HARNINKONTINENZ ÜBERLAUFBLASE

Pflegefall, was jetzt???
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HARNINKONTINENZ ÜBERLAUFBLASE

Beitrag #1 von KLAWEL » 18 Jun 2012 12:43


HALLO,
MEINE 84-JÄHRIGE MUTTER LEBT IM PFLEGEHEIM (PFLEGESTUFE 2). SIE SITZT IM ROLLSTUHL UND LEIDET AUFGRUND EINER NEUROLOGISCHEN STÖRUNG AN EINER ÜBERLAUFBLASE. DIE KONTRAKTIONSFÄHIGKEIT IHRER BLASE IST GLEICH NULL.
FACHARZT UND HAUSARZT SIND AUFGRUND VON INFEKTIONSGEFAHREN GEGEN EINE KATHETERISIERUNG. DAS PROBLEM IST EIN MENSCHLICH-SOZIALES: ES IST IHR UNANGENEHM, WENN SIE IHR FRISCH BEZOGENES BETT SOFORT WIEDER EINNÄSST ODER DREIMAL AM TAG IHRE HOSEN GEWECHSELT WERDEN.
FRAGE: GIBT ES MODERNE HILFSMITTEL, Z.B. VORLAGEN MIT GROSSER SAUGFÄHIGKEIT, SO DASS SIE 5-8 STD. TROCKEN BLEIBT? GIBT ES Z.B. HOSEN, DIE EINEN URINAUSTRITT WIRKSAM VERHINDERN? WELCHE HILFSMITTEL KÖNNEN EINER GERUCHSBILDUNG VORBEUGEN?

VIELEN DANK


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Beitrag #2 von Sebald » 19 Jun 2012 08:30


Hallo,

sicher gibt es Vorlagen bzw. besser Slips mit Klebeverschluss etwa der Firmen Attends, Abena oder Hartmann, die einen zuverlässigen Schutz bieten. Fraglich bleibt allerdings, ob die Mutter diese akzeptieren kann. Eine neurogene Blase 'einfach' überlaufen zu lassen, ist allerdings überhaupt sehr problematisch. Ich hoffe, mit dem "Facharzt" ist tatsächlich ein Urologe gemeint - denn für den sollte der Schutz der Nieren an oberster Stelle stehen. Und hier sind Restharn oder aber Füllmengen, die so hoch geraten, dass dann doch Urin austritt bzw. herausgedrückt wird, sehr ungünstig.

Ideal wäre die sog. Selbst- (oder Fremd-) Katheterisierung (ISK = intermittierende Selbstkatheterisierung) . Also die nur vorüber gehende Einführung eines Blasenkatheters nur zum Zwecke der einmaligen Entleerung. Kann man etwa 5 mal am Tag machen; zur Not auch nur zweimal, damit man vor Restharn geschützt ist. Dies ist bei neurogenen Entleerungsstörungen die allgemein anerkannt beste Methode. Es bleibt wie immer die die Frage, ob dies im Altersheim möglich ist. Dort verlässt man sich gerne auf die Saugkraft entsprechender Produkte.

Welcher dauerhafte Katheter wurde denn abgelehnt? Auch der Bauchdeckenkatheter?

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #3 von KLAWEL » 19 Jun 2012 10:21


Hallo Sebald,

erst mal vielen Dank für Ihre Tipps und Mühen.
Ich denke, meine Mutter ist fachärztlich schon in guten Händen. Sie hat eine humangenetische Erkrankung, nennt sich Strümpell-Lorraine (SPG 4). Eine Katheterisierung (egal welcher) würde in ihrem Fall die Infektionsgefahr erhöhen, so die Ärzte. Eine ISK setzt - glaube ich - auch voraus, dass der Patient ungefähr merkt, wann seine Blase voll ist. Das kann meine Mutter nicht mehr feststellen. Was bleibt, sind die menschlichen Probleme. Handelsübliche Vorlagen bekommt sie seit 10 Jahren. Die sind aber nicht mehr wirksam, d.h. der Urin tritt nach 1 - 2 Std. wieder aus und nässt Hose und Rollstuhl ein. Deshalb interessiert uns insbesondere: welche Vorlagen/Slips würden den Urinaustritt zu 100% und nicht weniger für einen Zeitraum von 5-8 Std. verhindern? Geruchsprophylaxe: Myrtenöl soll unangenehmen Gerüchen vorbeugen?

Viele Grüße,

KLAWEL
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Beitrag #4 von Sebald » 19 Jun 2012 13:56


Hallo!

Das ist natürlich eine schwierige Situation, wenn eine Infektion tunlichst vermieden werden soll. Die kann sich nämlich auch beim ISk einstellen, wobei man etwa mit Methionin hier schon etwas vorsorgen kann. Methionin schafft ein saures Klima, in dem sich Keime schlecht vermehren.

Den ISk selbst kann man durchaus nach der Uhr machen, also nicht unbedingt nach Füllstand. Eine bewusstes Trinkverhalten ist hier natürlich von Vorteil. Die ganze Sache ist allerdings, wie der Name schon sagt, auf 'Eigeninitiative' angewiesen, also auch auf vorhandene motorische Fähigkeit. Fremdkatheterisieren ist gerade bei der Frau eine diffizile Angelegenheit und deshalb personalintensiv.

Bei den aufsaugenden Produkten lässt sich nicht pauschal sagen, was besser oder schlechter ist. Zunächst gilt: Alle Firmen bieten inzwischen zwei Klassen an - auch bei den Modellen mit Klebestreifen. Das heisst, es werden private Zuzahlungen fällig, will man 'upgraden'. Hier muss man schlicht probieren, was passt und von der Anwendung her geht. Attends etwa setzt stärker auf einen Gelkern, der mehr absorbiert, dabei aber stärker aufquillt. Was bei Rollstuhlfahrern vielleicht weniger ein Problem ist.

Jedenfalls verschicken die Firmen gerne Muster. Letztens etwa habe ich bei der Paul Hartmann AG mal angefragt und bekam eine großzügig zusammengestellte Lieferung.

Beste Grüße,
Sebald
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Beitrag #5 von KLAWEL » 01 Jul 2012 18:20


Hallo Sebald,
danke. Wir werden Deinem Tipp mal nachgehen und uns Muster bestellen.
Ich berichte von den Resultaten.
Viele Grüße, KLAWEL
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