Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

In diesem Forum geht es um Lieferanten (Leistungserbringer) für saugende und ableitende Inkontinenzhilfsmittel von gesetzlichen Krankenkassen und den Problemen von Versicherten mit Krankenkasse und deren Leistungsbringern.

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Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #1 von RheaSilvia » 02 Feb 2018 10:08


Hallo,
mir liegt für meine Mutter eine Pants-Verordnung mit 10-stelliger Hilfsmittelnummer vor.
Aut Idem ist angekreuzt, Diagnose Demenz nebst Angabe zur Ermöglichung der Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft.

Ich habe alle drei von der Krankenkasse mitgeteilten Leistungserbringer telefonisch kontaktiert. Beratungsgespräche sind also erfolgt. Ergänzend habe ich allen Versorgern die Verordnung als Mail-Anlage übersandt.

Lediglich von der Firma Medi-Markt haben mich bislang Produktmuster erreicht.
Auf die Muster der Fa. Attends warten wir nunmehr schon über 2 Wochen.
Auf schriftliche Nachfrage wird nicht reagiert.

Die Firma Medi-Center wollte auf Nachfrage, warum Muster noch nicht geliefert wurden, nichts vom ersten Beratungstelefonat gewusst haben. Wir warten auch hier.

Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?
Es kann doch nicht sein, dass man ignoriert wird....

Viele Grüße
Silvia
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Re: Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #2 von Stefan » 02 Feb 2018 10:36


Hallo Silva,

ja eigentlich braucht es keine Produktmuster, der Lieferant darf eh nur das ausliefern was die 10 stellige Hilfsmiittelnummmer ist. Möchte er was Anderes liefern, braucht er eine Arztunterschrift mit Datumsangabe.

Bei 7 stelliger Nummer wird , so soll es der Regelfall sein, die Hilfsmiittelart angegeben. Diese Nummer oder der die Textbeschreibung muss mindestens auf dem Rezept sein, dass das Rezept gültig und ordentlich ausgefüllt ist. Inkontnenzversorgung saugend, zum Beispiel, ist nicht zulässig.

Lg

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Re: Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #3 von Powerfix » 02 Feb 2018 10:40


Hallo Sylvia
Ich bin überrascht das du Probleme hast. Hatte weder mit Attends noch mit Medimarkt irgendwelche Probleme eine Bemusterung zu bekommen. Medicenter kenne ich nicht.
Wie auch immer, es kann sein das diese auf Wirtschaftliche Aufzahlungen nicht hoffen können und dann nicht beliefern um nicht auf Mehrkosten sitzen zu bleiben, da eine über den medizinischen Bedarf hinausgehende Versorgung gewünscht wird. (Komfortversorgung wie z. B. Pants).
Warum müssen es pants sein um keine Klebewindeln?
Ausserdem wenn du ein festes Rezept mit Hilfsmittelnummer warum brauchst du dann Muster????
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Re: Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #4 von RheaSilvia » 02 Feb 2018 11:36


Danke für eure Antworten,
ich war den Leistungserbringern wohl zu entgegenkommend bei ihrem Vorschlag der Bemusterung.
Ich werde am Wochenende ein paar Zeilen aufsetzen und um die Lieferung des verordneten Hilfsmittels bitten, bzw. darauf bestehen.
Zwei der drei Anbieter führen dieses sogar in ihrer Produktpalette.

Gerne beantworte ich noch die Frage von Powerfix:
Bereits vor Ausstellung der Verordnung haben wir auf dem Markt erhältliche Inkontinenzproduke getestet.
Meine Mutter kann Vorlagen oder Klebewindeln durch ihre Demenz nicht anwenden. Wenige Minuten nach dem Anlegen oder Wechseln, was nur mit Hilfestellung möglich ist, da sie beim Anziehen VORNE/HINTEN und OBEN/UNTEN nicht zuordnen kann, enttledigt sie sich der Vorlage bzw. Klebewindeln und zerpflückt sie in Kleinteile, die dann in der Wohnung verteilt werden.
Bei Pants-Verwendung, die sie akzeptiert und handeln kann, kann sie die Toilettengänge noch allein und selbständig tätigen, soweit sie es vom mal mehr, mal weniger feststellbaren Harndrang noch schafft. Lediglich Anziehen und Wechsel müssen unterstützt werden.

Ich bin froh, dass dies zur Zeit noch möglich ist.

Ihr ermutigt mich in meinem Vorhaben, Ellenbogen zu zeigen.

Danke und herzliche Grüße
Silvia
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Re: Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #5 von RheaSilvia » 06 Feb 2018 10:29


Hallo,
Nachdem ich nun die Fa. Attends aufgefordert habe, ihrer Leistungspflicht nachzukommen und mir das auf der Verordnung attestierte Hilfsmittel zu liefern, habe ich folgende Antwort erhalten:

" ...die Lieferung ist aufgrund der uns vorliegenden Informationen nicht begründet."

Ich brauche nochmals eure Hilfe zu folgender Frage:
Auf der Verordnung steht:
Dg: Inkontinenz, zur Ermöglichung der Teilnahme am Leben in der Gemeinschaft

Reicht der Zusatz nach Inkontinenz nicht als Begründung aus? Muss der Arzt explizit gesondert begründen?
Pokert Attends?

Viele Grüße,
Silvia
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Re: Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #6 von Powerfix » 06 Feb 2018 16:55


Glaube nicht daß es an der Diagnose Bezeichnung liegt. Den KK und Lieferanten ist es ab einem gewissen Patientenalter klar was los ist. Ich hatte auch jemand in der Verwandtschaft, wo der Fall ähnlich gelagert war. Bekam von Attends die Pants nur mit saftiger Aufzahlung. Du kannst es versuchen mit Arztattest usw. dich mit deiner Krankenkasse rumschlaschlagen und argumentieren, dass eine noch selbständige Patientin diese Pants braucht. Die Gegenfrage warum dann nicht Vorlagen nehmen.
Letztendlich landen die Fälle vor Gericht wenn man die Kraft dazu hat. Die Tochter in meinem obengenannten Fall machte es nicht und nach wenigen Monaten reichten die Pants für den Patienten sowieso nicht mehr aus. Sie stellte eh dann auf die aufzahlung-freien Windelhosen um.
Muss jeder selbst entscheiden ob und wie.
Tut mir leid für dich daß ich dir hier nicht mehr Hoffnung machen kann. Wünsche dir alle Kraft für deine pflegerische Arbeit und ggf für den Kampf mit KK und Lieferanten
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Re: Leistungserbringer schickt keine Produktmuster

Beitrag #7 von Stefan » 06 Feb 2018 19:08


Hallo Silvia,

wenn das Produkt namentlich verordent ist, hat der Leitungserbringer nur dieses Produkt abzugeben. Ich würde die Krankenkasse darüber informieren, dass Attends in Deinem Fall sich weigert eine ordentliche und gültige Versogung auszuliefern. Fordere Deine Krankenkasse auf die versorgung sicher zu stellen!

Sollten Zweifel an der Rechtmäßigkeit bzw. der Notwenigkeit bestehen, kann die Krankenkasse über den MDK eine genauere Begründung vom Arzt fordern. Der Leistungserbringer hat im Grunde kein Recht diese Begründung anzufordern oder einzusehen.

Lg

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