Bericht Rehacare-Düsseldorf

Pflegefall, was jetzt???
In diesem Forum geht es um Hilfe und Rat für Betroffene, Angehörige und Pflegende.

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Bericht Rehacare-Düsseldorf

Beitrag #1 von Matti » 15 Okt 2005 20:24


Hallo,

von meinem Besuch auf der Rehacare in Düsseldorf ein kleiner Bericht.


Zuerst einmal muss man den Veranstaltern der Rehacare ein Kompliment machen. Es standen für Mobilitätseingeschränkte Menschen direkt auf dem Messegeländer kostenlose Parkplätze zur Verfügung die nur 300 Meter vom Eingang entfernt lagen- Vorbildlich. Die restlichen Parkplätze ( 5 € ) lagen etwas Ausserhalb - Shuttlebuse wurden eingesetzt.

Der Preis der Tageskarte war mit 11 € ( Behinderte mit Ausweis 6 €, Begleitperson kostenlos ) nicht zu hoch.
Toiletten ( auch Behindertengerechte ) standen ausreichend zur Verfügung, die Ausschilderung war sehr gut.

Über 850 Aussteller boten eine sehr gute Übersicht über Produkte aus den Bereichen - Pflege, Behinderung kombiniert mit Urlaubsanbietern, Behindertenverbänden ( z.B. Aktion Mensch, Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter bis hin zu KFZ-Umrüstern.

Viele Selbsthilfeverbände stellten sich und das Krankheitsbild das sie Vertreten vor.

Die größten Rollstuhlhersteller waren allesamt Verteten und Präsentierten ihre neusten Produkte.
In diesem Jahr standen Hilfsmittel für Behinderte Kinder im Mittelpunkt. Weitere Themengebiete waren der Ausgleich von Sehbehinderungen. Vom Pflegebett über Treppenlifter bis hin zur Kleidung für Pflegefälle/Rollstuhlfahrer fand sich ein breites und informatives Angebot.

Aktiv konnte man auch werden, Behindertensportverbände luden zum aktiven Mitmachen ein. So konnte man z.B. Bogenschießen, Geschicklichkeitsparkurs "bezwingen" oder sich mit der Olympiasiegerin ( Paralympics ) von Athen im Schießen Unterhalten.

Im Inkontinenzbereich waren vor allem Hersteller ableitender Hilfsmittel vertreten. Katheter und Urinalhersteller präsentierten ihr umfangreiches Sortiment. Hersteller saugender Hilfsmitttel waren nicht so stark Vertreten, was ich persönlich etwas Bedaure.

Empfehlenswert ist ein Besuch auf jeden Fall, bekommt da man einen sehr kompakten Überblick bekommt.

Für den Vorstand unseres Vereins sollte dies im nächsten jahr ein Pflichtbesuch sein, nirgendwo kann man sonst mit sovielen Herstellern ins Gespräch kommen.

Persönlich habe ich auch noch etwas Mitgenommen. Auf dieser Messe haben mir soviele Besucher ! Kraft gegeben die mir trotz Schwerstbehinderung gezeigt haben, das sie sich nicht Aufgegeben haben und selbst unter schwersten Umständen aktiv am Leben teilnahmen.
Nach diesen Eindrücken werden eigene Behinderungen auf einmal wesentlich kleiner.
So sah man immer wieder einen Mann auf einer "Liege" auf dem Bauch liegend nur mit dem Mund Steuernd sich durch die Hallen bewegen. Menschen ohne Arme sich nur mit Hilfe ihrer Füße selbstständig Versorgen oder Menschen mit Beatmungssystemen am Rollstuhl befestigt durch die Hallen "Sausen". Ich möchte nicht falsch Verstanden werden, mit haben die Menschen Mut gemacht, Mut mit meiner eigenen Behinderung besser umzugehen.

Gerade für Menschen mit Behinderung und/oder Pflegebedarf ist die Rehacare ein "muss".

Das einzige was man Mitbringen sollte ist neben gutem Schuhwerk möglichst viele "Lunchpakete", die Preise der gastronomischen Betriebe ist jenseits von gut und böse.

Als Informationsmesse für Betroffene und Kontaktbörse für unseren Verein absolut Empfehlenswert.

Gruß

Matti

Das sagt die Presse:


Intelligente, hochwertige Hilfsmittel standen im Mittelpunkt des Interesses der rund 49.500 Fachleute, Betroffenen und deren Angehöri-gen (2004: 49.887), die den internationalen Markt der Möglichkeiten rund um Rehabilitation und Pflege besuchten. 853 Aussteller aus 31 Ländern stellten auf der Messe ihre innovativen Produkte und Dienstleistungen vor.

Wachsende Ansprüche an Komfort, Mobilität und Lebensfreude, aber auch die demografische Entwicklung der Gesellschaft sind wichtige Impulsgeber für die Hilfsmittelbranchen. Richard Isselhorst, Vorsitzender des Arbeitsaus-schusses der REHACARE, registriert bei Menschen mit Behinderung "zuneh-mend mehr Bereitschaft, über die Leistungen der Kostenträger hinaus Eigenmittel einzusetzen, wenn das Produkt stimmt und mehr Lebensqualität verspricht".

Dass die Angebote der REHACARE-Aussteller diesen Anforderungen gerecht werden, zeigte sich bereits während der Messelaufzeit. "Unsere Aussteller überzeugen mit Qualität, Ideen und Service", so Wilhelm Niedergöker, Geschäftsführer der Messe Düsseldorf. "Das beweist der geschäftliche Erfolg der Veranstaltung für die Aussteller, aber auch das große Interesse an dem umfangreichen Informations- und Dienstleistungsangebot der Messe". Gut die Hälfte der Besucher gab bei repräsentativen Befragungen an, bestellt zu ha-ben bzw. nach der Veranstaltung Aufträge erteilen zu wollen. Die Chance, sich in den rund 100 Seminaren und Workshops der REHACARE weiterzubilden oder sich bei über 120 Behindertenverbänden und -organisationen zu informieren und beraten zu lassen, nutzte ebenfalls fast jeder zweite Besucher.
73 Prozent der Besucher waren Fachleute, 40 Prozent an Beschaffungsent-scheidungen beteiligt. Fast die Hälfte war betroffen oder Angehöriger eines Betroffenen.

Den Stellenwert der REHACARE als international führende Messe der Reha- und Pflegebranchen unterstreichen 7.500 Fachbesucher aus dem Ausland. Sie kamen aus insgesamt 40 Ländern, darunter viele hochrangige Delegationen, u.a. aus Japan, China, Taiwan und Russland.

Diese Mischung macht's! Gunter Schumann, Leiter Marketing Services bei Otto Bock Healthcare, zeigte sich sehr zufrieden mit den Messebesuchern. "Hier in Düsseldorf erreichen wir unsere Zielgruppen, Anwender wie interna-tionale Einkäufer." Siegfried Kipke, Geschäftsführer der Handy Tech Elektro-nik GmbH, Hersteller im Bereich Hilfsmittel für blinde und sehbehinderte Menschen, bezeichnet die REHACARE als zentrale Veranstaltung für Fachein-käufer und wichtige Meinungsbildner. "Für die technischen Berater der Kran-kenkassen, medizinischen Dienste und Landschaftsverbände, die sich einen Überblick über das aktuelle Hilfsmittelangebot verschaffen wollen, ist die REHACARE die fachübergreifende Informationsplattform." Roland Arnold, Geschäftsführer und Inhaber des Kfz-Umrüsters Paravan, bezeichnete die Präsenz auf der Messe als ein Muss für sein Unternehmen. "Wir haben hier die Chance, Endverbraucher ausführlich über unsere Produkte zu informieren, aber auch den Handel, und zwar aus allen Teilen der Welt".

Besonders interessierten sich die Besucher in diesem Jahr für Fahrgeräte und Rollstühle (49 Prozent), gefolgt von Geh- und Mobilitätshilfen sowie All-tagshilfen. Die Top-Themen unter den zahlreichen Themenparks und Sonder-schauen waren die Informationsangebote rund um Kinder mit Behinderung und die Ausstellung Innovationen mit 68 prämiierten Produkten aus zehn Ländern.

Die REHACARE genießt als Schaufenster für Neuentwicklungen im Hilfsmit-telmarkt international einen hervorragenden Ruf: Mehr als die Hälfte der Besucher kommen nach Düsseldorf, um sich über neue Produkte und Dienst-leistungen zu informieren.

Die nächste REHACARE findet vom 18. bis 21. Oktober 2006 in Düsseldorf statt.
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Beitrag #2 von der Blinki » 16 Okt 2005 10:52


hallo matti

danke, für deinen ausführlichen bericht von der rehacare.
ich denke auch das man solche Messen und/oder Ausstellung bzw reprensationen gut nutzen könnte um kontakte zu knüpfen.
ich denke da steht jeder in der pflicht !!!!!

du hast nicht geschrieben ob du deine "drohung" wahr gemacht hast ?
wenn nicht , dann zeugt es doch von weitsicht, die du an denn tag gelegt ( oder gesessen? hi,hi,.....) hast

marco
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reha D.dorf

Beitrag #3 von Kalle51515 » 16 Okt 2005 12:17


war vor 2 jahren da. sehe das leben seitdem mit anderen augen.
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Beitrag #4 von eckhard11 » 16 Okt 2005 12:20


Hallo Matti,

ein ganz ausgezeichneter Situationsbericht über diese Messe.
( Und einen Quängelkopp wie Dich zufrieden zu stellen, ist ja nicht ganz einfach, hi, hi )

Vielen Dank !!

Ich denke, dass der Verband bzw. dessen Vorstand im nächsten Jahr nicht nur einen Besuch planen wird, sondern mit einem Info -Stand auf der Messe vertreten sein sollte.

Schade, dass wir uns in diesem Jahr zu sehr mit uns selbst haben befassen müssen.

Eine gute Gelegenheit wurde dadurch wohl verpasst.....

Aber aufgrund Deines Berichtes werden wir dies für das nächste Jahr im Auge behalten !


Während ich mich wieder hinlege, wünsche ich noch einen schönen Sonntag .sleep:
Eckhard
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Beitrag #5 von Matti » 16 Okt 2005 19:54


Schön das euch der Bericht gefallen hat.

Ich konnte einige gute Gespräche Führen und für den Multiple Sklerose Verein in dem ich als Vorstandsmitglied tätig bin auch sehr viel Informationsmaterial erhalten. In unserem MS-Verein haben wir uns im Vorfeld mit den Mitgliedern zusammengesetzt und über unsere Ziele Gedanken gemacht. So konnte ich im Auftrag dieses Vereins Bedarfsgerechte Informationen erhalten die ich in den nächsten Tagen unseren Mitgliedern im MS-Verein zur Verfügung stellen werde. Damit haben unsere Mitglieder einen breiten Überblick über neues auf dem Gebiet der Reha- und Pflegemöglichkeiten.

Da unser Verein ausschließlich Ehrenamtlich geführt wird habe ich 180 € ( Fahrt und Pflegerische Betreuung ) auf eigene Kosten Finanziert.

Ich hoffe das ich dieses Angebot im nächsten Jahr auch für die Mitglieder des Selbsthilfeverband Inkontinenz e.V. bereitstellen kann, wenn im Vorfeld eine Absprache stattfindet.

Gruß

Matti

www.ms-mittelhessen.de
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Beitrag #6 von Helmut » 17 Okt 2005 14:18


Hallo Matti,

mir hat dein Bericht auch gefallen und ich denke, dass wir nächstes Jahr auch dort vertreten sein werden. Ob wir nun einen eigenen Stand auf solchen Messen machen sollen, das ist vorallem eine personelle und finanzielle Frage, da erstens immer jemand während der Messe am Stand sein muss und zweitens die Standmiete nicht gerade so billig ist, wenn du nicht gerade hinter der Garderobe sein willst.

Ich meine aber, dass andere Fachmessen wie die MEDICA da noch besser geeignet sind, da dort meistens alle Hersteller im Inkosektor vertreten sind, dort kommen auch die Einkäufer der großen Kliniken und Pflegeeinrichtungen hin. Auf diesen Messen ist es besser, Kontakte zu den Herstellern zu knüpfen. messen wie die REHACARE eignen sich ganz gut um direkt an die Betroffenen zu kommen.

Gruß Helmut :wink:
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #7 von Matti » 17 Okt 2005 14:41


Hallo Helmut,

ich Stimme dir zu. Eine Teilnahme als "Aussteller" ist mit sehr hohem Arbeitsaufwand und auch Kosten verbunden. Kleinere Messen eignen sich hier bestimmt ebenso ( zumindest erst einmal ) Betroffene zu erreichen.
Auf der Rehacare waren Selbsthilfegruppen und Verbände fast alle in einer Dachorganistaion eingebunden z.B. Landeswohlfahrtsverband, Aktion Mensch usw.
Als kleiner Verband kann man soetwas bestimmt nicht alleine Stemmen, allerdings waren dort auch Krankheitsbilder Vertreten die ich noch nicht einmal vom Namen her kannte. Hier müssen anscheinend Möglichkeiten gefunden worden sein, eine solche Messeteilnahme als Selbsthilfegruppe zu ermöglichen.
Ich hoffe das wir uns wirklich einmal Vernünftig zusammensetzen können um uns über solche Möglichkeiten einmal Gedanken machen zu können. Ich bin dazu bereit.

Gruß

Matti
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Matti
 
 

Beitrag #8 von eckhard11 » 17 Okt 2005 15:31


Nun seid da mal nicht so pingelig !

Ich bin ja auch noch da......


Aber jetzt leg ich mich erst einmal wieder hin .sleep:
Eckhard
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Beitrag #9 von Annilight » 20 Okt 2005 00:51


Hallo Matti,
dein bericht über die reha-care hat mir sehr gefallen.
Es stimmt, dort kann man nicht nur reichlich an Infos über Neuigkeiten bekommen, sondern sie dient auch als
zentraler Treffpunkt für viele Leute mit und ohne Behinderungen aus ganz Deutschland, um sich mal perönlich kennenzulernen und sich auszutauschen.
Ich war im letzten Jahr da, (dieses Jahr hatte ich leider keine Möglichkeit hinzu kommen).
und habe viele Leute von der Startrampe und Pa-Te, die man virtuell schon lange kannte endlich
persönlich kennengelernt.
Ich muss dir recht geben, die reha-care macht vielen Mut, denn sie sehen, dass sie nicht alleine stehen und dass es Möglichkeiten und Hilfen für die verschiedensten Behinderungen gibt. Ich denke, jeder Besucher geht mit vielen interessanten Eindrücken und neuen Gesichtspunkten nach Hause.
Das eigene Lunch-Paket würde ich aber auch jedem empfehlen. *gg

Ob nun ein eigener Stand für euch praktikabel und finanzierbar ist, weiß ich nicht.
Aber ich könnte mir denken, dass man, wenn man sich z.B. mit Herstellern von Inko-Material in Verbindung setzt, diese bereit wären, Info-Material vom Selbsthilfe-Verband zu verteilen.
Einen Versuch wärs doch wert und fragen kostet ja nichts.
Die ältesten Antiquitäten auf dieser Welt sind die Vorurteile! (Ralf Boller)
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Beitrag #10 von nikki » 23 Okt 2005 00:10


Hallo Helmut,
ich habe auch den Bericht von Matti gelesen und finde es gut, dass er so ausführlich über diese Messe geschrieben hat. Ich konnte leider nicht selbst dahin, weil ich da eine Terminüberschneidung hatte. Sollten wir aber nächstes Jahr selbst mit einem Stand vertreten sein so bin ich auf jeden Fall bereit mich zu beteiligen.( muß nur rechtzeitig Bescheid wissen)
Gruß Nikki
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