immer verzweifelter

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
Hier könnt ihr über eure Ängste, Sorgen und Nöte reden.

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immer verzweifelter

Beitrag #1 von loewenherz » 06 Jan 2008 14:27


hallo,

ich stelle mich erst einmal vor. ich heiße christine und bin 32.
als kind habe ich bis zu meinem 10. lebensjahr eingenässt (nachts) dann habe ich in der pubertät mich eingekotet (tagsüber) heute weiß ich, dass all das folgen des jahrelangen missbrauchs waren. mein vater und ein freund haben mich über jahre hinweg benutzt und auch mich dazu gezwungen zu urinieren und auf sie zu defäkieren. sorry dass ich das hier so deutlich schreibe, aber es sind nunmal fakten.
heute habe ich mit beidem ein problem...immer öfter (besonders im vergangenen jahr) passiert es mir, dass ich tagsüber einnässe...gestern dreimal innerhalb von wenigen stunden :oops: und in diesem moment schäme ich mich so sehr dafür, dass ich es noch nicht mal geschafft habe, nach dem ersten mal aufzustehen um mich umzuziehen und zu waschen. erst nach stunden, nach dem dritten mal konnte ich vor scham aufstehen und mich waschen. dann wasche ich mich so extrem, dass alles von meinem genitalbereich bis zu den knien die innenschenkel blutig sind...
und andererseits ist da das problem, dass ich meinen stuhl oft stundenlang einhalte...so lange bis ich mich vor schmerzen beinahe übergeben muss...aber es gibt mir ein gewisses gefühl der kontrolle...
und so ähnlich ist es auch beim einnässen. ich halte es so lange ein, hab die größte kontrolle über meinen körper, nehme dann aber nicht den punkt wahr, an dem ich es nicht mehr einhalten kann und dann lasse ich es laufen. und es sind nicht nur ein paar tropfen, sondern wirklich viel...und dann schäme ich mih, denn nun habe ich keine kontrolle mehr über meinen körper, sondern mein körper über mich :(
mein arzt hatte mich schon zum urologen geschickt, aber organisch ist alles in ordnung und wir beide wissen, dass es psychisch bedingt ist...ich denke ich werde dieses thema in den nächsten wochen in der therapie angehen, denn so wie es im moment ist kann es nicht weitergehen...ich habe seit dienstag seit ich aus dem urlaub wieder da bin 5 mal eingenässt, alleine eben gestern drei mal...langsam ist es echt belastend für mich.
christine
mädchen weinen mit der blase
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Herzlich Willkommen

Beitrag #2 von chrissy1 » 06 Jan 2008 14:50


Hallo Christine,willkommen bei uns :)

Ist ja wirklich schlimm was Dir widerfahren ist.*Dich mal in Arm nimmt*
Dein Problem gehört in die Hände eines guten Psychologen,der Dir dabei hilft,die fürchterliche Zeit von früher zu verarbeiten.
Du wirst im Unterbewußtsein die Kontrolle Deines Körpers übernehmen wollen,da man Dir früher jegliche Kontrolle genommen hat.Das hat sich in Dein Gehirn eingefressen und muß auf langsamen Wege ,wahrscheinlich durch viele Sitzungen erstmal richtig verarbeitet werden.Dann wirst Du sicher auch mit all dem aufhören.

Mein Rat vorab; geh auf die Toilette wenn Du mußt.Gleich !!! Nicht das sich die Blase soweit dehnt,dass sie Schaden annimmt.( wenn sowas geht)Dann hast Du nämlich noch ein Problem mehr :(

Lieben Gruß
Das Leben ist zu kurz um Trübsal zu blasen * drum lächel *wenn Du meinst,es geht nicht mehr * lächel * Nur so kannst Du das Elend ertragen *
In diesem Sinne ein Lächeln von mir
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Re: Herzlich Willkommen

Beitrag #3 von ela » 06 Jan 2008 17:52


chrissy1 hat geschrieben:Hallo Christine,
tut mir von ganzen herzen leid, was dir wiederfahren ist !!!!!!
anzeigen solltest du die übeltäter,wäre der erste schritt zur selbstheilung.
mfg ela

Ist ja wirklich schlimm was Dir widerfahren ist.*Dich mal in Arm nimmt*
Dein Problem gehört in die Hände eines guten Psychologen,der Dir dabei hilft,die fürchterliche Zeit von früher zu verarbeiten.
Du wirst im Unterbewußtsein die Kontrolle Deines Körpers übernehmen wollen,da man Dir früher jegliche Kontrolle genommen hat.Das hat sich in Dein Gehirn eingefressen und muß auf langsamen Wege ,wahrscheinlich durch viele Sitzungen erstmal richtig verarbeitet werden.Dann wirst Du sicher auch mit all dem aufhören.

Mein Rat vorab; geh auf die Toilette wenn Du mußt.Gleich !!! Nicht das sich die Blase soweit dehnt,dass sie Schaden annimmt.( wenn sowas geht)Dann hast Du nämlich noch ein Problem mehr :(

Lieben Gruß
:lach:
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Beitrag #4 von klaro (+16.05.2008) » 12 Jan 2008 17:21


halo Loewenherz

mir erging es als kleinkind bis und mit Ende Pubertät ähnlich. Bin auch froh, leben beide Täter nicht mehr.
Das mit dem *Anzeigen* wäre ein richtiger und wichtiger Schritt, aber ich weiss, dass viele Betroffene dies nicht schaffen.

Selber als Mutter hab ich es geschafft, einen verwandten anzuzeigen, der mir hinter eine meinr Töchter ging. Es kam zu Gerichtsfall, wobei er sich fein rausreden liess. IMMERHIN ist er aber vorgemekrt, was auch wichtig ist. Ebenso habe ich es in deer Verwandschaft rumerzählt, vor allen den Familien mit Mädchen im betreffenden Gefahren alter.



Das Thema Kontrolle haben, verlieren, schämen, zwingen=Zwänge,sich hilflos fühlen und doch stark sein müssen, etc.
sollte auf jeden Fall in der Therapie angesprochen werden. Braucht aber tolle Mut.

Was ich dir nebenher empfelhen kann ist, dir online eine Selbshilfegruppe zu suchen, die mit dem Thema
s*x M*ssbr*uch
sich beschäftigen. Ich war rund 3 Jahre online in einer SHG für M*ssbrauchsopfer. Man kann so auch gut schreiben, wird verstanden, bekommt Unterstützung, kann wieder stoppen , wenns zuviel wird. Also Real in der Therapie ist bestimmt
das wichtigst, damit die Aerzte auch wissen, WO ein Ursprung des Elends liegen kann.

Andererseits machten viele in den online Selbsthilfegruppe die Erfahrung, dass gewisse Verarbeitungs Abläufe im Verhältnis zu realen Arzt-Psychiaterterminen, einiges rassanter vorwärts geht. Dies kann ich auch bestätigen.

versuch doch mal, beides nebeneinander . Es in der Therapie anzusprechen und wenn du Zeit hast, dir ein Forum suchen, wo es dir wohl ist, wo du Vertrauen und Fundament findest, dich aufgehoben fühlst und reden und erzählen kannst.

Von Gleichbetroffenen wird man am wirklichsten verstanden. Und glaub mir, von denen gibts* zur Genüge* leider.

liebe Grüsse, klaro :fleissig:
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Beitrag #5 von marion » 08 Aug 2008 19:21


Hallo christine ist zwar schon eine weile her das du on warst aber wenn du mal wieder reinschauen solltest, wirst du feststellen das du nicht alleine bist
ich weiss in etwa was du erleben musstest
ich befürchte das du damit auch nicht zur pol. gegangen bist
die beweg gründe dafür sind mir auch klar.
gruss marion[/u][/b]
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Beitrag #6 von muecke76 » 05 Jan 2009 11:39


Hallo Christine,

ich habe mit großem Entsetzen deinen Beitrag gelesen. Ich kann dir leider versichern das Du nicht alleine bist. Es gibt auch Männer denen so etwas in anderer Form widerfahren ist.
Bitte geh zu einen Arzt und rede mit ihm, wenn du noch nicht soweit bist hoffe ich das du jemandem in deinem Umfeld hast der dich unterstützt oder dir zumindest zuhört. Es ist wie du beschrieben hast, der Körper hat Kontrolle über dich und nicht du über ihn, aber je besser es dir geht, um so schneller ist es wieder umgekehrt.

Vielleicht hilft es dir, wenn ich dir sage das schreiben und reden hilft. Du musst nicht hier oder wo anders schreiben, es hilft schon wenn du es einfach nur für dich aufschreibst, wenn es sein muss immer und immer wieder. Es nimmt der Vergangenheit Stück für Stück den Schrecken und entlastet den Kopf. Nicht desto trotz brauchst du einen guten Arzt und eine Therapeuten. Ich hoffe du hast zumindest das erstere. Achso, wenn du nicht reden willst reicht es auch wenn du deinem Arzt einfach das steht was du aufgeschrieben hast in die Hand drückst. Er oder sie wird dann wissen was zu tun ist.

Ich möchte dir an dieser Stelle dir eine sehr seröse und hilfreiche Internetadresse geben wo du mehr als nur ein offenes Ohr dafür findest: www.gegen-missbrauch.de
(sollte es nicht gestattet seinen einen Querlink in einem Text anzugeben so bitte ich vielmals um Entschuldigung und hoffe das er einfach gelöscht wird) Die Seite gebe ich aber gerne auch auf persönliche Anfrage weiter.

Ich möchte hier erst mal Enden und hoffe von Dir wieder zu lesen wie es dir geht und wünsche dir alles erdenklich gute für dieses Jahr

Gruß fress2
Carpe diem
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Beitrag #7 von skysurfer » 28 Mär 2009 16:52


ich muss auch erstmal schlucken nachdem ich deinen beitrag gelesen habe christine aber ich kann auch erstmal nur empfehlen wie chrissy sagte bei den kleinsten anzeichen zur toilette zu gehen da es sonst schlimmer werden kann und damit tust du dir ja sicherlich auch keinen gefallen oder? es wäre gut über deine vergangenheit mit bestimmten leute zu reden da es ja auch eine psychische sache ist mit der du auch besser klarkommen musst. ich meine wenn du nicht drüber redest dann machst du dir später vielleicht selber vorwürfe das es doch besser gewesen wäre darüber zu reden. suche dir auch eine person deines vertrauens und rede mit ihr darüber stück für stück.
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Beitrag #8 von Mikey » 14 Jan 2010 10:02


Ich weiß dass dieses Threat schon länger drinsteht. Aber trotzdem möchte ich darauf antworten.

Auch ich habe als Kind (6-10) die Hölle auf Erden erlebt. Und ich leide noch heute unter den Auswirkungen. Mein Doc meinte meine Inko wäre eine frühkindliche posttraumatische Belastungsstörung.

Ich bin schon seit Jahren (genauer 16 Jahre) in psychiatrischer und psychologischer Behandlung. Trotzdem, für mich: OHNE Erfolg.

Und dabei erhalte ich schon Tabletten... viele Tabletten...

Ich habe sehr oft suizidale Tendenzen, bin z.Zt. aber stabil.


Kopf hoch, auch wenn es schwer ist. WIR SIND STARK! WIR SCHAFFEN DAS! (auch wenn ich es sehr oft bezweifele.... aber Hoffnung stirbt zuletzt)


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