Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

In diesem Forum geht es um Lieferanten (Leistungserbringer) für saugende und ableitende Inkontinenzhilfsmittel von gesetzlichen Krankenkassen und den Problemen von Versicherten mit Krankenkasse und deren Leistungsbringern.

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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #11 von Regenmacher » 04 Feb 2019 16:48


Hallo Matis.

Zuerst einmal zum Thema Folie. Bei mir funktioniert CF (Cottonfeel) nicht. Wird die Windel langsam dick, reibt es an den Oberschenkeln und dann hab ich ganz schnell Hautdefekte. Außerdem verlieren die schnell die Form und die Unterwäsche leidet auch unter diesem Reibeisen. Hauptsächlich war der Umstieg aber wegen der Hautprobleme. Seit ich wieder Folie benutze, geht es auch der Haut gut. Im Prinzip hast du auch Recht mit der Vermutung, dass die Folie auch noch was gegen hält, wenn die Flüssigkeit überschwappt. Aber das kommt nur selten vor.

Dein Problem mit Corona kann ich bestätigen. Die waren auch mal auf meiner Liste und es war eine ähnliche Beratungskatastrophe. Natürlich zählt nur und ausschließlich der ABL-Wert, weil er angibt, wann die ersten Leckagen auftreten, also Flüssigkeit neben der Windel zu finden ist. Mein Argument bei der Kasse war: "Es spielt keine Rolle, wie nass die Wäsche wird, wechseln muss ich so oder so." Gerade die Active Fit wurde ja offiziell für "mobile" Menschen angepriesen, offiziell aber nur an Pflegeeinrichtungen vertrieben (O-Ton Tena-Hotline).

Die männliche Blase normaler Größe gibt bis zu 550 ml pro Blasenentleerung ab. Davon ausgehend, dass die Blase nicht geschrumpft ist, würde so eine Tena Slip Active Fit tatsächlich nur eine Blasenentleerung aufnehmen können, wenn es sich schwallartig entleert. Bei einem ABL von rund 750 ml passen da keine zwei Blasenfüllungen rein. Der normale Erwachsene entleert etwa 5 Mal pro Tag seine Blase, ergo kommt man auf 5 Windeln.

Ich trinke zum Beispiel sehr viel. An normalen Tagen liegt meine Trinkmenge bei über 3 Litern und die wollen meistens unten wieder raus. Wenn ich morgens aufstehe und sehe, wie voll die Nachtwindel ist, bin ich echt erstaunt, was mein Körper in der Nacht so anstellt. In der Zeit, wo die Versorgung über Katheter lief, hatte ich regelmäßig am Morgen nen 2-Liter-Beutel voll - bis zum Platzen. Ich bin bei den Vertragsversorgern aber meistens nur auf Ignoranz gestoßen. Die hatten gar kein Interesse an einer Versorgung, frei nach dem Motto: Oh, ein Patient mit hohen Kosten, besser abwimmeln. Wenn man dann alle Versorger durch hat, steht man wieder am Anfang. Es nutzt auch nichts, der Kasse mitzuteilen, welche Versorger sich nicht an die Verträge halten, gekündigt wird denen nicht.

Wenn ich mich als Beispiel nehme, da kann ich mit gar nichts genau rechnen. Ich hab laut Protokoll etwa 30 Blasenentleerungen pro Tag, teilweise im Abstand von 10 bis 20 MInuten. Das hängt aber auch stark von der Körperhaltung ab. Momentan sitze ich, während ich dir diesen Beitrag schreibe und dann drückt der Körper quasi auf den Ablaufhahn und ich merke, wie der Druck sich aufbaut, aber nicht ablässt. Wenn ich dann aufstehe, läuft es los und das kann schon mal mehr sein. Dann wollen diese Mengen auch sicher aufgenommen werden. Ich bin viel unterwegs und kann es mir echt nicht leisten, dann mit nassen Hosen dazustehen. Das hatte ich schon oft genug, um zu wissen: das will ich nicht. Und dafür sind Hilfsmittel schließlich da.

Ich bin ja dafür, dass die Berater selbst praktische Erfahrungen haben müssten. Wenn solche Argumente kommen, wie von dir beschrieben, dann kann das nur jemand sagen, der entweder keine Lust auf Versorgung hat oder einfach keine Ahnung. Da hilft auch kein Qualitätssiegel. Das sehe ich zum Beispiel bei der Firma Tena, die zwar immer wieder antwortet, dass sie ein zertifiziertes Unternehmen sind, aber leider immer wieder die gleichen Probleme haben bis hin zur Nichtabwicklung von Garantieansprüchen. Da wird dann einfach gesagt: können wir nicht mehr umtauschen, weil das Produkt nicht bei uns vorrätig ist. Dann bleibst du - wie bei mir passiert - auf drei bis vier Kartons (a 3 Packungen) Windeln sitzen, die du nicht verwenden kannst. Das nenne ich Müllentsorgung über den Verbraucher und am Ende bleibst du auf den Kosten bzw. den Windeln sitzen.

Ich will nicht meckern, meine Krankenkasse ist toll und hat das mit Bravour gelöst. Die zahlen pro Monat 153,36 Euro für mein Inkontinenzmaterial und Jahr für Jahr geht die Genehmigung schnell und ohne Aufwand für mich. Das Beispiel zeigt also, dass es auch unter den jetzigen Bedingungen möglich ist und auch ohne Rechtsanwalt. Allerdings funktioniert das leider nicht bei allen Kassen und bei allen Patienten und da fehlt mir der Mittelsmann, der für die Patienten als Ansprechpartner dient und finanziell unabhängig ist. Da fiel mir der Inkontinenzberater ein. Es gibt doch genug Behinderte/EU-Rentner, die auf ehrenamtlicher Basis für so eine Beratungsfunktion in Frage kämen. Natürlich sollte da auch etwas an Mitteln locker gemacht werden, aber ich fände es wirklich hilfreich für die Betroffenen. Wenn dieser Berater ein Mittler zwischen den Patienten, Krankenkassen und Versorgern ist, müsste sich das auf einer neutralen Ebene eigentlich lösen lassen. Ich mache das ja hier vor Ort schon und es klappt eigentlich ganz gut. Einziger Nachteil: ich muss mir bei jedem Patienten immer wieder die gleichen Sprüche anhören von den Kassen/Versorgern, teilweise von den gleichen Mitarbeitern, mit denen ich das früher schon mal geklärt hatte. Das ist etwas nervig.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #12 von matis » 04 Feb 2019 20:11


Das mit den externen Beratern wie vorgeschlagen funktioniert auch nur, wenn diese auch neutral und für alle Grade geschult werden und nicht wie z.B. auf Tena.de online gezeigt, dass Tena Lady und Tena Men auch für schwere Inkontinenz gut geeignet sei und die Produkte, die eigentlich ideal wären, nur für Pflegefälle und Fachkräfte.
Es geht auch nicht, wenn so ein Berater seine Schulung von der Krankenkasse bekommen hat, diese tief verinnerlicht und dann ebenso selbst meint, alles mit der 10ct-Vorlage bedienen zu können und alles andere nach Premium-Aufzahlung verlangt, andernfalls grundsätzlich übertrieben und unnötig wäre, wie es ja auch diese eine Arzthelferin meinte.

Ansonsten sehe ich hier, welche Unterschiede es selbst zwischen uns in den Ausartungen noch gibt.
Du verlierst in sehr kleinen Abständen Deinen Blaseninhalt. Dann können es pro Schub keine Unmengen sein, dafür ist „nass“ bei Dir ja quasi ein Dauerzustand. Nass ist die Atmungsaktivität eh schneller dahin und gleichzeitig die Dicke im Schritt, klar das dies mehr reibt.
Ich habe den Wundrieb mittig eher, wenn es nass wird, zu oft zu lang zu sehr. Dies kommt bei mir zum Glück seltener vor, ist aber bei Cotton Feel eher der Fall. Die Nässe kann dann von innen nach außen „besser“ weiterziehen und auch die Unterhose darüber an den Rändern nässen. Das passiert eher aufgrund des großen Schubes bzw Verhältnisses Austritss-Menge/Zeit. Feuchtigkeit und Reibung, das macht sich nicht gut.
Hier habe ich den Vorteil von trockenen Abschnitten. Lange Zeit ist die Blase wie gelähmt, eher verhalten oder wird kaum gefüllt und dann folgt eine Entwässerungsphase, wo 3 große Miktionen in eine Stunde folgen können. Dazwischen habe ich manchmal eine Chance auf Initiierung per Klopfen, Pressen...

Der ABL-Wert kann zB überschritten werden, wenn ich mich im Zweifel nicht mehr setze, bis zum Wechsel.
Nun, in der trockenen Zeit spüre ich schon einen Benefit von CF/Atmungsaktiv, sonst halt andersrum.
Wenn ich also mal in einer Straßenbahn stehen bleibe, obwohl ein Sitzplatz frei wäre, wird das wahrscheinlich daran liegen, dass der Inkoslip, der schon min. 40€ Aufpreis / Monat kostete, offensichtlich eher noch zu schwach gewählt war...
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #13 von Regenmacher » 04 Feb 2019 21:37


Hallo Matis.

Wie schon erwähnt, sehe ich in den Inkontinenzberatern natürlich nur selbst Betroffene. Deshalb auch der Vorschlag mit den EU-Rentnern als Zusatzaufgabe. Die beste Schulung ist das Leben selbst. Jeder Betroffene kennt die Probleme und wenn sich Betroffene untereinander austauschen, lernt man auch die Probleme der anderen kennen. So wird man indirekt auch Spezialist für Inkontinenzprobleme, die man selbst nicht hat.

CF-Windeln machen bei mir tatsächlich einfach keinen Sinn. Sie verlieren ganz schnell die Form, reiben, rutschen und dampfen aus. Wenn ich bei einem Konzert mal zwei Stunden auf dem Regiestuhl in der Tontechnik sitze und hinterher einen feuchten Schimmer hinterlasse, das ist nicht schön. Mit Folie passiert mir das nicht. Es muss nicht mal unbedingt ein Regiestuhl sein, es ist einfach nicht schön, überall so einen feuchten Hauch zu hinterlassen. Außerdem ging mir dauernd die Unterwäsche kaputt und ich kam nicht dahinter, woran es lag. Erst nach der Umstellung fiel mir das auf.

Folie ist nicht der Weisheit letzter Schluss, CF auch nicht. Es muss nun mal beides am Markt verfügbar sein und ich bin froh, dass Tena reagiert hat.

Was die Qualität der Beratung allgemein angeht, wie schon erwähnt haben wir da beide schlechte Erfahrungen gemacht und wenn wir uns im Forum weiter umhören, wird da sicher noch das eine oder andere Filetstück aus der Abteilung "Gibts doch gar nicht" rauskommen. Hier noch eines von mir:

Eigentlich kam ich anfangs ganz gut mit den Pants von Tena klar. Die haben zwar nicht diese Maximalkapazität wie ein Windelslip, aber bei den kleinen Mengen muss man nur rechtzeitig wechseln und dann passt das schon. Einzig nervig daran war eben, dass man sich dazu komplett ausziehen musste, aber dafür konnte ich so oft wie möglich noch die Toilette benutzen. Darauf legte ich nämlich zu Trainingszwecken ziemlichen wert. Aber Pants sind "Premiumversorgung", obwohl ich diese Bezeichnung im Hilfsmittelverzeichnis nicht gefunden habe. Nun kommt der Hammer: Pants sollten nicht übernommen werden, Slips aber schon. Eine angefragte Mischversorgung (Pants für den Tag, Slip für die Nacht) wurde abgelehnt mit der Begründung, dass es so eine Versorgung nicht gibt. Wie gesagt, Kosten für meine ursprüngliche Variante: 120 Euro im Monat im Vergleich zu 150 Euro, was die Krankenkasse nun zahlt. Das waren also 360 Euro mehr, weil die Pants "Premium" sind - aber weniger kosten. Ich wählte also den Krankenkassenweg mit dem Nachteil, dass man eine Windel mal eben nicht so schnell runterzieht, es also von nun an wirklich in die Hose gehen musste. Über die Jahre hat sich das dann auch verselbstständigt, weil der Trainingseffekt ausgeblieben ist. Fachlich gesagt hat sich also der Zustand verschlechtert, weil die Kassen/Versorger Phantasiebegriffe eingeführt haben, um Produkte aus dem Hilfsmittelkatalog einfach abzulehnen.

Ich erinnere auch nur zu gern an diese netten Gespräche in den Sanitätsfachhäusern. Ich wusste praktisch immer mehr als meine Berater. Auch dort wurde mir das immer wieder vorgerechnet mit den Rothwell-Werten. Ich will gar nicht wissen - eigentlich doch - wie viele Patienten sich bei dem Argument gewundert haben, dass ihre ach so saugfähigen Windeln viel früher auslaufen, als es der Saugwert eigentlich erlauben würde.

Ich weiß noch aus den Anfangsjahren dieses Forums, dass es damals einen ziemlichen Frust gegenüber den Spaßwindelträgern gab. Mittlerweile bin ich diesen Leuten echt dankbar, denn dadurch sind einige gute Windeln auf den Markt gekommen, die mir ziemlich viel Arbeit abnehmen. Selbst das Premiumprodukt von Tena ersparte mir den Bettwäschewechsel alle zwei Tage nicht. Es ist wirklich nicht toll, mitten in der Nacht in einem nassen Bett aufzuwachen und dann total müde das Bett frisch zu beziehen, um am nächsten Morgen die Wäsche zu waschen. Mittlerweile beziehe ich mein Bett nur noch im wöchentlichen Rhythmus. Unfälle sind seither sehr selten geworden.

Aber solche Lebenserfahrungen kommen normalerweise nicht bis zu den Herstellern oder dem Gesundheitsminister. Dafür bekommt man selbst aber immer wieder total schlaue Tipps, wie "nutz doch Kondomurinale". Klar, bestellt, probiert und gleich mal Glück gehabt: entweder knickte irgendwo der Schlauch ab und die Vorhaut wurde zu einem Ballon bis irgendwann das Wasser seinen Weg suchte oder es hat aus anderen Gründen nicht hingehauen. Da komm ich mir irgendwann zu blöd vor, wenn es doch laut Herstellern alles kein Problem ist und so wunderbar funktioniert. Dass so ein Beinbeutel mit 750 ml Inhalt aber auch schwer wird und man ihn einfach nicht sinnvoll festmachen kann, damit er nicht runterrutscht beim Laufen.... Manchmal frage ich mich, ob die Leute die Produkte überhaupt im Alltag testen, bevor sie es auf den Markt geben.

Aber dafür ist Selbsthilfe ja da, wie in diesem Verein. Selbsthilfe wäre ja nicht nötig, wenn normale Hilfe vorhanden wäre, was sie nun mal nicht ist. Hauptsache, alle haben dabei gut verdient.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #14 von matis » 05 Feb 2019 18:32


Du lieferst aber auch immer weiteren Zündstoff :-D
Ja, das mit nassen Bett trotz Schutz kenne ich auch. Auch das sprach zuletzt eher für Maxi als Super.
Jetzt könnte man plump sagen: „Weniger trinken“.
In der Tat gibt es tatsächlich Experten, die erklären, dass man bedenkenlos auf 1L / Tag reduzieren kann.
Ich würde dies als Folter empfinden.

Kondom-Urinal: Sie sind eine sinnvolle Alternative, eine gute Ergänzung der Hilfsmittelauswahl, für viele Männer bestimmt sogar besser geeignet als Vorlagen und Windeln.
Ich habe erst selbst vor kurzem ein Testmusterset geordert und mehrfach getestet.
Fehler im Set: Es waren nur 250ml Beutel dabei.
Das kann 1-2 mal gut gehen, aber auch mal direkt zu wenig sein, da größere Mengen aufm Mal nicht selten sind.
Auf die kleine Fläche gesehen ist der Beutel an sich leer nicht störend und nicht sichtbar. Voll jedoch nicht weniger störend und unangenehm, als das saugende Hilfsmittel am Po und dann asymmetrisch am Bein sichtbar. Der 250er war noch wenigstens relativ smart, wenn auch nicht reichend. Ein >=500ml Beutel kann optisch und gefühlt nicht besser sein auch auch "mal" noch zu klein sein.
Es ist also insbesondere für Männer geeignet, die auch mit den üblichen 4-Men-Produkten klar kämen.
Für mich jedoch am störensten ist das Gefühl auf der Eichel, das sogar leicht schmerzhaft werden konnte und die Reizungen vom Kleber oder Material, obwohl es Silikon statt Latex war.
Naja, kein Mensch ist gleich. Probieren geht hier nicht nur sprichwörtlich über studieren.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #15 von Regenmacher » 06 Feb 2019 13:18


Erfahrungen hab ich genug und nicht alle davon sind positiver Art. Daher auch der Zündstoff.

Ich denke, aus meiner Erfahrung, dass Kondomurinale nur für immobile Patienten geeignet sind bzw. für Leute, die sich wenig bewegen, zum Beispiel Rollstuhlfahrer. Eine vernünftige Beutelgröße fängt bei mir bei 750 ml oder einem Liter an. Aber das wiegt logischer Weise entsprechend und wenn man läuft, wird es durch die Schwerkraft noch schwerer. Also wandern die Beutel bei den meisten Haltesystemen einfach nach unten. Entweder diskonnektiert der Schlauch oder wenn du einen richtigen Katheter liegen hast, tut es einfach weh. Das vernünftigste Haltesystem hatte ich von einem Hersteller zur Verfügung gestellt bekommen. Das war eine Einbein-Hose mit entsprechendem Beutel. Allerdings war der Bauchgurt eine festgelegte Größe und war nicht verstellbar, so dass ich die Hose zusätzlich mit Sicherheitsnadeln an der Unterwäsche festgemacht habe, um den Zug nach unten zu kompensieren. Das war eine ganz schöne Fummelei, aber es hat wenigstens funktioniert.

Besser wäre es eigentlich, wenn es entsprechende Bodys gäbe, wo das Einbein für den Beutel schon fest an den Body genäht ist und der Beinling einfach per Klett oder Reissverschluss am Bein geschlossen werden kann. Dann tragen die Schultern das Gewicht vom Beinbeutel mit und das wäre eine sinnvolle Lastverteilung. Der Oberschenkel ist nun mal ein Kegel, der sich nach unten verjüngt und so rutscht praktisch jedes Produkt langsam abwärts. Für richtig mobile Leute, die viel laufen, ist es einfach unpraktisch. Dafür haben die Systeme in der Nacht den Vorteil, dass es ungehindert in den Beutel laufen kann.

Ich persönlich habe sehr gute Erfahrung mit den Silikon-Dauerkathetern von UROMED gemacht. Die sind wirklich sehr weich und man spürt sie fast gar nicht. Wenn da nicht die üblichen Probleme mit der Keimfreiheit wären, würde ich eventuell zumindest zeitweise diese Freiheit für meine Haut nutzen. Ich hatte sogar schon mal über einen suprapubischen Katheter nachgedacht, aber das ist mir wieder zu umständlich. Eigentlich müsste es ja möglich sein, ein geschlossenes System zu bauen, dass mit einer Oberfläche versehen ist, die Keimbesiedlung verhindert. Der Katheter ist so nur eine Notlösung, wenn die Haut mal wirklich ein Problem hat, was Gott sein Dank nur noch selten der Fall ist.

Aber wenn wir mal bei den Problemen mit der Krankenkasse sind, dann hab ich noch ein echtes Thema, dass mir echt sauer aufstößt. Die Zuzahlung ist ja an Grenzen gebunden. Aber dafür muss ich - wenn ich es rückwirkend erstattet haben will - die Belege sammeln und einreichen. Das ist etwas, das ich nicht verstehe, denn auf jedem Rezept steht drauf, wie viel Zuzahlung ich geleistet habe. Die Krankenkasse weiß also, wie viel Zuzahlungen ich bezahlt habe und ich frage mich, warum ich jeden Beleg nochmal zusätzlich einreichen muss. Da kommen allein 12 Rechnungen von den Monatslieferungen zusammen, dazu etliche Belege aus der Apotheke, die seit der neuen Datenschutzverordnung einfach keine Sammelbelege mehr macht. Dann noch Physio, Fusspflege, eventuell mal ein Krankenhausaufenthalt oder ein Transport mit dem Krankenwagen und schon hast du da gut 30 Belege oder mehr im Jahr, die dann zur Krankenkasse wandern, damit sie sehen, was sie sowieso schon wissen. Das finde ich seltsam und nervig.

Eigentlich weiß doch die Krankenkasse anhand der gezahlten Beiträge, wie hoch das Einkommen der Person ist und könnte die Belastungsgrenzen selbst ausrechnen und einfach den überschüssigen Betrag erstatten. Dann müsste man nur noch die Belege einreichen, die auf der Abrechnung der Krankenkasse nicht berücksichtigt wurden.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #16 von matis » 06 Feb 2019 19:52


Naja, dass bei den Krankenkassen vieles besser laufen könnte, ist ja bekannt. Gerade sowas wie Du ansprichst, kennt man ja aus vielen anderen Bereichen, wie z.B. "Bonusheft @ Zahnarzt" - auch hier wird jeder Arztbesuch mit der Krankenkasse abgerechnet, ist in deren System, also ließe sich vollautomatisch die nötige Statistik im Warenwirtschaftssystem der Krankenkasse erstellen und trotzdem soll mal ein lückenlos gefülltes Bonusheft zu denen schicken.^^
Genauso soll ich mich nochmal zu 2 Themen in der Klinik melden - zu unterschiedlichen Terminen - O-TON: >>Wenn wir zum Termin A Thema B gleich mitmachen würden, müssten Sie Behandlung B selbst bezahlen weil wir das der Krankenkasse nicht passend in berechnen können<<.
Ach ja, wo wären wir ohne bürokratischen Schwachsinn. :-P

Nochmal zu Kondomurinalen - jetzt muss ich mal so plump fragen: Warum eigentlich 750ml, wenn doch maximal 30 Minuten (10... 20...) zwischen Deinen Miktionen liegen, kann die jeweilige Menge doch noch nicht riesig sein und der Vorteil von dieser Art Hilfsmittel ist ja, den Beutel oft entleeren zu können (gut, geht auch nicht immer und überall^^). Bei mir ist ja das Problem, dass theoretisch neben den üblichen 150...350ml-Miktionen auch mal eine 500+ dabei sein könnte. Natürlich weiterhin außer Frage ist, dass selbst 500er für Unterwegs unpraktikabel sind. Coloplast wirbt gerade mit sportlichen Menschen - Radfahrern. Also wenn ich keine solchen Beschwerden damit an der Eichel hätte, könnte ich glatt auf die Idee kommen, einen längeren Schlauch am Fahrrad zu befestigen, ohne Beutel - Direktablass am Boden. :-x :-D
Gut, lassen wir das.

Nochmal zum eigentlichen Thema.
Da hab ich doch tatsächlich nochmal ein Probenpaket bekommen, nach meinen letzten Einwand.
Kurzer Refresh - was schrieb ich, was sagte ich MMM? "Tena Slip Super Medium unterschreitet inzwischen bei mir öfter die benötigte Hilfsmittelleistung (Saugfähigkeit, Rücknässung, Auslaufschutz). Was kann ich tun, um dieses oder ein vergleichbar starkes Hilfsmittel ohne extreme Aufzahlungen zu bekommen? Wie sähe so eine Prüfung der Lage dafür aus? Wieviel müsste ich derzeit bei Maxi drauflegen? Und welches Hilfsmittel bekäme ich schon heute ohne Aufzahlung?".
Nun, als Antwort bekam ich ein neues Probenpaket, sonst blieb alles unbeantwortet.
Obwohl es außer Frage stand, dass ich in allen Hilfsmitteln immer Größe 2 / M (Medium) benutze, bekam ich insbesondere bei den immer bekommenen Tena Muster in L. Interessant: Sowohl die passenden M und auch diese L in der Ausführung "Tena Slip Plus M". Eine Stufe schwächer statt stärker. Man könnte also meinen, man wollte die mangelde Saugleistung durch die größere Saugfläche ausgleichen, was im Schritt natürlich nie funktioniert und mir so zeigen, es geht auch mit 28 statt 33 Euro je Karton^^. Nein, natürlich totaler Quatsch. Die aufzahlungsfreie Variante war "Nona Slip Super".
Ich muss sagen, besser als erwartet, besser als in Erinnerung und dennoch weniger saugstark als Tena Slip Super M und sie hinterlies schon vor dem hier erwarteten Auslaufen bei noch recht kleiner >>Füllmenge<< ein extremes Nässegefühl.
Nebenbei bekam ich Seguna Pants. Hier wollte man wohl damit Punkten, dass man ein tatsächliches Luxus-Produkt (Pants) zu einem Tena-Slip-Preis bekommen kann. Ich könnte mir vorstellen, dass diese Rechnung bei vielen Kunden sogar als willkommen aufgeht. Mir ist dadurch natürlich nicht wirklich geholfen.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #17 von Regenmacher » 06 Feb 2019 20:01


Zu deiner Frage: wie schon erklärt, macht meine Blase, was sie will. Je nach Körperhaltung kommt auch mal eine größere Menge zusammen. Und ich habe eben nicht immer die Möglichkeit, den Beutel zu entleeren. Richtig problematisch wird es ja, wenn der Beutel voll ist und dann die Blase loslegt. Da hatte ich mal das Gefühl, dass mir die Vorhaut reisst. Das Kondom füllte sich, die Vorhaut wurde wie ein Ballon aufgespannt durch den rückstauenden Urin. Ein irrsinniger Schmerz, gegen den ich nichts tun konnte. Irgendwann löste sich dann unter dem Druck das Kondom und den Rest der Sauerrei muss ich nicht erklären.

Beim Dauerkatheter ist wenigstens die Blase noch ein Reservoir. Fühlt sich zwar auch seltsam an, aber geht noch halbwegs. Es ist eben nur eine Frage der Sicherheit und da hat bei mir die Windel gewonnen.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #18 von matis » 12 Feb 2019 20:20


Das ist schon einen Aufschrei wert.
Nachdem ich nochmal geschrieben habe, dass Tena Slip Super M oft nicht ausreichen, >>Plus<< und Vergleichbare also nicht ihren Zweck im ausreichenden Maße bzw. nicht das individuell nötige Mindestmaß erfüllen, gab
MMM mir erneut als Aufzahlungsfrei den einen bestimmten Inkoslip an:
Nona Comfort Slip plus, Medium
ABL-Wert gemäß DIN 13222: 474,0 g (Wert der zählt).
(von Auslaufen und Rücknässung unabhängige Saugleistung max gesamt <1L).

Nochmal darauf hingewiesen, dass es min. 2x pro Woche eine Einzelmiktion >500ml und min. 2x pro Woche je einen 4h-Abschnitt mit >900ml gibt...

Jemanden mit schwerer Inkontinenz mit Produkten für quasi mittlere Inkontinenz zu versorgen ist quasi gleich wie jemanden mit mittlerer Inkontinenz mit nichts oder einer einfachen Plastik-Tüte zu versorgen.

Es folgt ein Teil der Antwort, die ich bekam, ich zitiere:
>>Mehrkostenfreie Tena Slips erhalten bei uns Kunden, die eine medizinische Begründung, also z.B. Ekzeme, oder Allergien auf die anderen Produkte mit einem ausführlichen, ärztlichem Attest nachweisen können.
In diesen Fällen können wir eine Einzefallentscheidung anstoßen. Das [Kassenprodukt] ist nun mal Nona und da 70 % unserer Kunden damit gut oder sehr gut zurecht kommen, ist damit die ausreichende Versorgung erfüllt.<<

Gerade der letzte Satz ist doch glatt gelogen. Und weil 70% mit <= Grad 5/10 daherkommen und denen das Produkt für Grad 6/10 reicht, reicht es auch denen mit Grad 8...9... und 10/10?

Im freien (günstigsten Internet-) Handel kosten die Nona übrigens ab 10€ je 25er-Packung und Tena Slip Super 15€ je 28er-Packung, also fast das gleiche.
13€ je Karton Aufzahlung wären also noch verständlich, aber 33-36€?!?
Bei anderen Modellen oder Marken sogar noch mehr!

Ich wüsste jetzt nicht, wie ich um die >50€/Monat Aufzahlung/Monat für das wirklich nötige Hilsmittelmaß herum kommen sollte. Zumal die Arzthelferin, die vom Urologen als Hilsmittelbeauftragte bestimmt wurde, ins gleich Horn bläst wie Lieferanten, Krankenkassen usw. Ihre Schulung hat sie angeblich von denen bekommen, deswegen weiß sie ja so genau bescheid. ;-)

Meine Forderung an Politik & Co nochmals:
100% freie Wahl von Hilfsmittel und Lieferanten.
Aufzahlung und Zuzahlung in eine Zahlung vereinigen.
Diese prozentual veranschlagen, zB. 30% Eigenleistung (oder gestaffelt 60% bei leichter Inko, 20% bei schwerster), Rest GKV oder bei Befreiung alles von GKV.
Wer meint, ein 3€-Produkt zu brauchen, trägt diese Entscheidung finanziell mit.
Wer sein Premiumprodukt wo für 60ct /Stück auftut, zahlt <20ct Stück.
Wer 6x 10ct-Produkte nimmt, statt 3x 20ct Produkte (oder umgekehrt), zahlt dann auch nur weniger als jetzt Zuzahlung alleine.

Generell: Wenn eine Aufzahlung geleistet wird, muss die Zuzahlung dafür wegfallen! Genauso, wenn die Krankenkasse sich mit dem Auszahlen der Pauschale nur finanziell beteiligt.
Statt 16,66€ MINUS Zuzahlung wäre auch 25€ Pauschal und gut deutlich besser als der Zustand jetzt.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #19 von Regenmacher » 12 Feb 2019 20:24


Die typische Frechheit. Es wird einfach behauptet, dass es reicht und du hast den Spielball. Ich hab das ganz einfach gelöst. Mein Ansprechpartner ist die Versicherung. Also: Krankenkasse einschalten, Problem schildern und mitteilen, dass sich der Versorger weigert, dir ein passendes Produkt zu liefern. Die Kasse ist in der Pflicht. Deren Problem.
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #20 von matis » 14 Feb 2019 18:53


Ich hatte noch gestern ein E-Mail geschrieben, wo ich auch den Kern des Problems hinein gebracht habe und hatte heute auch gleich ein (eigentlich nettes) Gespräch mit meiner Sachbearbeiterin bei der Krankenkasse.
Sie klang bemüht bzw. auch, als habe sie sich bereits sehr bemüht.
Dennoch bekräftigte sie nochmal, dass eigentlch nichts anderes übrig bliebe, als die "für alle geeignete Windel" des jeweiligen Lieferanten zu nehmen und alles bessere / geeignetere als "Premium" zu sehen, was entsprechend viel Aufpreis kostet.
Dass 6 Nonas, wo ich keine Aufzahlung bezahlen würde auch der Krankenkasse teurer kommen können, als 3-4 Tenas bzw. 16,66 Euro, das ließ sie stets unkommentiert. Toll was? Für Schrott würde die Krankenkasse auch 50 Euro geben - für gutes max. 17 Euro?!?

Weiter führte sie aus:
Wenn das Standardmodell tatsächlich aus medizinischer Sicht nicht reichen würde, müsste man eine komplexe medizinische Prüfung vom medizinischen Dienst in Gang setzen, wo u.U. wieder rauskommt, dass dieser "Standard" reicht.

Sie glaubt aber auch, dass es noch bessere Lieferanten für mich gäbe, wo man vielleicht was Besseres bieten könnte. Sie habe morgen nochmal Gespräche mit div. höheren Leuten bei Lieferanten, danach will sie mir mal weitere nennen, an die ich mich wenden kann. Man habe inzwischen viele Vertragspartner - vorbei sei die Zeit, wo man Ausschreibungen machte und nur einen pro Region hatte.

Als ich ihr sagte, dass die Lieferanten auch nicht selbst draufzahlen werden, wenn sie nur ihren Standardsatz bekommen, aber normalpreisige Inko-Ware für diesen Stärkegrad abgeben müssten und somit von mir oder der Krankenkasse mehr Geld fordern würden, bekräftigte sie dann nochmals, dass sie es sein kann, nur dass sie es von der Krankenkasse nicht bekommen werden, da bleibt es bei der kleinen Pauschale.


Hier nochmal der Irrwitz für alle:
Wenn 3x Nona am Tage nicht reichen, könnte ich ja einfach mehr davon nehmen, bis zu 6 wären machbar - SO NEHMEN DIE FÄLSCHLICH AN.
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Saugleistung (ISO): 1650 ml Art.-Nr.: AG10404 PZN: 12538182 Hüftumfang: 75 - 100 cm Der NONA Classic Slip plus ist ein geschlossenes System für mittlere bis schwerste Inkontinenz und...
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TENA Slip Super M, 28 Stück
14,65 €


Nehmen wir mal nicht 6, wo man auch ein OK vom Arzt bräuchte, sondern nur 5 Stück / Tag an, die man problemlos bekommen kann (obwohl es selbst mit 5 von denen bei mir nicht ginge, weil sie bei einer Einnässung bereits auslaufen können, weil sie für speziell meine Symptomatik zu schwach sind).
Wir wären bei 150 Stück im Monat und das wären demnach 6 Pakete á 10,24 Euro und das wären zusammen dann montaliche Kosten von 61,44 Euro.

Jetzt gehen wir zu Tena Slip Super Medium, ok, auch noch was schwach, grenzwertig, aber deutlich besser bzw. brauchbarer als diese Nona Variante. Gehen wir hier nicht von 3 Stück aus, sondern pro-Nona von 4 Stück, obwohl ich mit 3 Tenas schon besser versorgt wäre, als mit 6 Nonas. Es wären 120 Stück im Monat. 4,286 Pakete pro Monat, 62,79 Euro im Monat.

Also die Tenas kostet pro Monat 1,35 Euro mehr!!!
Natürlich wäre ich bereit, auch 2 Euro im Monat draufzulegen.
Aber wie kommt man dann auf mehr als 40 Euro Aufzahlung, was die Lieferanten verlangen.
Ok, sie sagen, die kosten halt so viel und die Krankenkasse zahlt ja quasi nichts.

Dann muss ich fragen, warum zahlt die Krankenkasse 60 Euro für Schrott, aber nur 16,66 für brauchbare Hilfsmittel?
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matis
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