Pflegeleistungen

Pflegefall, was jetzt???
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Pflegeleistungen

Beitrag #1 von Werner Holmans » 20 Apr 2009 00:18


Hallo,
ich habe eine Frage zu den Pflegestufen und Leistungen. Es gibt, wenn ich richtig informiert bin, die Möglichkeit von Geld- und oder Sachleistungen. Wie und wann werden beide Leistungen miteinander verrechnet? Ist es günstiger nur die Geldleistungen in Anspruch zu nehmen oder umgekehrt? Was muss bei der Beantragung beachtet werden?
Diese Informationen hätte ich gern von Betroffenen, da sie mit dem ganzen System ihre Erfahrungen gesammelt haben. Eine Pflegestufe möchte ich für ein älteres Familienmitglied beantragen, da mir auf diesem Gebiet die Erfahrungen fehlen. Es ist gut, so denke ich, wenn man vor der Beatragung Informationen von Betroffenen bekommt. Mir geht es bei meiner Anfrage nicht um ein Krankheitsbild.
Über entsprechende Erfahrungsberichte würde ich mich sehr freuen.
Werner
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Werner Holmans
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Beitrag #2 von Struppi » 20 Apr 2009 17:53


Hallo Werner,

bei der Beantragung einer Pflegestufe kommt es darauf an, wer welche Leistungen erbringen soll - den Maximalbetrag der jeweiligen Pflegestufe ergibt die Beantragung der sog. "Kombinationsleistungen". Das ist der ausgewiesene Höchstbetrag, z.B. bei Pflegestufe II 980,00 € (420,00 € Pflegegeld + 560,00 € Sachleistungen).

Sollte dann z.B. für die Entlastung von Pflegenden Angehörigen ein Pflegedienst in Anspruch genommen werden, sieht die Kalkuation so aus, das der Pflegedienst direkt mit der zuständigen Krankenkasse abrechnet, der Kunde selbst erhält zunächst kein Pflegegeld. Sollte der o.g. Rahmen nicht ausgeschöpft werden, werden Überschüsse aus dem Pflegegeld (nicht aus der kompletten Kombi-Leistung!) an den zu Pflegenden (oder dessen Betreuer) ausgeschüttet.

Je nach Schwere der Pflegebedürftigkeit würde ich nicht auf die reine Geldleistung schauen sondern einen Pflegedienst in Anspruch nehmen. Dauerhafte Pflege zerrt und zehrt an den Nerven aller Betroffener, ein Pflegedienst kann die Situation erheblich entschärfen und beugt dem "Ausbrennen" der Pflegenden vor. Außerdem vom Vorteil ist es, wenn ein Pflegedienst bei evtl. anstehenden Änderungen der Pflegestufe vor Ort ist - insbesondere bei einer Höherstufung können sich professionell Pflegende häufig besser durchsetzen.

Gut zum Thema Pflegeversicherung ist u.a. diese Seite:

Pflegestufe.info

Falls Du noch konkrete Fragen haben solltest, einfach posten.

Viel Glück

Hannes
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Struppi
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Beitrag #3 von Ramona » 21 Apr 2009 20:12


Hallo Werner!

Dein Thema verschiebe ich mal in Forum häusliche Krankenpflege. Da gehört auch alles rein, was mit der Pflegekasse zu tun hat. :wink:

Einiges hat Struppi ja schon geschrieben. Die Höhe von den Geldleitungen hängt davon ab, wieviel Geld von den Sachleistungen verbraucht wurde.

Am Monatsende bzw. Anfang reicht der Pflegedienst die Rechnung für die erbrachten Leisungen bei der Pflegekasse ein. Wenn diese Rechnung überwiesen wurde wird geprüft, ob wieviel Prozent von den Sachleistungen verbraucht wurden. Jetzt sind z. B. 60 % nur verbraucht. Dann wird von der Pflegekasse angewiesen, dass der Pflegebedürftige noch 40 % von den Geldleistungen erhält. Diese kommen dann mit Verspätung für den jeweiligen Monat. Man muss sich im Vorfeld auch nicht festlegen. Das läuft automatisch.

nauso wie Struppi sehe ich auch, dass Entlastung in der Pflege dringend notwendig ist. Es muss aber nicht unbedingt ein Pflegedienst sein. Wenn man privat noch zwei oder drei Leute hat kann das auch ausreichen. Wichtig ist, das die Hauptpflegeperson regelmäßig Entlastung und freie Zeit für sich hat.

Bei mir selber sind mehre priate Personen in der Pflege aktiv. Wir achten alle darauf, dass keiner mehre Tage hintereinander fast alles alleine machen muss.

Gruß Ramona
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Beitrag #4 von Werner Holmans » 28 Apr 2009 00:04


Hallo,
ich danke euch recht herzlich für die Informationen.
Werner
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Werner Holmans
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