirklich tiiierischen Druck auf der Blase habe und hab mich zur Toilette gerettet. :shock: Vorher hab ich gar nüscht gemerkt...
Im richtig wachen Zustand hätte mir dieser Zustand wohl die Tränen in die Augen getrieben. :wink:

Offenbar hab ich im Urlaub verdammt gut geschlafen, denn es ist ja wie gesagt recht oft passiert. Zwei Nächte direkt nach dem Urlaub waren auch noch nass, die danach (auch erst 2) wieder trocken. Was soll das wohl! :?
Und vor allem: Was kann ich machen :?: Stündlich den Wecker stellen ist schon 'ne Tortur, das entfällt.

Wenn ich mich mal wenigstens drauf einstellen könnte wann es passiert... Schade, eigentlich hatte ich eh gedacht, ich sei damit durch. :aerger:

Fällt vielleicht irgendwem 'ne praktliche Idee ein?

Liebe Grüße & danke schonmal!!
Chris
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Beitrag #2 von danny » 22 Sep 2005 04:23


Normalerweise verscuht man es doch bei reinen Bettnässern, die oft einfach zu tief schlafen, mit Desmopressin. Ist der Versuch schon erfolgt?
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Beitrag #3 von eckhard11 » 22 Sep 2005 10:07


Hallo Chris,

in den ersten Monaten nach meiner Operation habe ich mir auch immer einen Wecker gestellt, um des Nachts zum Pinkeln aufzustehen.

Dies hat aber nicht viel genutzt, da ich - aufgrund der Neoblase - im Schlaf eh´ auslaufe, ob nun die Blase voll ist oder nicht.

Da ich aber von dem nächtlichen Aufstehen immer so kaputt war, habe ich dann Windeln bzw. Vorlagen mit Gummihose verwendet.

Aber in diesem Fall ging mir der Geruch, das Liegen im Urin, die Sauerei bei der morgendlichen Auspellerei sowie die Menge an Entsorgung auf den Senkel.

Von der häufigen Undichtigkeit der Windel/Vorlage mit dem Ergebnis "nasse Unterlage" ganz zu schweigen.

Vor einigen Monaten bin ich dann auf Urinalkondome umgestiegen.
Abends drüberrollen, Beutel ans Bett hängen, Schlauch an den Pariser, guter und gesunder Schlaf über die Nacht.

Morgens Schlauch ab, Kondom abrollen und ab in den Eimer, Beutel entleeren und ausspülen ( ich schneide zum besseren Ausspülen oben am Beutel einen kleinen Schlitz, durch welchen ich morgens heisses Wasser zum Spülen in den Beutel laufen lasse ), Beutel aufhängen, fertig.
Besser und einfacher geht es nicht !!

( Matti, ich weiss, Du bist anderer Meinung, aber ich brauch nun mal meinen Schlaf..... )


Ich leb mich jetzt - natürlich momentan Kondom - und Beutelfrei - wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #4 von Matti » 22 Sep 2005 11:56


Hallo,

da Eckhard mich ja schon mal in Spiel gebracht hat will ich meinen Senf auch mal abgeben.

Ja, mir fehlt das Verständis dafür warum man nicht in der Nacht ein/zweimal Aufstehen kann um zur Toilette zu gehen. Eckhard hat ganz andere Vorrausetzungen, hier würde es wohl nicht viel bringen Nachts Aufzustehen.

Millionen Menschen leiden an einer Inkontinenz, hinzu kommen noch einmal viele, viele Millionen die unter gesteigerten Harndrang leiden aber trotzdem Kontinent sind.

Mein Vater z.B. muss in der Nacht zwei mal Austehen, in dem Heim in dem ich Lebe geht es den meisten Menschen so, ein/zweimal die Nacht müssen sie Raus.
Die wenigsten Schlafen doch die ganze Nacht durch, die meisten Wachen Nachts eh ein oder mehrmals auf.
Jeder muss seine Prioritäten setzen, ich würde jedenfalls alles dafür tun nicht ins Bett zu Pinkeln, wenn ich die Möglichkeit hätte dies zu Vermeiden bzw. die Chancen deutlich zu erhöhen in einem trockenen Bett Aufzuwachen.

Desweiteren würde ich alles aber auch alles daran setzten bei einer nicht organischen Ursache des Einässens die Gründe zu Erforschen bzw. zu Bekämpfen. Wenn Organisch etwas kaputt ist wird es Schwieriger bzw. Unmöglich. Bei Psychischen oder Psychosomatischen Ursachen ist aber nicht kaputt sondern wohl ganz offensichtlich etwas Durcheinander gekommen. Das Leid der Betroffnen scheint sehr groß, Nachzulesen in diesem Forum, die wenigsten lassen aber in Ihren Postings Durchblicken was sie gegen diese Bettnässerei Unternehmen.
Ich weiss wie sehr hier wieder ein Aufschrei durchs Forum gehen wird, ich soll doch einmal Akzeptieren das es auch andere als körperliche Ursachen für ein Einnässen gibt usw.

Ich Kämpfe jeden Tag, wenn ich Resignieren würde mich mit allen vorhandenen Hilfsmittel begnügen würde ohne meine Selbstständigkeit erhalten zu wollen, wäre ich heute Bettlägrig und könnte wahrscheinlich nicht ein mehr Selbständig Essen.
Jetzt sind die meisten noch Fit und Gesund, vom Bettnässen einmal abgesehen, was wird aber im Krankheitsfall oder bei körperlichen Gebrechen? Dann ist der Pflegefall bzw. die Pflegeabhängigkeit Vorprogrammiert.

Kämpft gegen euer Bettnässen an, ihr könnt das Besiegen, Akzeptanz darf nicht zur Ignoranz oder Resignation führen, ihr Behindert euch selbst.

Auf viele Schläge bin ich nach meinem Statement gefasst

Gruß

Matti
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Beitrag #5 von eckhard11 » 22 Sep 2005 14:23


Warum Haue, Matti ?

Du hast doch völlig recht mit dem Vorwurf, viele würden gar nicht nach der Ursache forschen, wenn kein organischer Schaden festgestellt werden kann !

Das liegt darin begründet, dass ebensoviele meinen, sie "hätten eine Macke", wenn sie - ohne irgendeinen Grund - plötzlich ins Bett schiffen.
Und das verschweigen eben viele, selbst den Ärzten gegenüber, sogar dann noch, wenn sie danach gefragt werden !!
Das ein Nervenschaden körperlicher Natur ist, begreifen die meisten gar nicht.

Nervenkrankheit verbinden heuer der allergrösste Teil der Leute immer noch mit "Beklopptsein".

Nur nicht bei ihrem Ischiasnerv oder beim Trigenimus oder anderen bekannten Nerven.

Die dürfen kaputt sein, ohne das man sich für bekloppt hält

Dabei ist ein Nerv an der Blase oder im Rücken doch nichts anderes als eben nur ein Nerv.
Der kann genauso kaputt gehen wie der Ischias, hi, hi.

Wenn sich die Menschen endlich einmal darüber klar sein würden, dass Nerven letztlich nichts anderes sind als Stromleitungen im Körper und - genau wie diese - auch mal versagen können und dies ein körperlicher Schaden ist, den man, genau wie die Stromleitung, in vielen Fällen reparieren kann, dann wäre vielen schon geholfen.

Wenn ich nicht wüsste, woher meine Inko kommt, würde ich von Pontius zu Pilatus laufen, also jeden Psychologen und Neurologen aufsuchen, bis ich herausbekäme, woran meine Pinkelei liegt und wie ich sie bekämpfen könnte !!

Das hat aber nichts damit zu tun, dass ich einen gesunden und durchgehenden Schlaf schätze.
Auch wenn meine Inko nervlich bedingt wäre, würde ich ein Hilfsmittel zum Durchschlafen verwenden.


Und genau deswegen leg ich mich jetzt wieder hin .sleep:
Eckhard
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Ischias

Beitrag #6 von Chris » 22 Sep 2005 18:46


Hallo Eckhard,

mit dem Ischias hast du ein Super Beispiel gewählt. Viele kennen den Zusammenhang zwischen Ischiasbeschwerden, Spritzen die die Schmerzen bekömpfen und Inko nicht - er besteht aber!!

Wie ich mitlerweile weiß ist gerade der leichtfertige Umgang mit Spritzen bei Rückenbeschwerden oft ursächlich für eine anschließende Inko. Die Nerven liegen da sehr dicht beieinander und beeinflussen sich gegenseitig.

Chris
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Beitrag #7 von Chris24 » 22 Sep 2005 23:31


Moin!

Mist, auf einmal war mein Beitrag futsch, also schreib ich nochmal neu...
Freut mich auf jeden Fall, dass so viele antworten und diskutieren!

Ich versuch's nochmal der Reihe nach:
Desmopressin? Nein, das kenne ich nicht. Wie wirkt das denn - und gibt es Nebenwirkungen? Da es bisher recht selten passiert ist haben Doc und ich gemeinsam Medikamente erstmal ausgeschlossen.

Ob's psychisch sein kann? Ja, warum nicht? Ich hatte Urlaub, der (wenige) Stress fiel ab und ich konnte (offensichtlich zu) gut schlafen.

Meine Sorge war oder ist halt nur, dass es mit dieser Häufigkeit weitergeht. Aber es scheint sich ja abzuzeichnen, dass dem nicht so ist, denn die letzte Nacht war auch wieder trocken! :D Etwas komisch finde ich es zwar schon, aber ich werde mich um Gottes Willen nicht beschweren! :wink:
Sollte es sich aber doch eher verschlechtern, würde ich es wohl oder übel doch mit der "Nachts-des-öfteren-mal-aufstehen-Methode" versuchen. Und natürlich mal wieder bei meinem Doc vorbeischauen. Ich hoffe aber, dass es nicht dazu kommt, vor allem weil mir mein Schlaf schon recht heilig ist und ich unausgeschlafen manchmal ziemlich anstrengend sein kann! :wink:

Und weil ich müde bin tu' ich's jetzt dem Eckhard gleich - und leg mich hin.

Liebe Grüße! :-)
Chris
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Beitrag #8 von danny » 22 Sep 2005 23:53


Desmopressin ist eigentlich harmlos. Es wirkt auf das hormonelle System und führt dazu, das nachts weniger Urin gebildet wird, hat also eine antidiuretische Wirkung. Es wirkt sehr selektiv, weshalb Nebenwirkungen nicht so häufig sind.
Es wird klassischerweise angewendet, wenn jemand "nur" Bettnässer ist und sonst die volle Blasenkontrolle hat. Bei den meisten dieser Leute liegt einfach ein so tiefer Schlaf vor, das sie die volle Blase nicht spüren.
@ Matti - Und man kann nicht jeden Tiefschläfer einfach aus dem Bett werfen - meinetwegen mit Wecker. Die Leute werden gegf. so auch nicht wach. Das hat dann auch nicht viel mit Selbstbeherrschung zu tun, wenn man einfach so tief schläft.

Mhh, da ich im Moment sehr schlecht schlafe, würde ich ja gerne tauschen. :wink:
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Beitrag #9 von danny » 23 Sep 2005 00:08


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Beitrag #10 von papa0861 » 23 Sep 2005 00:11


Matti hat geschrieben:Ja, mir fehlt das Verständis dafür warum man nicht in der Nacht ein/zweimal Aufstehen kann um zur Toilette zu gehen. Eckhard hat ganz andere Vorrausetzungen, hier würde es wohl nicht viel bringen Nachts Aufzustehen.




hallo chris,

daß matti in mancherlei hinsicht das verständnis fehlt, ist bekannt,

matti kennt meist nur weiß oder schwarz.

@matti
entschuldige, ist aber mein eindruck.

es gibt aber auch viele grautöne und kein doc ist allwissend.


weiter@chris

ich kann deinen beobachtungen mit dem tiefschlaf nur beipflichten. ich penne (bedingt durch meine pillen) so tief, daß ich echt nichts mitbekomme. ein pillchen eingeworfen und ich bin mindestens 9 stunden abgeschaltet. nichts und niemand bekommt mich munter. kein noch so schriller wecker konnte mich aus den federn holen. nach beschwerden der nachbarn hab ich das weckmobil in die ecke gefeuert.

dann der einfall meines urologen, es mal mit ner klingelhose zu versuchen. fehlschlagt auf der ganzen linie. einzig meine frau wurde wach und wußte nun genau, wann was passiert war.

dann bekam ich pillen, die den tiefschlaf beeinflussen sollten. an den namen kann ich mich jetzt nicht erinnern. ja, ne weile ging das auch relativ gut. ich wurde zumindest wach, wenn was passiert war. aber eben auch zu spät. dafür hab ich dann nachmittags auf dem sofa so fest gepennt, daß hier das unglück passierte. weil sich ein bett besser waschen läßt als ein sofa, hab ich diese pillen dann auch in die ecke gefeuert.

auch die änderung der trinkgewohnheiten brachte nix. hab ab 20 uhr keine flüssigkeit mehr zu mir genommen und hatte früh trotzdem die büxen voll. nebeneffekt war, daß ich bei zu geringer flüssigkeitsaufnahme früh nen schädel hatte, als wenn ich ein ganzes faß schnaps ausgesoffen hätte.

fazit:

egal, was ich mache! in bin ein "nasser sack"

lg
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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