Mein kl. Bruder leidet an Enkopresis, aber meine Eltern schauen weg!!!

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
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Mein kl. Bruder leidet an Enkopresis, aber meine Eltern schauen weg!!!

Beitrag #1 von Honey23 » 15 Dez 2006 14:44


Hallo,

mein kleiner Bruder (13-Jahre) leidet seit über 6 Jahren an Enkopresis. Er nässt sich auch oft ein.
Ich weiß nicht mehr weiter, dass belastet mich sooo sehr und ich leide auch stark darunter. Natürlich weiß ich das mein Bruder auch stark darunter leidet aber ich halte es echt nicht mehr aus!!! Ich möchte so gerne das es ihm gut geht. Das schlimme daran ist das meine Eltern alles schlimmer machen.
Sie haben sich nicht mal darüber informiert was das ist was er hat und waren deswegen nie beim Arzt!!! Ich bin diejenige die das Internet durchsucht hat.
Mein Vater hat am Anfang nur geschumpfen und hat versucht mit Sachen wie wenn er es für ein Monat ohne in die Hose machen aushält bekommt er eine PS2, aber anstatt das, dass hilft hat es nur dazu geführt das er es versucht hat zu verheimlichen und verstecken. Aber seit ca. 1 Jahr schaut mein Vater weg und motzt nur ab und zu rum. Meine Mutter schweigt auch sie sagt nur manchmal zu meinem Bruder, wenn er so stark riecht das das ganze Zimmer stinkt, du, es wäre denk mal gut wenn du mal wieder duschen würdest.
Ich halt das alles nicht mehr aus... Mein Bruder tut mir sooo leid, seine Gesundheit macht mir sorgen, mich regt es sooo auf ich kann niemand mehr mitbringen da alles nach Kot riecht. Das Sofa, die Stühle, manche Zimmer, die Sofa-decken (die nimmt er immer wenn er sich eingekotet hat und wickelt sich die um sich), egal wie oft man putzt oder wäscht alles stinkt, was mir auch stark weh tut ist das ich meinen Bruder gern mal umarmen würde aber manchmal stinkt er so das ich nicht mal in seiner nähe sein will.
Manchmal hat er es Tage lang nicht mehr und manchmal mehrmals am Tag.
Was ich nicht verstehe ist das wenn er sich eingekotet hat und meine Mutter die Anspielung mit der Dusche bringt, er muss es doch selber merken und riechen, dass er dann erst recht nichts dagegen macht.
Ich versuche fast jeden Tag mit meiner Mutter zu sprechen aber das einzige was sie macht ist weggehen. Ich komme mir so hilflos vor, ich will das es ihm gut geht. Warum macht meine Mutter das?? Ich habe ihr aus dem Internet mehrere Infos gezeigt und da steht das es psychisch sein kann.
Wenn das psychische Hintergründe hat ist es ernst und ich denke das es aufjeden Fall psychisch ist denn er hat meiner Meinung nach starke psychische Störungen, z.B er will immer Aufmerksamkeit wenn ich mit meiner Mum rede und er sozusagen nicht beachtet wird sagt er immer: "Mama, mama". Bis meine Mum "ja, was ist denn" sagt dann er "ähhhhh, mmmhhh weiß net, habs vergessen", agressives Verhalten, wenig Freunde, sitzt den ganzen Tag nur am PC oder TV, Wutausbrüche mit heulend auf dem Boden liegend, er ist noch wie ein kl. Kind, ich mein er ist 13-Jahre und schläft noch bei meiner Mutter im Bett, hat manchmal abends Angst alleine in nem Zimmer zu sein.
Aber sie hat die Berichte gelesen und ich hab versucht mit ihr zu reden aber sie ist aufgestanden und ohne ein Wort zu sagen gegangen.
Es ist ja nicht nur wegen der Enkopresis was dazu kommt ist das mein Bruder starkes Übergewicht hat. Ich schätze er ist so 1,55 cm und wiegt sicher über 65 Kg. Von Tag zu Tag wird er dicker. Aber das interessiert meine Eltern nen scheiß. Mein Vater denkt es hilft wenn man Straft und schimpft und böse auf diese Probleme mit verboten eingeht. (Mir glaubt er nicht das es der absolut falsche weg ist). Meine Mutter denkt wenn sie ihre Augen und ihre Ohren zu macht ist das Problem nicht mehr da....
Wie kann ich ihm helfen?? Ich weiß gar nicht wie ich da was machen soll. Ich bin doch nur die Schwester und kann mit ihm ja zu keinem Arzt was auch gar net gehen würde da er es sozusagen vor mir abstreitet und regelrecht agressiv wird. Er ist mal aus Wut mit der Gabel auf mich los, hat mir beim Essen sachen angeworfen und wenn ich mal versuche mit ihm zu reden sagt er dass er mich haßt!!!!

Was für Schritte muss man gehen dass er wieder ein schönes, normales Leben bekommt??
So kann es nicht mehr weiter gehen!!!!!

LG Honey
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Honey23
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Beitrag #2 von Honey23 » 15 Dez 2006 14:56


Ohjeeee, ich habs glaub ich ins falsche Forum rein, mein Beitrag gehört eher ins Inkokids - Forum... Kann man das irgendwie verschieben???
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Beitrag #3 von Chris00 » 15 Dez 2006 15:30


Hallo,

da er es "erst" seit 6 jahren hat, klingt es stark nach psychosomatischen Ursachen. Wenn ich richtig mitgerechnet habe, wäre das also so etwa mit 7 gewesen, dass es angefangen hat, und da drängt sich mir doch direkt "Einschulung" in den Kopf.

Auch ein Aggressives Verhalten könnte ein Indiz sein.

Da es sich aber um einen Jungen in der Pubertät handelt, ist das Vorgehen um so schwieriger (da die Reaktionen kaum berechenbar sind) und ohne Unterstützung der Eltern wird es nochmal schwieriger.

Kannst du nicht mit ihm zu einem Arzt gehen? Wie ist euer Verhältnis?

Ansonsten ist es recht schwer, aus der Ferne etwas dazu zusagen. Aber der wäre nicht der erste Junge, der wegen persönlich empfundenen Druck in der Schule (Lehrer, Schüler) anfängt einzukoten. Und er ist weiß-gott nicht der erste, dem es (aus reinem schutz für die seele) irgendwann scheinbar egal ist.

Tja... So was lässt sich im Forum nur schwer hinreichend Diskutieren.

Mein vordringlicher Tip bleibt aber: Auf den Jungen eingehen, seine Sorgen ernstnehmen und ein Besuch bei einem Arzt.

Für weiter Diskussion stehe ich in jeder Kontaktform gerne zur Verfügung.
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Beitrag #4 von Brandy » 16 Dez 2006 16:27


Hallo Honey23,

Ich wünsche dir viel Kraft und Geduld mit deinem Bruder. Er braucht dich in dieser Situation bestimmt sehr, auch wenn er es dir vielleicht nicht mitteilt.

Sehr wichtig ist aber auch, dass du den Kontakt zu deinen Freund(inn)en nicht verlierst. Könnt ihr euch anderswo treffen, wenn es bei dir zu Hause nicht möglich ist.

Sonst kann ich mich dem Chris nur anschließen: Es wäre enorm wichtig, dass ihr einen Arzt aufsucht und med. Hilfe bekommt.

Alles Gute!

LG
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Danke.....

Beitrag #5 von Honey23 » 17 Dez 2006 22:52


Hallo,

danke für die Info´s.

Ich denke auch das es extrem wichtig ist das er zu einem Arzt geht. Das Problem ist das ich über dieses Thema mit ihm nicht reden kann, er reagiert sofort aggresiv. Sonst haben wir ein super Verhältnis. Naja, ich verstehe schon das er mit mir schon gar nicht darüber reden möchte. Ich muss nur meine Mutter endlich dazu bringen mit ihm zu einem Arzt zu gehen, was sie mir schon seit Jahren verspricht aber nie macht. Sie belastet es sehr aber machen tut sie gar nichts dagegen, was ich gar nicht verstehen kann, es geht doch um ihr Kind. Sie meint immer mit der Zeit geht das auch weg, aber das stimmt nicht!!!

Ich werde aufjeden fall versuchen irgendwie mit ihm zu einem Azt zu gehen.

LG
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Hallo Honey

Beitrag #6 von Fabi » 18 Dez 2006 14:18


Hallo Honey
von alleine geht das "Proplem "nicht weg,spreche aus Erfahrung, Mein Sohn leidet seit 10 Jahren daran.Mittlerweile seit 3 Wochen ist es super, er bekommt Medikamente zum Abführen,
Vorher war es ihm auch peinlich sich zu diesem Thema zu äußern.
Wir haben mittlerweile auch alles durch, vom Psychologen Kinderärzte und Urologe.Wobei der letztere uns super weiter gebracht hat.
Ich wünsche deinem Bruder viel Erfolg
:lach:
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Beitrag #7 von mehlbox2001 » 12 Jan 2007 04:48


... als Versicherungsagent kann ich das Grauen vor solchen Lebenssituationen mehr als verstehen ... Bei Kunden weit jenseits der Pensionierungsgrenzen, wo ich die angesprochenen sogenannten "Sofa-Decken" seh, kommt mir das Grausen ... Warum leisten die sich nicht einmal angemessene Unterwäsche auf Kassenkosten ... ? Da sind wirklich noch Scham und Heimlichkeiten zu Hause, obwohl das jeder meiner Kollegen weiß ... Übrigens genauso wie jeder Pfarrer, der Hausbesuche macht ... Schlimmer noch, wenn es um einen Jungen geht ...

Ich weiß in solchen Situationen auch nicht, was ich tun soll ... irgendwie hilflos ...

Andreas
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