DAK und Medi-Center Koblenz

In diesem Forum geht es um Lieferanten (Leistungserbringer) für saugende und ableitende Inkontinenzhilfsmittel von gesetzlichen Krankenkassen und den Problemen von Versicherten mit Krankenkasse und deren Leistungsbringern.

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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #11 von Sebald » 08 Mär 2017 09:15


Cveta hat geschrieben:OT:

Verschlauchung ist bei mir ein irrationales Trauma. Wie soll ich 7 Stunden Wanderung machen? Dann hinter Busch hocken und mit kalten Händen in mir umstochern? Mir fehlt die Feinmotorik. Ich möchte auch nicht an der Dialyse enden. Ich habe andere psychische Erkrankungen und entscheide oft irrational.

LG Cveta



...ähm. Mit Verlaub: Die "Verschlauchung" ist just dafür da, dass man eben "nicht an der Dialyse" endet. Streng genommen isses auch kein "(her)umstochern"...

Mir ist dieser Punkt wichtig: Letztlich sagst du damit doch, dass du ohne aktuelle urologische (!) Diagnose bzw. Begleitung Windeln trägst.

Damit habe ich jetzt überhaupt keine Probleme... - Was mich aber stört, ist, dass hier und auch in anderen Foren, die 'Bedürfnis-' oder 'Gewohnheitsträger' von Windeln dies damit rechtfertigen, dass a) eine urologische Untersuchung ja brandgefährlich sei, weh tue und letztlich zu überhaupt nichts führe, und dass b) ableitende Hilfsmittel wie eben der ISK brandgefährlich seien, weh täten und letztlich Langzeitschäden brächten.

Beides aber stimmt nicht!

Und es kann Leser von vorne herein abschrecken, für die beides ein wichtiger Schritt in der Linderung oder gar Behebung des Problems wäre.

Beste Grüße,
Sebald
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #12 von Mike64 » 14 Mär 2017 15:08


Nun denn, nächste Woche hab ich Termin beim Sozialgericht, gegen die DAK :streit:

Weiß wer wo in welchem Paragraphen noch stand, das alle Vorgaben immer auch für den Einzelfall abgewogen werden müssen? Ich find das nicht mehr...
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #13 von Georges » 15 Mär 2017 20:46


Hallo Mike,

ich habe auf "Einzelfall" gesucht und wurde unter anderem hier fündig: svisuite/tipps_rezept.php

Ist dieser Ausschnitt dass, was du gemeint hast:
Wahl des Leistungsbringers
Seit der Einführung von Ausschreibungen und Lieferverträgen mit Leistungsbringern dürfen nur noch Leistungsbringer die Patienten beliefern, welche mit den jeweiligen Krankenkassen entsprechende Verträge geschlossen haben. Meistens sind Leistungsbringer zu Verträgen beigetreten die bereits bestehen, hier sind zumeist Pauschalen von etwa 18-38 Euro (incl. MwSt.) pro Patient und Monat vereinbart worden. Natürlich können auch Leistungsbringer unabhängig davon mit den Krankenkassen andere Vereinbarungen treffen, aber es wird schon versucht, so wenig wie möglich zu zahlen.

Für den Patienten bedeutet das, er kann nicht wie früher einfach ins nächste Sanitätshaus gehen und seine Hilfsmittel dort holen, sondern nur noch bei den zugelassenen Leistungsbringern. Eine Liste der zugelassenen Leistungsbringer muss die Krankenkasse auf Anfrage jedem Patienten aushändigen. Finden die Patienten keinen Leistungserbringer, der bereit ist, sie zu den Vertragskonditionen mit den auf dem Rezept vermerkten Hilfsmitteln in dieser Menge zu versorgen, sollten sie sich an ihre Krankenkasse wenden. Diese ist laut §33 SGB V dazu verpflichtet, die Versorgung des Versicherten mit den im Einzelfall erforderlichen Windeln sicher zu stellen.

Der Patient darf dann einen Leistungsbringer seiner Wahl beauftragen, das verordnete Produkt zu liefern. In diesem Fall muss der vom Patienten beauftragte Leistungsbringer dann nach §127 Abs.3 SGB V einen eigenen Vertrag aushandeln, oder er tritt den bestehenden Verträgen bei, was aber für den Patienten ungünstiger sein kann.

Bei "berechtigtem Interesse" kann der Versicherte nach §33 Abs.6 SGB V ausnahmsweise einen anderen Leistungsbringer wählen als auf der Liste der Leistungsbringer der Krankenkasse steht, die dadurch entstehenden Mehrkosten muss der Versicherte allerdings selbst tragen. Ein solches berechtigtes Interesse kann sein, wenn zum Beispiel der Versicherte bei seiner Apotheke oder seinem Sanitätshaus aus der Nachbarschaft früher die Hilfsmittel bezogen hat und dieses gerne so beibehalten will.

Gruß,
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #14 von Mike64 » 16 Mär 2017 14:45


Besten Dank auch, werd sofort mal schaun!

Ich bekomme den Wortlaut nicht mehr zusammen, aber da stand sowas wie...Alle Punkte sind nur ein Leitfaden, aber im Einzelfall ist jeweils zu entscheiden...oder so ähnlich.
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #15 von Mike64 » 22 Mär 2017 19:32


1. Termin zur Erörterung der Sachlage beim Sozialgericht Dortmund geschafft! Puuuuh, war ganz schön nervös, so ohne Anwalt :D

Der Anwalt der DAK hatte keine Ahnung von so gut wie nix. Ich habe dann in über 1 Stunde den Sachverhalt komplett erklärt und ich hatte so den Eindruck, das alle beide, also der Richter und der Anwalt der DAK ziemlich erstaunt waren. Der Richter war voll auf meiner Seite und sagte auch, das es ja wohl kaum Produkte für max. Inkontinenz geben würde, wenn es keinen gäbe der die braucht. Leider lag das Gutachten vom MDK immer noch nicht vor, daher geht das in die nächste Runde. War voll spannend und nachdem ich sogar vom Richter gelobt wurde, für die ausführliche Information, bin ich natürlich auch sicherer geworden.

Den Windeltest mit den 1,8 Litern saugstärke der Attends 7, den ich eigentlich vor hatte zu präsentieren, brauchte ich nur zu erklären, hat der Richter mir auch ohne "Vorführung" geglaubt :D

Also dann heißt es demnächst wieder "Kampfmodus", auf zum nächsten Akt!

Wie ja schon erwähnt von Kollegen hier...es lohnt sich zu kämpfen!

LG
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #16 von Marco N. » 22 Mär 2017 20:38


Hallo Micha,

dass hört sich doch ganz gut an und ich bin auch sicher das du mit deiner Frau gewinnen wirst.

Bitte lass dich aber nicht Abschrecken wenn der Anwalt von der DAK doch noch versucht zum Schlag auszuholen.
Ich habe die Vermutung, dass er heute nur versucht hat dich kennen zu lernen und einzuschätzen. Da das Gericht schon eingeschltet war ist es schon komisch, dass das Gutachten vom MDK noch nicht vorlag. Denn ein Gericht macht eigentlich Druck.

Pass auch bei der Urteilsverkündung auf das es eine Dauerlösung ist! Sonst fängt der Spass im Januar von vorne an.

Auf alle fälle mach weiter so und weiterhin viel Erfolg. Ihr schafft das.

Liebe Grüße
Marco N.
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #17 von Mike64 » 22 Mär 2017 21:27


Hi Marco,

besten Dank für die Hinweise und aufmunternden Worte. Kann ich gut gebrauchen! :D

Also ich denke mal der Anwalt der DAK hat einige Ferdern lassen müssen vor Gericht. Er wusste ja noch nicht mal, wie das alles läuft mit den Leistungserbringern und wer, welche Verträge wo hat, zumindest angeblich, kann natürlich auch Taktik sein um Zeit zu schinden.

Das Gericht hatte Druck gemacht beim MDK, wurde aber alles mit der Begründung verworfen, mann hätte ja aktuell mit der Umstellung der Pflegestufen zu viel zu tun und außerdem Personalmangel.

Das war ja erst die erste Anhörung wegen meinem Eilantrag und der einstweiligen Verfügung. Das Hauptverfahren läuft ja erst an, wenn ich den Ablehnungsbescheid der DAK habe, auf meinen Versorgungsantrag aus Januar diesen Jahres, Den hatte der gegnerische Anwalt ja angeblich nicht vorliegen. Nur gut daß ich den mit Einschreiben und Rückschein geschickt hatte, daher galt die Ausrede von dem auch nicht, hehe... :lol:

VG
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #18 von Mike64 » 30 Mär 2017 20:29


Hab gestern, seitens des Herstellers der Windel, die schriftliche Bestätigung bekommen, das, Zitat:

"Die Aufnahmekapazität von ............................. beträgt nach der MDS Prüfmethode 862 g (sprich ml).

Das hört sich ja nun mal schon ganz anders an, als die von dem Anwalt der Karankenkasse aufgeführte Menge von 1.800 ml. Und was hierbei noch nicht berücksichtigt ist, ist die Menge, ab der diese Windel anfängt zurück zu nässen, sprich die Haut befeuchtet!

Laut meinen Versuch lag da die Menge bei 400-500 ml, ab der die Rücknässung beginnt!

Heute habe ich dann wiedermal versucht, bei der Krankenkasse anzurufen, wegen der Beitragsanpassung für meine Frau. Sie erhält seit November 2016 nur noch die Hälfte des Gehalts und sollte somit auch wesentlich weniger Beiträge zahlen. Wiedermal Warteschleifen ohne Ende am Telefon, kennt man ja, aber seit geraumer Zeit komme ich aus der Warteschleife bei der Karnkenkasse und deren Leistungserbringer, gar nicht mehr raus. Deshalb habe ich heute mal versucht, (Paranoia lässt grüßen) :mrgreen: , ohne Nummernkennung da anzurufen, und siehe da...nach zweimal klingeln geht da einer ran :aerger:

Also es mag ja sein, das ich schon einen Verfolgungswahn habe, aber ich habe so das Gefühl, das das alles System hat, um unbequeme Kunden los zu werden.

LG
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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #19 von Mike64 » 02 Apr 2017 12:05


Weiß nicht, ob das schon mal verlinkt wurde, ich finde es aber wichtig!
https://www.gkv-spitzenverband.de/press ... 357440.jsp

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Re: DAK und Medi-Center Koblenz

Beitrag #20 von Mike64 » 12 Apr 2017 19:23


!!!!!!!!GEWONNEN!!!!!!!

Ich kanns ja noch gar nicht glauben, aber nachdem ich der Krankenkasse ziemlich deutlich gemacht habe, das ich die Nummer bis zur letzten Instanz durchziehen werde, ruft mich doch heute eine Dame aus der Zentrale an und fragt wie selbstverständlich, was meine Frau denn so braucht :mrgreen:

Ich sag " Na halt 6 Stück, Attends Nr. 10 am Tag", sagt die OK und ruft beim Lieferanten an. 2 Stunden später ruft die zurück und sagt, "Alles klar" wird geliefert..."
Ich glaub das zwar erst, wenn das Zeug vor der Tür steht, aber es scheint, die geben nach :huepf: :huepf: :huepf: :huepf: Hehe...
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