Schwere Stuhlinkontinenz bei meinem Pflegefall

Pflegefall, was jetzt???
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hallo Elisabeth

Beitrag #11 von klaro (+16.05.2008) » 16 Jul 2006 17:16


Hallo Elisabeth

Und? Wie ergeht es dir mit deinem Schwiegerpapa? Konnte der Arzt was weiterhelfen mit Rat oder Entlastung?
Allgemein bin ich auch sehr für die Pflege zu Hause, wobei man „ selber aber nicht drauf gehen darf“.

Deine Situation ist in der Tat nicht einfach. Habe nun lange überlegt, da meine Beiträge und meine Meinung, etwa mal auf Widerstand treffen. Dennoch paar Worte an dich zu richten.

Es ist schwierig zu formulieren. Dass ihr den „Papa“ aus dem Pflegeheim geholt habt, ist ja allerhand ne tolle Leistung. Oft wird jedoch dann der Zeit und Kraft aufwand, den man damit sich selber aufbürdet , enormst unterschätzt. Wie du schreibst, sei dies dem Heim selber, binnen 13 Jahre, erst zum 2 .mal widerfahren. Eigentlich traurig und DOCH sehr verständlich!¨!

Jürgen,(papa) hat in der Beziehung einen Tipp gegeben, dass seine Stuhlinko, eine RE-Aktion ( oder innere Re-Bellion) auf die Entwurzelung seines „Zu Hauses“ ist. (anderes formuliert). Wobei dies NIE auf euch zurückzuführen ist. Da muss differenziert werden. Also keine Schuldzuweisungen.

Wieso er in der Dialyse Station, NICHT mit der Stuhl inko zu kämpfen hat, kann auch damit umschrieben werden, dass dies ein „Teil seines Zu Hauses“ ist. So komisch dies auch klingen mag. Aber wenn er seit 7 Jahren, 3 mal Wöchentlich beinah einen halben Tag dort verbringt, kennt er die Umgebung, die Leut, es ist „ihm Vertraut“der Tagesablauf ist vertraut.etc

Euer Aufgeben eurer Super Wohnung, war so gut gemeint. Obs nun effektiv das Richtige war?? Kann und will ich nichts dazu sagen.

Oft denken wir Jüngeren aus einem anderen Blickwinkel. Aber somit, bestimmen wir über die ältere Generation und sie können sich oft, nicht mal mehr dazu äussern. Werden also nicht mal mehr gefragt, es wird über sie „bestimmt“.

Dies aber auch nur, wie ich es darlege.

Der Tipp von Helmut vom Pflegeoverall, ist „theoretisch „ gut. Aber du schreibst ja selber, dass dies nicht ginge. Und von Gewalt anwenden, reden wir hier nicht.

Wie wäre es denn, wenn du selber, so was kreieren würdest, resp.nähen?

Aus“seinen“ Kleidern, Nachtanzügen und wenn er keine hat, eben aus Unterhosen und Kurzarmhemd? Dies ne Art zusammennähen, dann hinten mit Reissverschluss(kleine Druckknöpfe) oder so versehen? Oft gibt’s so Varianten, die machbar sind. Klar braucht auch das wiederum Zeit und Erfindungsgeist. Mindestens wäre er so mit „seinen Kleidern“gekleidet. ( ist sehr wichtig, dass es ihm vertraut ist).

Andersrum gibt’s die Möglichkeit, die Inkoslips, verkehrtrum anzuziehen, sodass die Klebestreifen mehr auf die Hintenseite fallen und somit schwieriger sind, zu erreichen.
(nötigenfalls mit einem Klebestreifen zusätzlich fixieren)
Sind bisschen „gemeine „ Tricks. Ist mir bewusst. Die Patienten, die die Inkolips los werden wollen, kriegen sie auf fast jede mögliche Art weg. Dies ist mir bekannt.

Damit ist aber die Stuhlinko noch nicht behoben. Aber die Frage liegt schon im Raum, WIE ertragt IHR das, auf Zeit hinaus. Wie wird eurem Vater geholfen und wie euch. Eure Entlastung scheint mir ebenfalls ein sehr wichtiger Faktor zu sein. Ebenfalls die Frage, ob euer Vater das „entwurzeln“ aus dem Heim, einfach so…verkraften kann. Für demente Patienten ist eine gewohnte Umgebung von massiv grosser Wichtigkeit. Diese wurde ihm aber genommen. Mit guter Absicht zwar, aber dennoch zum drüber nachdenken wert.


Elisabeth, denk dran, du und dein Mann, seid es auch wert, dass es euch beiden gut geht. Oft gilt es, die eigenen Grenzen zu sehen, dazu zu stehen, und halt zu machen.

Die Frage, ob alles vergebens war, solltest du dir so nicht stellen. Kein Versuch, kein Weg, ist vergebens. Die Frage ist, was dann daraus wird , wie es sich entwickelt oder wie man es gestaltet. Auch wenn’s mal gegen den vorgesehenen Weg geht.

Ich send den Beitrag mal weg, hoffe meine Ergänzungen sind nicht lästig klaro
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klaro (+16.05.2008)
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Beitrag #12 von Elisabeth » 17 Jul 2006 00:42


Liebe Klaro,

vielen Dank für Deinen ausführlichen Beitrag und die wertvollen Tips, speziell mit den Windeln, habe mir schon den Kopf zerbrochen, wie man sie besser fixieren könnte, auf die "Hinterseite" bin ich noch gar nicht gekommen.
Nun ist aber in den letzten Tagen und Nächten schon wieder so viel Neues passiert, daß wir das alles selbst kaum glauben können (werde wahrscheinlich keine Kurzfassung hinkriegen):

Dank einer opiumhaltigen Mixtur waren die Stuhlgänge nicht mehr ganz so zahlreich, zogen sich aber immer noch durch die Nacht. Irgendwann fiel mir halt auf, daß sein wirklich guter Appetit nachließ, obwohl sonst ein sehr guter Esser, bis zu 4 normal große Mahlzeiten täglich, auch ausreichend getrunken, vor jedem Einkauf Extrawünsche auf Besonderes, das wir nicht ständig vorrätig haben, ist ihm alles gekauft worden.

Manchmal behauptete er schon morgens, er sei satt, noch bevor er einen Bissen Brot gegessen hatte, trank auch keinen Tee mehr, nur noch sein Mineralwasser, dabei knurrte sein Magen unüberhörbar. Jedenfalls hat er immer öfter die Mahlzeiten richtig verweigert, wurde immer müder, fiel zwischendurch an zwei Tagen in einen regelrechten Tiefschlaf, 1 x 18 Std., nächsten Tag 16 Std., nichts konnte ihn aufwecken. Während der ganzen Zeit auch nicht wg. Stuhlgang wach geworden. Irgendwie schien alles völlig durcheinander zu sein, dann war er plötzlich stark verwirrt (erstmalig), zeitlich völlig desorientiert, zeigte erstmalig sogenannte demente Anzeichen, ließ sich bei aggressivem Verhalten nicht mehr leicht beruhigen (auch erstmalig), am nächsten Tag wieder alles ganz normal, dann kam nach Stuhlprobe die Diagnose "akute Darminfektion", Antibiotikabehandlung begonnen, ab dem gleichen Tag sollte die Dosis vom Parkinsonmedikament verdoppelt werden.

Habe ihm dann morgens, wo er wieder ganz "der Alte" war, die Infektion + Antibiotikatherapie erklärt. Konnte sehen, daß er alles verstand, er war wieder lieb, nett, freundlich wie in der ersten Zeit bei uns. Dann wollte er auf einmal unter Tränen wissen, warum ich manchmal so ernst oder auch böse mit ihm sprechen würde, er täte doch keinem etwas. Gemeint waren seine plötzlichen Wutausbrüche, die ich sonst kommentarlos überhört habe, da rein, da raus. Dann sagte mir eine Bekannte, die mit Dementen arbeitet, ich solle mit ihm in der gleichen Sprache sprchen wie er mit mir und dabei ihm fest in die Augen sehen. Hatte ich schon vor zwei Wochen mal wieder ausprobieren müssen, hatte super geholfen. Jedenfalls hatte er Mittwochabend mal wieder so einen "Anfall" gehabt, der nach ein paar Worten von mir sofort vorbei war. Wie schön, schont die Nerven! Dann flossen bei ihm wieder die Tränen, er wünschte sich, daß wir uns alle wieder so gut verstehen würden, wie in den ersten Monaten, die er bei uns war, wir hätten uns doch so gut verstanden, und das Essen, das ich immer so schön appetitlich dekoriere mit frischem Gemüse, Käsehäppchen usw., es möge alles wieder so werden wie bisher. Beruhigte ihn, wir seien nicht böse, aber er könne sich halt nicht alles erlauben, machen wir ja auch nicht.

Er schien wieder glücklich, mittags überkam ihn ein Heißhunger, er bat zum ersten Mal seit ca. 1 Woche um ein normales Essen, hatte Hunger auf Fleisch, Kartoffeln, Gemüse + aß zwar diesmal nicht die ganze Portion, aber immerhin doch gut die Hälfte und ich war sehr erleichtert. Habe sofort meinen Mann bei der Arbeit angerufen und wir atmeten glücklich auf. Habe noch vergessen zu erwähnen, daß der Vater ebenfalls seit einer Woche immer wieder mal zwischendurch die komplette Medikamenteneinnahme verweigerte, war nichts zu machen + das ausgerechnet, wo doch das Antibiotikum schon sichtbar anfing zu wirken. Es wurde dann auch schon mal eine Pille wieder ausgespuckt. Na, jedenfalls hatte ich in Gedanken schon einen großen Haken hinter den Albtraum der letzten zwei Wochen gemacht. Dieser für uns alle drei schöne Tag war Donnerstag.

Der Freitag verlief auch normal, abends zurück von Dialyse, hatte mal wieder mittags einen Sonderwunsch für das Abendessen gehabt, konnte ich ihm nicht erfüllen und hätte ich auch nicht getan, gehe inzwischen nur noch samstags einkaufen, was nicht da ist, besorge ich schon lange nicht mehr zwischendurch, da muß er eben warten. Wir sind ohnehin schon recht reichhaltig mit den verschiedensten Lebensmitteln und großen Vorräten ausgestattet. Aber es widerstrebt mir doch sehr, Essen wegzuwerfen, da er meistens nach einmal probieren von etwas schon wieder genug hat.

Jedenfalls aß er zu Abend eine warme Mahlzeit mit großem Appetit, wollte ins Bett und wir freuten uns, bereits einen zweiten halbwegs normalen Tag gehabt zu haben, auch nachts klingelte er nicht mehr ganz so oft. Welche eine Erholung.

Am Freitagabend ging es dann aber erst so richtig los. Trotz der üblichen Schwäche nach der Dialyse, Abendessen und gewünschter Schlaftablette wurde er plötzlich eine Stunde nach dem Einschlafen wieder wach, sprach zum ersten Mal seit wir ihn überhaupt kennen, völlig wirr und die Sprache wurde immer unverständlicher. Ich möchte betonen, daß er bis dahin nie einen senilen oder dementen Eindruck gemacht hatte, ganz im Gegenteil, recht wach und intelligent, bis halt auf die üblichen kleinen Vergeßlichkeiten, die bei einem 80-jährigen ja normal sind. Habe beruhigend auf ihn eingesprochen (hoffe, das war richtig, da ich mit einem solchen Verhalten noch nie konfrontiert wurde). Schlief dann wieder ein, 1 Std. später wieder wach, unruhig, genau wie vorher, dann wieder Schlaf, 1 Std. später hörten wir Krach, da hatte er sein Tablett mit Wasserbecher usw. vom Nachttisch geworfen, aufgewischt, er wieder eingeschlafen, Stunde später zweite Schlaftablette verlangt (widerstrebend ausnahmsweise gegeben, da er so geschwächt war und wir ihm wünschten, sich gesund zu schlafen), wieder eine Stunde später Wasser runtergeworfen, äußern konnte er sich gar nicht mehr, ich konnte nur noch abfragen und auf ein Ja oder Nein hoffen, steckte sich auf einmal die Notrufklingel in den Mund, dann schlief er sofort wieder fest ein und so ging es die ganze Nacht weiter, jede Stunde wach, einmal war er plötzlich so kräftig, daß er allein aufgestanden war, einmal so schwach, konnte noch nicht mal mit Hilfe stehen, die Beine knickten weg. Wir zogen es vor, erst gar nicht schlafen zu gehen.

Die Überlegung, ihn in ein Krankenhaus noch in der Nacht zu bringen, haben wir dann beiseite geschoben, weil jeder Transport für ihn eine Quälerei ist und sich sein Körper wohl nur noch den Schlaf holen wollte. Habe mich irgendwann hingelegt, mein Mann übernahm eine Nachtwache bis morgens. In der Nacht hatte der Vater noch erbrochen, aber nur Schleim. Als ich dann morgens um 06:00 h wach wurde, habe ich erst einmal meinen Mann "ins Bett geschickt", da ich ohnehin Frühaufsteherin bin. Der Vater war ziemlich genau auch um 06:00 h in einen Tiefschlaf gefallen, habe stündlich nach ihm gesehen, er schlief tief und fest bis gestern Mittag.

Nicht mehr ganz so verwirrt, konnte wieder etwas besser sprechen, irgendwann war er bereit, eine halbe Banane zu essen und obwohl er sonst immer Durst hat, wollte er nicht mehr als einen Schluck zwischendurch. Ging ihm bis nachmittags ein klein wenig besser, aber war doch noch besorgniserregend, so daß wir ihm dann das Krankenhaus vorschlugen. Er ist übrigens gerne in Krankenhäusern, auch wenn es verrückt klingt, scheint für ihn ein willkommener Tapetenwechsel zu sein, muß noch erklären, daß er immer schon sehr sprunghaft war und ständig Abwechslung braucht. Da war im Pflegeheim natürlich gar nichts für ihn an Abwechslung, bei uns zuhause hatte er sich schnell sichtbar erholt, zugenommen, irgendwann im Frühjahr konnte er sogar wieder allein laufen!!!!!!! Er sah ein, daß er jetzt in diesem Zustand von uns nicht mehr optimal betreut werden konnte und wir konnten auch diese Verantwortung nicht mehr tragen. Es war mir nämlich auch gestern nicht möglich, ihm seine wichtigen Medikamente zu geben, 10-14 verschiedeneTabletten 4 x täglich kriegt ja niemand mit nur einem Schluck Wasser herunter. Das mit dem Krankenhaus war für ihn in Ordnung, da hatte ihm im Juni bei seinem letzten Aufenthalt dort das Essen auch sehr gut geschmeckt, wie er immer wieder betonte.

Nun ja, der Krankenwagen ließ dann nochmals zwei Stunden auf sich warten, die Sanis kamen mit der Trage, ich stand zwecks Begleitung schon startklar mit der gepackten Tasche da, mein Mann zeigte den Sanis Vaters Zimmer und - ob Ihr es glaubt oder nicht - plötzlich keine Verwirrtheit, keine unverständliche Sprache mehr. Wir wurden auf das Übelste in völlig klaren Worten beschimpft (von wegen "die wollen mich loswerden" usw.). Zwei der Sanitäter hatten ihn mal im November gesehen, sie erinnerten sich, daß sie mich da wegen eines eingeklemmten Nervs im Rücken in ein Krankenhaus gebracht hatten. Das war nach unserem Umzug und kurz nach dem Einzug des Schwiegervaters, hatte mich wohl verhoben, da noch etwas ungeübt.

Jedenfalls brachten sie ins KKH, ich fuhr hinterher und konnte kaum glauben, was ich da gerade erlebt hatte. In der Notaufnahme schilderte ich seine Beschwerden, Krankheiten, und speziell die letzten Tage/Nächte. Die arme Ärztin hatte Mühe mich zu verstehen, da auch hier wieder eine wundersame Wandlung stattfand, Schwiegervater beschimpfte mich in ihrem Beisein lautstark, obwohl er in der Nacht noch nicht mal mehr Worte formen konnte, es waren nur leise, krächzende Laute. Sie fand ihn auch auf den ersten Blick recht ausgetrocknet, auf die Frage, warum er denn nichts mehr essen/trinken wolle, Antwort, kein Hunger, warum kein Hunger, "die kann doch nicht kochen" und so weiter und so fort.

Ihre erste Vermutung war halt Austrocknung oder auch nach EKG Verdacht auf Schlaganfall. Sie schlug ntsprechende Maßnahmen für die Ernährung und Medikamentengabe intravenös vor, ich fuhr erleichtert nach Hause + dachte nur noch an den möglichen Schlaganfall, daß ihm nun kompetent geholfen werden konnte und wir hoffentlich alles richtig gemacht hatten.

Heute morgen kam der nächste "Schock" für meinen Mann und mich. Habe versucht, im Krankenhaus eine gesicherte Diagnose zu erfahren, war leider gerade kein Arzt da. War aber auch nicht mehr nötig, denn ich erfuhr von der Schwester, daß sich mein Schwiegervater völlig normal benimmt, keinerlei Verwirrtheit, erst recht nicht die geringste Sprachstörung und nun kommt der Hammer, er ißt und trinkt ganz allein und ohne Hilfe ganz normales Essen mit allergrößtem Appetit!!!!!!!!!!!!!!!! Nichts Intravenöses notwendig gewesen, da sitzt oder liegt heute ein völlig "gesunder" Mann dort im Bett, wo sich jemand, der sich mit den Besonderheiten alter Menschen nicht auskennt, wohl nur wundern würde, warum er überhaupt dorthin gebracht worden ist.

Werde mich noch einmal melden, jetzt aber versuchen, Schlaf nachzuholen,
Viele Grüße,
Elisabeth
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Beitrag #13 von Elisabeth » 17 Jul 2006 02:27


Liebe Forums-Mitglieder,

wie Ihr unschwer an der Uhrzeit erkennen könnt, ist mein Schlafrhythmus nun völlig durcheinander gekommen. Wünsche mir seit gestern Abend nur noch, einmal ausschlafen zu können bzw. abends früh schlafen zu gehen, aber meine innere Uhr tickt anscheinend mittlerweile nach der Uhr des Schwiegervaters, der nun schon die zweite Nacht außer Haus ist. Trotzdem kann ich nicht wirklich aufatmen und einfach mal um zehn ins Bett gehen und acht Stunden schlafen.

Möchte noch für Klaro etwas zum besseren Verständnis loswerden:
Deine Aussagen haben mir sehr geholfen und mich auch sehr zum Nachdenken gebracht. Das mit dem Herausholen aus dem Pflegeheim haben wir aber erst überlegt, nachdem der Schwiegervater bei den täglichen Besuchen meines Mannes immer öfter geweint und geklagt hat, er wolle da heraus. Es war also gar nicht unsere Idee, sonst hätte ich Klaro sofort zustimmen können bezüglich der Entwurzelung, dement war er auch noch nicht und ist es wohl auch heute noch nicht.

Aber trotz allem ist er meiner Meinung nach eher ein Fall für die Psychiatrie, auch wenn das jetzt sehr hart klingen mag. Eine entsetzliche Kriegsverletzung (für jeden sichtbar) hat ihn nun einmal verändert. Die einen sind damit fertig geworden, die anderen nicht. Unser "Pflegekind" überhaupt nicht. Jedes Jahr erinnert er sich an das Datum, als es passierte, beinahe begeht er diesen Tag wie einen Feiertag, aber von seinem Geburtstag will er überhaupt nichts wissen, noch nicht einmal zu seinem 80. Geburtstag durfte ich ihm gratulieren (sofort aggressiv). Daß mein Mann ein anderes Verhältnis zu ihm hat (obwohl es der Stiefvater ist), ist völlig klar. Mir gelingt es da schon eher, auf Distanz zu gehen, zumal unser Kontakt vor dem Pflegeheim auch nicht besonders intensiv war. Der Schwiegervater mag grundsätzlich keinen Besuch und auch keine Fremden in seiner Wohnung. So waren meine Besuche bei den Schwiegereltern auch nicht besonders zahlreich, da von ihm nicht gewünscht.

Jetzt fragt sich sicher manch einer unter Euch, warum ich dennoch bereit war, mich um einen solchen Schwiegervater zu kümmern. Eben jene Distanz, dachte ich, läßt mich leichter damit umgehen. Und dieser Meinung bin ich auch heute noch. Denn eben, weil ich nicht bei ihm aufgewachsen bin, sondern ihn als erwachsene Frau erst kennengelernt habe, sehe ich doch so manches, was mein Mann durch seine Vater-Sohn-Beziehung gar nicht sehen kann.

Auch erlebe ich ihn nunmehr seit acht Monaten Tag und Nacht als seine Betreuungsperson Nummer eins, die aber keine besonderen Gefühle für ihn hat. Da ist Sympathie, wenn er sich "normal" benimmt. Bei Aggressionen gegen mich zeige ich ihm seine Grenzen auf nach dem Motto "mit mir nicht", ich bin weder seine Ehefrau, noch sein Sohn.

Aber immer öfter kommt der Punkt, wo ich nicht weiter weiß. Da ist zum Beispiel die Verwirrtheit/Schwäche/unverständliche Sprache von Freitagnacht. Mehr als einmal mußte ich feststellen, daß dieser psychisch sehr kranke Mensch auch ein hervorragender Schauspieler sein kann, nur um Macht über andere Menschen auszuüben. Da ich es leichter durchschauen kann als mein Mann, gehe ich entsprechend damit um, wenn ich tagsüber mit ihm allein bin.

Habe auch schon versucht, meinem Mann hier und da die Augen zu öffnen, was mir auch zunächst gelungen war, aber am nächsten Tag kommt bei meinem Mann nur noch das Mitleid durch. Natürlich auch die Liebe zu dem Stiefvater, der ihn aufgrund seiner psychischen Krankheit (ausgelöst durch die Kriegsverletzung) gewiß nicht immer gut behandelt hat. Aber dennoch wie ein richtiger Vater ihn großgezogen hat und immer für ihn da war. Mein Mann befindet sich diesbezüglich wohl in einer Art Haß-Liebe. Obenan steht für ihn auch immer der Gedanke, dem Stiefvater wenigstens noch die letzten Jahre oder auch Monate so angenehm wie möglich zu machen, was ich ihm hoch anrechne. Jeder Mensch neigt zum Verdrängen von schmerzhaften Erlebnissen und der Gedanke, daß die Tage dieses "Familientyrannen" ohnehin gezählt sind, steht obenan. Mein Mann hat seinen "richtigen" Vater nie kennengelernt, weil dieser nichts von ihm wissen wollte. Umso größer war die Zuneigung zu einem "Fremden", der immer für ihn da war.

Und falls sich jemand fragt, wo denn die Schwiegermutter ist: Für sie haben wir eine Wohnung ganz in der Nähe gesucht, damit sie ihren Mann ab und zu besuchen kann, wobei sie froh ist "ihn los zu sein" (nach ihren eigenen Worten). Nur er selbst wünscht sich nichts sehnlicher als in den ursprünglichen Zustand zurück zu verfallen: Die Schwiegermutter soll nun auch noch bei ihr sein, denn sie fehlt ihm als Prellbrock, der sie vierzig Jahre lang war. Das bedeutet im Klartext: Er möchte, daß auch sie hier einzieht. Seit wir ihm klar gemacht haben, daß dies nicht möglich ist (weil wir es auch nicht wollen/können), möchte er bei ihr einziehen. Das will sie aber nicht. Zur Zeit "weilt" sie im Urlaub. Ihren Mann konnte sie aus "gesundheitlichen" Gründen von Anfang an nicht pflegen, sie hat es nicht einmal vesuchtl

Und nun sage ich zum zweiten Mal "Gute Nacht",
Viele Grüße,
Elisabeth
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Beitrag #14 von welute » 26 Jul 2006 14:45


Liebe Elisabeth,

durch Krankheit/Urlaub habe ich erst jetzt Deine Beiträge gelesen.

Das Verhältnis Deines Mannes zu seinem Vater kann ich irgendwie verstehen.

Auch wir haben unser Haus nach Platz für meinen VAter ausgesucht. Und sind nicht immer glücklich über diesen Umstand. Zwischen meinem 17. und 33. Lebensjahr hatte ich aus verschiedenen Gründen keinen Kontakt zu ihm.

Trotzdem habe ich ihn aufgenommen. (Er ist mehr oder weniger gesund und selbstständig)

Freunde von mr haben ihre Mutter nach einer Hüft-OP zu sich genommen:

Wenn sie zu Hause sind, sitzt die alte Dame im Rollstuhl und geht nicht mal alleine aufs Klo. Wenn der Sohn nicht schnell genug springt, geht es daneben, auf den Teppich oder sonst wohin. Sie kann dann eigentlich nichts alleine.

Jetzt im Sommer haben sie viel Arbeit. Und wenn sie nicht zu Hause sind, geht auf einmal wieder fast alles. Auch der Kühlschrank leert sich nicht von alleine, oder?
Auch sie sagt, meine Freundin könne nicht kochen, dabei verdient sie damit, mit großem Erfolg, ihr Geld.

Ja - ich denke, dass alte Leute gerne schauspielen. Vielleicht nicht bewusst.

Das Leben frustriert sie. Diesen Ärger lassen sie an dem Pflegenden der Familie aus! Im Krankenhaus oder bei Fremden bemühen sie sich wieder, wie sie es ja ein Leben lang gelernt haben.

Nach außen sind sie die armen lieben Alten, aber zu Haus ...

Vielleicht kommen die Demenzschübe auch gerade weil sie sich zu Hause hängen lassen.

Letzte Woche war mein Vater kurz zeitdesorientiert. Der Arzt sagte, es sei sehr, sehr wichtig, dass er viel trinkt (und natürlich die Medi´s nimmt).

Dein Schwiegervater verweigert aus Trotz Essen und Trinken, damit auch die Medi´s und dann geht es ihm wirklich schlechter - bis zur Desorientation.

Wie ihr aus dem Teufelskreis rauskommt weiss ich leider auch nicht.

Hat er eine Pflegestufe, bekommt ihr Hilfe?

Vieleicht sollte er mal in der Geriatrie gezielt, auch wegen der Psysche, untersucht werden.

Auf jedenfall wünsche ich Euch ganz viel Kraft und den Mut loszulassen, wenn es nicht mehr geht.

Liebe Grüße

Elisabeth
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Beitrag #15 von Elisabeth » 15 Aug 2006 00:42


Liebe welute,

vielen Dank für Deinen Beitrag, der mir seinerzeit noch sehr geholfen hat.
Mein Schwiegervater ist eine Woche später verstorben, wir haben ihn am Mittwoch beerdigt.
Unser Eindruck - nach vielen Gesprächen in den letzten Tagen - ist, daß er nicht mehr wollte und wohl auch nicht mehr konnte. Die Dialyse hat ihn jedesmal mehr geschwächt, aber ihm fehlte wohl der Mut, die Dialyse zu verweigern. So hat er es eben anders versucht, zuletzt starb er an Organversagen. Rasend schnell ging alles, bin immer noch fassungslos. - Er starb allein und im Krankenhaus, genau das wollten wir ihm ersparen. Als der Anruf aus dem Krankenhaus kam, es stehe sehr ernst um ihn, sind wir sofort losgefahren, dennoch kamen wir nur um Minuten zu spät. -
Und nun zieht die Schwiegermutter hier ein. Sie behauptet, es sei der innige Wunsch des Schwiegervaters gewesen. Mein Mann läuft schon wieder über vor Mitleid, weil er verständlicherweise jetzt nicht auch noch die Mutter allein lassen will. -
Ich selbst bin jetzt am Ende, mir geht es gesundheitlich dermaßen schlecht, ich merke erst jetzt, wo ich ein wenig zur Ruhe komme, wie anstrengend das alles für mich war. - Und der Gedanke, jetzt auch noch diese Schwiegermutter zu pflegen, läßt mich nun wirklich nicht zur Ruhe kommen. - Sie sieht aus wie das blühende Leben - wenn hier einer ein Pflegefall ist, dann eher ich selbst.

Möchte am liebsten alles hinschmeißen, Mann, Haus, mir ist im Moment wirklich alles egal, zumal diese Frau auch heute aktuell immer noch gegen mich ist, so wie sie gegen alle meine Vorgängerinnen war. --- Das bilde ich mir nicht ein, sie hat es hier und da anderen gegenüber schon ausgesprochen. ---
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mein Mitgefühl

Beitrag #16 von klaro (+16.05.2008) » 15 Aug 2006 07:14


hallo Elisabeth

möchte dir mein innigstes Mitgefühl aussprechen, im Hinschied deines Schwiegervaters. Es ist schon so, dass Alter Und Dyalise, ne Riesentrotur ist.

Ob nun dein Mann, seine Mutter auch noch zu euch holen muss, scheint so ne Art "Natuzgesetzt " zu sein. mal milde ausgedrückt.

Dass die Schweigermutter, auch gegen dich ist, kann ich bestens nachvorllziehen. Kenne das auch. Nie war man gut genug, nie tat man was recht und nun? Sollte sie noch im Haus zwischen euch sein und du dich noch um sie kümmern?

Stell doch mal deinen Mann zur Rede, obs ihm eigentlich bewusst, ist, wie "kaputt" du derzeit bist, wie extrem dich die Sache mit dem Schwiegervater emotional, körperlich und alles hingenommen hat.

Sag ihm mal, dass es sogar draufankommen kann, dass du zum "Pflegefall" wirst, oder eure Ehe... am Ende drauf geht.

Erhol dich erst mal, verusch mindestens, dass er die Sache mit seiner Mutter nicht von heute auf Morgen vollbringt.

WEnn ihr beiden wieder einige Zeit haben könntet, für euch, er würd auch merken, wie "heilend" dies auf eine Ehe und Beziehung wirkt.

An diesr Stellte wünsch ich dir sehr viel Kraft. klaro :roll:
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klaro (+16.05.2008)
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Beitrag #17 von welute » 15 Aug 2006 14:25


Liebe Elisabeth,

auch mein Beileid.

Aber ich denke, Dein Schwiegervater wollte sterben. Er ist erlöst. Und er hat sich so bemüht ins Krankenhaus zu kommen, dass er wahrscheinlich auch alleine sterben wollte. Auch Menschen, die im Sterben liegen haben da noch Einfluss. Das weiss ich aus eigener Erfahrung.

Mit welcher Begründung will Dein Mann seine Mutter aufnehmen? Sie hat Euch nicht bei der Pflege geholfen, sie ist nicht pflegebedürftig und sie hat eine eigene Wohnung!

Kann Dir Dein Mann einen überzeugenden Grund nennen?

Auch ich habe meinen Vater bei mir. Und ich weiss wovon ich spreche, obwohl er nicht pflegebedürftig sondern "nur" betreuungsbedürftig ist.

Mache Deinem Mann klar, dass Du zur Zeit keine Kraft für einen Dritten hast. Es ist an der Zeit, einen gemeinsamen Urlaub zu machen. Du musst unbedingt zur Ruhe kommen.

Erst dann solltet Ihr GEMEINSAM ! eine Entscheidung treffen.

Du bist die Hauptbetroffene - Dein Mann ist die meiste Zeit ausser Haus.

Wenn Du jetzt um der Harmonie willen nichts sagst, ist es zu spät.

Es ist nicht schlimm, nicht kalt, nicht egoistig wenn Du eine Pause einforderst.

Und Dein Mann muss seiner Mutter natürlich klarmachen, wenn sie einmal zu Euch kommt, ist Sie immer ein Gast.

Er muss ihr und auch Dir klarmachen, dass Du in seinem Leben die wichtigste Rolle spielst. Sonst kann das alles sowieso nicht funktionieren.

Jetzt wünsche ich Dir erstmal ganz viel Ruhe und Frieden und die nötige Kraft um Dich mit in so wichtige Einscheidungen mit einzubringen.

Ganz liebe Grüsse
Elisabeth
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Beitrag #18 von Elisabeth » 09 Sep 2006 23:48


Liebe Klaro, liebe Welute,

vielen Dank für Eure verständnisvollen Worte und Euer Mitgefühl.


Der Grund, daß ich mich erst heute wieder melde:

Der Nervenkrieg hier nimmt kein Ende. In der letzten Zeit war ich viel zu erschöpft, um überhaupt noch hier zu schreiben. Mein Mann setzt mich emotional unter Druck, er müsse den Wunsch seines Vaters erfüllen und die Mutter bei uns aufnehmen. Habe nachgegeben, um des lieben Friedens willen. Fühle mich ganz schlecht dabei und gesundheitlich geht es mir auch immer schlechter.

Es scheint so zu schein, daß der Schwiegervater doch unsere Ehe fast zerstört hat. Das bißchen, was übrig geblieben ist, hat nun die Schwiegermutter geschafft. Die lieben Alten, sie machen über kurz oder lang die Augen für immer zu, aber nicht bevor sie auch noch das Glück zweier Menschen zerstört haben, die noch viel vom Leben zu erwarten haben.

Habe deutlich verstanden, daß mein Mann sich für seine Mutter entschieden hat - und gegen mich - werde die Konsequenzen daraus ziehen. So ist das nun mal.

Denn, liebe Welute, so wie Du das sehr treffend gesagt hast: Er müsse ihr klarmachen, daß sie bei uns nur zu Gast ist, das ist nicht der Fall. Er entschuldigt absolut alles, was von ihr kommt. Was sich nicht mehr mit Alter und angeblicher Krankheit entschuldigen läßt, wird dann eben auf angebliche Demenz geschoben. Da ist man halt machtlos, oder? Sie weiß sehr wohl, was sie tut und sagt, aber er ist blind und taub dafür.

Dann muß er eben jetzt selbst alles erleben. Vielleicht werden auch ihm eines Tages die Augen aufgehen. Mich wird es dann in diesem Haus nicht mehr geben.

Liebe Welute, was Du da noch geschrieben hast über das Sterben, er wollte es so und auch allein, Du hast sehr Recht damit, das ist auch meine persönliche Meinung, so habe ich ihn kennengelernt und auch eine erfahrene Hospizhelferin hat mir dies gesagt. Aber was nützt das alles, mein Mann ist auch dafür blind und taub.

Vielen Dank für die Mühe, die Ihr Euch gemacht habt und bitte entschuldigt, daß ich erst heute darauf antworte.

Viele Grüße,
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Beitrag #19 von eckhard11 » 10 Sep 2006 11:37


Guten Tag, Elisabeth,

ich bin nur noch selten hier im Forum und wenn, dann noch seltener im Stuhlkontinenzforum.
Daher habe ich diesen - äusserst interessanten - Thread auch gerade erst gelesen.

Ich werde Dir kein Beileid zum Tode deines Schwiegervaters aussprechen, denn damit ist Dir nicht geholfen und wahrscheinlich wirst Du auch keinerlei Wert darauf legen.

In Deinem heutigen Beitrag hast Du die einzige Dir verbleibende Möglichkeit angedacht, welche Dir bleibt, um ein zukünftiges Leben in Würde und einer gewissen Freiheit zu führen.

Wenn Dein Mann Deinen Argumenten kein Gehör schenkt

wenn er - wider besseren Wissens und gegen Deinen Willen - seine Mutter aufnehmen
und Dir dabei den Umgang und die Pflege dieser - wohl nicht pflegebedürftigen - Person aufzwingen will

wenn Deine Schwiegermutter die Situation nur hinsichtlich einer eigenen Vorteilsnahme ausnutzen will

und wenn - last, but not least - Du bemerkst, dass Deine körperliche und seelische Verfassung darunter leiden wird,

dann, Elisabeth, ist die Zeit gekommen, sich zu trennen.

Und zwar sofort, denn wenn Du längere Zeit verstreichen lassen wirst, dann werden Dich die beiden möglicherweise überreden, es Dir noch einmal zu überlegen.

Carpe diem !!

Eckhard
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eckhard11
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ich fand die Worte nicht

Beitrag #20 von klaro (+16.05.2008) » 10 Sep 2006 12:07


hallo Elisabeth


genauso wie Eckhard11 es formuliert. Ganauso.

Eckhard hat geschrieben:
In Deinem heutigen Beitrag hast Du die einzige Dir verbleibende Möglichkeit angedacht, welche Dir bleibt, um ein zukünftiges Leben in Würde und einer gewissen Freiheit zu führen.

Wenn Dein Mann Deinen Argumenten kein Gehör schenkt




Eckhard hat geschrieben:
und wenn - last, but not least - Du bemerkst, dass Deine körperliche und seelische Verfassung darunter leiden wird,

dann, Elisabeth, ist die Zeit gekommen, sich zu trennen.



Ich fand gestern die Worte nicht, weil im Endeffekt ist es ein sehr schwieriger Entscheid, und dennoch, wohl der einzige, den du ja selber ansprichst und in Erwägung ziehst.


Ich litt auch eine EHE lang unter sehr schwierigen Umständen mit Schwiegereltern(wohl aber nicht imselbem Haus), ich war so einige male kurz vorm "ausziehen" deswegen. Damals als ich es noch hätte können, liess ich mich jeweils wieder überrreden( so wie Eckhard schrieb)

danach.. als ich doch einsah ,.. wäre besser zu gehen, hatte ich keine Kraft mehr.

DArum, Elisabeth, entscheide du für dich.HANDLE!Sonst wird über dich verfügt!

dein Mann, der hat schon entschieden.
FüR SEINE MUTTER!
Du bist am Zug! viel Kraft und verpass den Moment nicht.

Du hast ein Recht auf ein würdiges Leben. Nicht bloss deine Schwiegermutter!!

klaro
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klaro (+16.05.2008)
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