Zum Thema Outing und als Antwort für Ghobi

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
Hier könnt ihr über eure Ängste, Sorgen und Nöte reden.

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Zum Thema Outing und als Antwort für Ghobi

Beitrag #1 von Stefan_CH » 19 Nov 2006 23:26


WAHRES ERLEBNIS

Hallo zusammen hallo Ghobi

auch ich habe so meine Problemchen mit dem Outing wegen der Inkontinenz, oder Problemchen auswärts auf das öffentliche WC zu gehen.
Ich weiss nur wie sich mit meiner Freundin leider jetzt Ex-Freundin mit mir in Amerika köstlich amüsiert hatte wenn ich mal auf die öffentliche WC-Anlagen gehen musste, ja die hatten zum teil Westerntüren die nur ganz knapp das verdeckte was man nicht sehen durfte, und auf dem Klo war das dort so still das man jedes ....... hören konnte und ich mit meinen Klebeslips das war der Horror, in Amerika hatten die Attends nicht 4 Kleber nein es müssen ja sechs Kleber sein, bis ich diese geöffnet hatte das war eben so eine Geschichte.
Mich hatte dann in dieser Zeit die Worte meiner Freundin dann ziehmlich beruhigt da sie meinte ob ich wirklich das Gefühl hätte das alle Männer die Ohren an der Wand hätten wenn ich aufs WC gehe und nur hören wollten wie ich meine Windeln öffne, sie meinte auch das wahrscheinlich keiner dieser Leute das Geräusch richtig einordnen könne was es überhaupt für ein Geräusch sei.
Aber ehrlich ich habe genau auch Deine Ängste Ghobi es könnte ja jemand was sehen und dann zeigen alle auf mich und lachen oder schreinen IHHHHHHHHH.
Aber heute kann ich dir mit gutem Gewissen sagen Ghobi es sei nicht so, auch wenn Leute bemerken das ich Windeln anhabe reagieren sie neutral und leben ihr Leben weiter.
Im Spital wenn ich jeweils im Trainer in das Kaffee gegangen bin konnte man dies leider nie übersehen oder überhören.
Sicher fragt sich jetzt jeder kritische Leser wiso ich mir keinen Morgenmantel über den Trainer gezogen habe, dies hatte ein simpler Grund, für das Traineroberteil mit Ärmel brauchte man genau drei Leute um diese anzuziehen da zwei Infusionsbestecke links und rechts eine der Hürte war, dann eine weitere Infusion direkt zum Herzen also wurde ein Schlauch in den Hals geseckt in die Hauptvene dann waren noch jeweils 6 Schläuche im Bauch verankert und deshalb lieber kritischer Leser konnte man leider die Windeln sehen.
Aber Ghobi auch die Besucher im Spital verloren nie ein Wort über die Windeln, sie sprachen mich manchmal an was ich habe und wiso ich Windeln tragen muss, und so erzählte ich einfach wie es ist eben die Tatsache, sie hatten dann mehr einen Schock was ich alles erleben musste und die einen jüngeren Menschen machte mir dann ein kompliment das ich trotz den Windeln ein sehr knackigen Arsch habe hihihihihihihi.
Ghobi also keine Hemmungen kannst du den was dafür nö, und vorallem eine gute Freundin gab mir den Tipp ich solle meine sexy Windeln einfach als Unterhose anschauen und dies noch als einmalig den nicht jeder hätte solche Unterhosen an. Sexy Windeln hatte sie natürlich so gemeint das es ja auch sehr sexy Unterhosen gibt.
:lach: Nun zu der wahren Geschichte zum schmunzeln :lach:
An einem Wochenende im Sommer hatte ich wieder einmal für meine Freunde ein Essen gemacht zuhause, meine Spezialität war eine erfrischende sehr reiche kalte Platte mit vielen feinen Salaten, dies liebten meine Freunde sehr und freuten sich immer riesig darauf wenn es diese einmal im Monat gab. Also es war wieder das Wochenende des gemütlichen zusammenseins ich lud zum Essen ein. Es kamen alle meine Freunde und diesmal brachte auch ein Freund seine Schwester mit die ich natürlich auch gut kannte und wir gut befreundet sind. Sie war gerade 20 Jahre alt geworden und ich war zu dieser Zeit 25 jahre jung. Sie wusste natürlich nicht das ich Windeln tragen musste, sie wusste aber das ich krank war. Ich hatte diese Frau sehr gerne und empfand natürlich auch etwas für sie, sie genau so aber sie hatte einen Freund.
Wir hatte also geschmausst (gegessen) und getrunken die Zeit verlief so schnell, der Morgen verlief lustig und schön, es war auch eben ein schöner heisser Sommer. Die Schwester meines Freundes eben die Frau meinte auch zu mir es sei doch etwas zu heiss für schwarze Jeans die ich immer trug eben aus Angst man würde etwas sehen von der Windel.
Am Mittag musste dann eben die Frau mal aufs Klo, zusagen ist noch meine Freunde fühlten sich immer zuhause bei mir und durften deshalb sich auch so fühlen, wenn jemand was zum Trinken wollte holte er es sich selber, wenn jemand Duschen wollte holte er sich das Zeugs selber und und und. Eben die Frau ging dann aufs Klo bei mir und wollte sich die Haare wieder zu recht machen. auf dem Klo das zugleich auch noch das Bad war suchte sie sich dann einen Haarspray und öffnete natürlich auch jeden Kasten und auch den Kasten mit den Windeln.
Als sie dann wieder fertig war kam sie auf den Sitzplatz etwas traurig aussehend und meinte dann halblaut, Stef wir kennen und jetzt doch schon 2 Jahre und du weisst das du mir alles sagen kannst und sie sei sehr traurig das ich ihr verschwiegen habe das ich ein kleines Kind habe ich sollte doch wissen das sie kleine Kinder mag. Es war ruhig ruhiger als in eine Kirche, und ich Schluckte zuerst mal leer. Alle schauten auf mich denn es wussten ja fast keiner von meiner Inko. Einige fragten dann nach einer Weile wiso sie dann darauf käme das ich ein kleines Kind habe und schauten mich dann etwas böse an und Fragten wiso ich das eigendlich vor allen verschweige es sei doch keine Schande es gäbe auf der Welt so viele Scheidungskinder.
Jetzt war klar für mich ich muss mich Outen, etwas zögernd fragte ich die Freundin dann ob sie auch grosse Kinder mag oder ob sie auch schon mal etwas davon gehört habe das nicht nur kleine Kindern Windeln tragen sondern das es eben auch Leute wie ich gäbe die Windeln tragen müssen. Ich habe denen dann einfach erklärt wie es ist, sie wussten ja das ich Krank war aber eben sie wussten nicht wie krank ich war. Als ich dann fertig war mit erklären schaute mich diese Freundin mit wässerigen Augen an und umarmte mich ganz toll und meinte dann beschäment und weinent das es ihr leid tue das sie mich vor allen bloss gestellt habe sie wollte dies nicht. Ich lachte nur leise und meinte das es jetzt ja alle wissen und ich einfach möchte das es bei ihnen bleibe und nichts zum rumerzählen sei. Sie haben sich bis heute alle daran gehalten und wenn diese Freundin wieder aufs Klo geht und sich nachher die Haare machen möchte kommt sie dann aus dem Bad und fragt ab und zu ob ich die Marke der Windeln wieder einmal gewechselt habe oder meinte ob meine Marke die Windeln wieder erneuert haben. Natürlich nicht jedesmal aber zum sagen meine Freunde gehen mit dem Thema Inko locker um und alle haben sich übrigens im Internet anschliessend schlau gemacht über Inkontinenz.
Diese Freundin übrigens war mit mir ein paar Wochen später in einen Kleiderladen und hat mich neu eingekleidet und vorallem bei den Jeans gut geschaut das man nichts sehen konnte, zuhause dann musste ich Modeschau machen vor ihr und sie meinte auch ich müsse mich nicht verstecken wenn ich die Hosen wechsle sie wüsse jetzt ja das ich Raschelunterhosen anhabe und es sieht auch gar nicht so abstossend aus im gegenteil irgendwie haben die Windeln was erotisches an sich. Was ich eigendlich bis heute nicht genau weis wiso Windeln erotisch sein können.
Es kommt heute auch schon mal vor das wenn es mir schlecht geht und ich wieder schwach bin und Windeln in der Apothecke zum abholen sind das meine Freunde diese holen gehen und mit den Windelpacketen unter dem Arm zu mir kommen.
Ebenfalls auch wenn ich wieder mal einen neue Marke ausprobieren möchte kommt diese Freundin die sich ab und zu die Haare macht mit mir mit in die Apothecke und diskutiert und fachsimpelt heftig mit und lässt sich einige Muster der Windeln zeigen.
Andere Freunde telefonieren auch schon mal wenn sie von irgendwo wieder gesehen haben das es neue Windeln gibt.
Siehste es geht mir ja gut auch wenn man weis das ich Windeln habe und tragen muss. Und nochwas diese Freundin hat sich einestages wieder nach dem Haare machen aus purer Neugierte selber eine Windel angezogen um zu schauen wie das ist das sie mich noch besser versteht. Sie hat es mir aber erst gesagt als sie mich fragte ob die Windeln auch dicht sind wenn sie nass sind, da schaute ich sie zuerst mal fragend an und meinte ja die sind dicht wiso sie das jetzt interessiere, sie meinte nur ja sie mache nun schon die Windel zum zweiten mal nass. Ich konnte nix mehr sagen sie meinte dann eben sie wollte mich nicht verletzten oder nachäffen sie wollte nur mal schauen wie sich das anfühle und wie das sei für mich mit Windeln zu leben.

So genug geschrieben dies zum Outing.
Geh Dein Leben Schritt für Schritt,
geh nicht alleine nimm Freunde mit.
Und rutscht Du aus, bleib ja nicht liegen,
den wer nicht kämpft, kann auch nicht siegen.
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Beitrag #2 von mehlbox2001 » 20 Nov 2006 04:50


Hallo Stefan,

Outing ist immer ein langer Weg. Vor allem mit Angst vor Widrigkeiten, Boshaftigkeiten und dem "Hinten-rum-Getratsche" verbunden ... Man kann da Freunde verlieren, auch wenn man Jahre später weiß, das waren keine ...

Ich erzähl jetzt einfach auch mal meine zwei wahren Geschichten zum Outing ... wo wir grade dabei sind ... die ist allerdings noch ein bisschen härter sind und waren ... Früher hätte so was Leute Job und Leben gekostet ... Deswegen ist "Inko-Outing" für mich immer eine sehr "softe" Variante des selben Problems ...

Outing Nummer 1 ... war keine einfache Sache, dass ich schwul bin, aber das ist nunmal so. Wegen der Freiheit vom Militärdienst als Student in West-Berlin angekommen, fand ich rasch nette Freunde in meinem Alter und meiner Situation, aber auch genügend Warnungen, ich könnte niemals nach dem Studium Lehrer werden, niemals einen guten Beruf ergreifen, wenn ich mich oute. ES war eine mutige Tat damals, auf dem Christopher Street Day mit zu demonstrieren -- heute ist das ja eher eine große Party. Trotzdem habe ich 1983 auf der Schwulen Liste für das Studentenparlament kandidiert, wurde von der Familie unterstützt, und wurde später sogar erster offen schwuler Bundestagskandidat einer traditionellen deutschen Partei ... Na klar, in Berlin, in Kreuzberg, bei der FDP ... alles eigentlich ganz natürlich und so, wie man's "historisch" erwartet, Mobbing inklusive ...

Erst viel später erfuhr ich die "wahre Geschichte", die dahinter steckt ... Von meiner Tante aus Stuttgart, die es nach ihrer Scheidung 1968 prima fand, einen schwulen Freund zu haben ... Der hatte sein Leben lang in Angst gelebt, dass man ihn verhaften könnte -- vor 1969 gab's für einfaches Liebesleben Gefängnisstrafen. Als der Paragraf 175 abgeschafft war, gab es in der einzigen kleinen Schwulen-Kneipe in Stuttgart eine Riesen-Party ... und ... das erste Mal haben sie die dicken Vorhänge offen gelassen ... Die Erleichterung kann ich bloß erahnen ...

Erst 2005 machte ich dank eines netten Touristen mal eine Gedenktour durch die Altstadt von Nürnberg, dabei hab ich mit erzählen lassen, wie einzelne Leute der Generation meines Großvaters ins Gefängnis gesteckt, kastriert und im KZ gelandet sind ... Was für ein Glück, dass ich vorher als Hamburger naiv genug war, das alles zu ignorieren ...

Outing Nummer 2 ... ... hat meine Familie nie hinbekommen. Du hast bestimmt schon anderswo gelesen, dass meine Familie die Nazi-Zeit nur mit ein bisschen Glück und Chuzpe überlebt hat -- denn vermutlich war einiges an Arier-Nachweisen gefälscht ... Nachdem ein Bruder meines Opas 1929 in der Wirtschaftskrise nach New York ausgewandert ist, wollten die andern in den 50er Jahren folgen ... Angeblich, weil "morgen die Russen kommen" ... Aber in Wahrheit hatten sie Schiss, dass die Nazis sie doch irgendwann doch mal holen ... Bis zum Tode meines Großvaters 1986 hat niemand aus diesem Zweig der Familie ein Wort darüber verloren, und erst 1998 bin ich Dank netter Leute auf diese ganzen Unstimmigkeiten gestoßen ... Ein Freund aus Polen wird mich bald mal in die Lemberger Archive einführen ...

"Geoutet" hat sich da nie einer ... Obwohl,sie hätten allen Anlass gehabt in der Familie ... Aber man lebt da wahrscheinlich Jahrzehnte lang in Todesangst, wenn man mal erlebt hat, wie jüdische Nachbarn "abgeholt" werden, und man erst Jahre später erfährt, dass sie in Gaskammern erstickt sind ... davon Leuten zu erzählen (wie ich neulich hier) ist nicht einfach ...

Mein Fazit Outing: Im Vergleich zu Sachen, für die man noch vor ein paar Jahrzehnten zu Tode gekommen ist, wäre das Inko-Outing wohl vergleichsweise einfach ... und trotzdem ist es oft ein gut gehütetes Tabu ... Nicht, weil es lebensbedrohlich ist (das höchstens anderweitig bei Krebs etc.), sondern weil es sehr tief in zwischenmenschliche Beziehungen eingreift ...

Insofern kann jeder guten Mutes sein, der es schafft, aber ich bin inzwischen gemischt der Ansicht, dass es nicht jeder immer und überall schaffen muss ... Ich weiß, wie schwer Outing sein kann ...

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Re: Zum Thema Outing und als Antwort für Ghobi

Beitrag #3 von papa0861 » 20 Nov 2006 21:54


hallo stefan,

ja, das thema outing ist sehr schwer.

ich will da jetzt nicht allzuviel drüber schreiben.

gegenüber meiner frau brauchte ich mich nicht zu outen. sie hat´s von allein gemerkt.

schlimmer war das schon im arbeitsumfeld.

wie sollte ich meinen kollegen erklären, wo die gründe für meine langsam erkennbaren veränderungen lagen? kaum einer verstand, warum ich mich zurückzog, viel allein sein wollte, oft auch ungerecht und ruppig war.
es gibt und gab kollegen mit denen man reden kann und andere mit denen man lieber kontaktlos blieb. wie sich später aber herausstellte, waren das gerade die leute, die verständnis zeigten und hilfe anboten.
zuerst habe ich mich gegenüber ein zwei kollegen geöffnet (outen hat so einen komischen beigeschmack von linksseitig). doch die fragen und scheelen blicke ließen nicht nach.

ich habe dann zu einem kleinen trick gegriffen, der es mir abnahm, jedem immer und immer wieder die gleiche geschichte erzählen zu müssen.

unter dem siegel der verschwiegenheit habe ich mein problem dann zwei drei plaudertaschen erzählt und die konnten natürlich nicht dichthalten. so machte mein dilemma die runde.

hätte schiefgehen können, aber es war in meinem fall der richtige weg die komischen blicke ließen mit der zeit nach und heute bin ich das, was ich bin. ein kollege mit einschränkungen, dem man nicht mehr neidet, daß er einige "erleichterungen" im dienst hat.

lg
jürgen
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Beitrag #4 von mehlbox2001 » 21 Nov 2006 02:56


... das nenne ich geglückte Kommunikation! Die bürobekannten Tratschtussen kann man in der Tat vielfältig einsetzen ;-)

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Outing am Arbeitsplatz

Beitrag #5 von Stefan_CH » 22 Nov 2006 21:00


Hallo
tja am Arbeitsplatz ist das immer so eine Sache bei mir wissen sie es nicht, den ich weiss ja auch nicht was die für Unterhosentragen und interessieren tuts mich ja auch ned, also habe ich mir vorgenommen keinem zu erraten was unter meiner Jeans ist. Die Blicke fange ich ab indem ich meistens schwarze Jeans anhabe und was längeres über den Po sieht aber auch sehr gut aus. Denke das muss auch keiner wissen im Geschäft und da habe ich es auch gut im Griff bis jetzt.

Beim Freundeskreis wissen es aber auch nur die besten Freunde weil ich eben immer noch der Meinung bin interessiert mich ja auch nicht was die unter den Hosen tragen und irgendwie ist es auch was intimes.

Bis jetzt bin ich gut gefahren so
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Beitrag #6 von Mon » 19 Dez 2006 18:40


Na Hut ab!
Wenn meine Kolleginnen wüssten, dass ihr "Chef" sich einmacht...
Nee, nee, nee.

Grad eben pinselte ich zu einem anderen Thema ein paar Zeilen. Doch eben das hiesige, HIER, das wird mir immer brennender.

Ehrlich gesagt: hoffentlich liest keiner aus meiner Gegend diesen Beitrag.

Wie schon geschrieben, der Weg zum Doc, das ist für mich eine Art Finale. Den gehe ich erst, wenn der Leidensdruck derart hoch geworden ist, dass es mir "egal" ist, ob jemand merkt, dass ich's nicht halten kann, bzw. Windeln benutze(n muss).

Bisher habe ich mich zwei (!) Mal geoutet. Das war zum Glück relativ weit weg. Allerdings war's beim zweiten Mal schon brenzliger. Die Dame weiss, wo und als was ich arbeite - schlimmer noch: sie kennt meine Kolleginnen. Ich habe ihr gesagt, sie möge mein Problem bloß ja für sich behalten. Zugegeben, ich habe ihr gesagt, dass ich mal "temporär" Windeln trug. Dass es derart schei... (oh sorry) steht, habe ich verschwiegen.

Andreas (mehlbox): Du hast recht, das Outen ist nicht so einfach.
Bei mir hängt der Job dranne. Mir ist einfach nicht so, dass ich mich einfach mal eben ins gelobte (aber leider völlig überstrapazierte) soziale Netz fallen lassen möchte. Der totale Horror: ich werde begrüßt mit "Na? Hose voll?" oder "Soll ich Dir die Windel wechseln?" Auch wenn es alles Krankenschwestern sind - nein danke!

Sorry, ich bin eben mental (noch) nicht so weit. Körperlich wohl schon lange.

Übrigens: ich brauche keinen Trost. Ich möchte nur zwei Dinge hier los werden:
a) Danke, dass ich mal 'was dazu raus lassen konnte,
b) ich hoffe, dass dieser Beitrag anderen hilft, mit sich selber zurecht zu kommen.
Denn letzteres ist es, worauf es wirklich ankommt!
Das hat mir auch die bisherige Standfestigkeit (neudeutsch: coolness) gegeben. Und ich hoffe, es noch ein wenig länger hinauszögern zu können: dieses Sch... outen.

papa: Da gab es mal ein Buch: "Wie sag ich's meinem Kinde?" Das drehen wir mal eben um: "Wie sag ich's meinen Eltern?" Hier eröffnet sich die zweite Front. Ich bring's nicht fertig. Feigheit vor dem Feind? Nee - meine Eltern sind keine Feinde. Nur eben "anders". Speziell zu Deinem Beitrag:
Einer Schnattertante das erzählen? Dann stell ich mich besser gleich an den Pranger auf dem Marktplatz. Das weiss ich, was ich habe. Hast Du schon mal als einziger Kerl in einem "Weiberhaufen" arbeiten müssen? Als Vorgesetzter? Kannst Du Dir vorstellen, wie es in einem Gänsestall zugeht? Mach Dir mal selber einen Reim drauf. Ich möchte Dich nicht angreifen, aber Dein Weg Dich zu outen, ist halt kaum ein für mich gangbarer. Ich hör schon das Geschnatter: "Hahaha, da kommt der Pullermann", "Hat sich bestimmt nass gemacht." Entsetzliche Vorstellung das.

Dann lieber "heimlich" eine Windel dran, damit der Stress (also die Angst, 1. dass etwas in die Hose geht; 2. dass jemand merkt, dass ich krank bin; 3. dass ich eigentlich in diesem Beruf beser nicht mehr arbeiten sollte; 4., 5., 6. u.s.w.) wenigstens ein bisschen reduziert ist.

Wenn ich nur daran denke, wie viel unsagbar, unsägliches Schwein ich hatte, als mir mal ein Schwall auf Arbeit ins helle Arbeitshosel ging... Wie ich ziemlich "clever" mit nasser Hose unentdeckt ins Auto kam, und nach hause rasen, zum Wechseln... Uffffffffffffffffffffff...

Seit diesem schockierenden Erlebnis - lieber freiwillig ein Hilfsmittel benutzen. (Binaber nicht derart schockiert gewesen, dass ich zum Doc ging. Der Faktor Peinlichkeit/Angst vorm Outing war höher als das körperliche Versagen.)

Dann lieber eine Windel. Das gibt ein Gefühl der (relativen) Sicherheit (zumindest, bis diese entdeckt wird). Wir haben leider nur eine Toilette für alles Personal. In einem Damenbetrieb logischerweise nicht ganz so einfach, unentdeckt/unbeobachtet dort hin zu gelangen. Glaubt mir, man(n) entwickelt ungeahnte Vertuschungs-Kräfte! Man(n) wird richtig kreativ!

So hat eben jeder mit seinem "Leiden" zu eiern.
Zum Doc? Habe acht Jahre Chirurgiestation als Job gehabt. Denke, ich darf mich als Insider betrachten. Mein Resümee: anderer Leute "Elend" kann ich sehr gut verstehen, nachvollziehen, damit umgehen, sie trösten, ihnen helfen usw. - aber selber?

Äks.

Mon.
(der übrigens nicht so sehr am Leben hängt. Vielleicht könnte man ja das Thema Euthanasie als Alternative erwähnen? Klingt doch richtig "schön" schwarz - oder? Ich hör schon das entsetzte Kreischen...)
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