Immer auf Hilfe angewiesen sein?

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
Hier könnt ihr über eure Ängste, Sorgen und Nöte reden.

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Immer auf Hilfe angewiesen sein?

Beitrag #1 von Tabor » 19 Okt 2008 21:16


Hallo,
war mal wieder in der Klinik, weil ich keinerlei Kontrolle mehr über mein linkes Bein, Hand,die Blase und den Darm hatte. Somit lag ich 14 Tage in Windeln gewickelt auf der Neurologie/Neurochirurgie und kam mir ziemlich ausgeliefert vor. Immerhin hat man zwei Zysten an der Wirbelsäule entdeckt und eine davon entfernt, die andere war zu riskant, zwecks Lähmung. Jetzt habe ich Angst, dass ich auf Dauer auf Hilfe angewiesen sein werde. Anfang November muss ich nochmals in die Klinik und werde am Bein operiert. Langsam habe ich keine Lust mehr auf Klinik. Wer kann mir wieder etwas Mut machen? Für mich ist alles Neu so auf Hilfe angewiesen zu sein.
Danke schon mal !
Gruß
Anne
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Tabor
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Immer auf Hilfe angewiesen sein

Beitrag #2 von Gabi » 20 Okt 2008 13:05


Hallo Anne

Mit Bestürzung habe ich deinen Beitrag gelesen. Ich kann deine Ängste gut verstehen. Wie ich aus deinen Beträgen gelesen habe, hast du in letzter Zeit einige schwere Verschlimmerungen deines Gesundheitzustandes erlitten. Das tut mir sehr leid. Wie ich dir Mut zusprechen kann weiß ich nicht, aber ich wünsche dir viel Kraft und trotz der Verschlimmerung viel Humor. Gebe die Hoffnung auf bessere Zeiten nicht auf. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass es leichter wird, wenn man ausgeglichen ist und trotzdem auch noch lachen kann. Ich hoffe von Herzen, dass deine Lähmungen sich etwas verbessern könnten und du noch eine gewisse Selbstständigkeit erhältst. Denke positiv (das Glas ist halb voll, nicht halb leer) wenn es auch sehr schwer ist.
Es gibt immer wieder neue Wege die man finden wird..

Ich wünsche dir sehr sehr viel Besserung und viel Glück für deine weiteren Therapien.

Alles Gute

Gabi
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Beitrag #3 von Struppi » 21 Okt 2008 01:17


Hallo Anne,

es tut mir leid zu hören, wie die Dinge sich bei Dir im Augenblick entwickeln.

Na, wer hat schon Lust auf Klinik :wink: ?! - Nein, Scherz beiseite... Es ist eine ätzende, im Moment für Dich sehr aussichtslos erscheinende und beängstigende Situation (die ich aus eigener Erfahrung auch kenne). Daher möchte ich Dir Mut machen und sagen, dass Du Deine "Mitte" wiederfinden wirst, egal, wie es weitergehen wird.

Krankenhausaufenthalte sind immer unangenehm, man ist nicht in seiner gewohnten Umgebung und - wie in Deinem Fall - dann auch noch auf Fremdhilfe angewiesen... das ist natürlich erstmal der Super-GAU.

Es erfordert mitunter mehr Stärke, Hilfe auch annehmen zu können als diese zu verweigern und es allein durchziehen zu wollen.

Lass alle Hilfe zu, die Du bekommen kannst!!! - Wenn es hilft, sprich mit einem Psychologen oder Seelsorger, mit Freunden, Familie - Reden kann helfen. Wenn Dir nicht danach ist, dann lass Dir auch keine Gespräche aufdrängen, teile Dir Deine Recourcen genau ein.

Selbst, wenn wir mal rein spekulativ davon ausgehen, dass sich an Deinem Hilfebedarf nichts ändern sollte, so kann ich Dir wirklich versprechen (!), dass Du an diesem Zustand nicht zerbrechen wirst, auch wenn sich das im Moment vielleicht so anfühlt. "Der Mensch ist ein Gewohnheitstier" trifft hier wirklich zu, jeder Mensch kann sich in nahezu jeder Situation anpassen, findet in sich Kräfte, von denen er gar nichts wußte!

Warte erstmal ab, was nach der erfolgten Wirbelsäulen-OP an Funktionalität sich jetzt im Laufe der nächsten Wochen ergibt und wiederkehrt... insbesondere WS-Eingriffe brauchen Zeit, gib Dir selbst diese Zeit.

Auch, wenn Dir das im Moment nicht hilft, aber ich bin seit nahezu 11 Jahren 24 Std./Tag u.a. auf eben die von Dir angesprochene Hilfe angewiesen - ohne meinen Pflegedienst, meine Frau und Freunde/Familie müßte ich in einem Heim leben... und ich lebe wirklich sehr, sehr gern! Es brauchte Zeit, aber ich möchte dieses Leben nicht missen, liebe es so, wie es ist; mit all' seinen Einschränkungen und dem Hilfebedarf.

Man kann auch mit Hilfe leben - und ich bin sicher, Du wirst auch mit einer solchen Situation fertig, wenn es Dich wirklich betreffen sollte.

Ansonsten schließe ich mich den Worten meiner Vorschreiberin an und wünsche Dir für die kommenden Eingriffe und Therapien alles erdenklich Gute!

Grüße

Hannes
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Geht schon weiter

Beitrag #4 von Tabor » 21 Okt 2008 08:02


Hallo ihr Zwei,
danke für eure Antworten und eure guten Wünsche. Zum Glück sind die Momente in denen mir das Lachen vergeht nur von kurzer Dauer . Aber vielleicht soll das einfach gerade mein Lernprozess sein "Hilfe annehmen zu können". Das ist für mich echt das Schwerste, weil ich bisher diejenige war, die immer und überall zu Hilfe gerufen wurde egal ob Beruf, Familie oder Freunde. Und das ist für mich immer noch tierisch schwer von anderen, auch Fremden gewickelt und gewaschen zu werden. Eigentlich graut es mir hauptsächlich davor und der Horror vor der nächsten OP rückt näher. Aber wahrscheinlich gewöhne ich mich auch irgendwann daran, aber jetzt muss ich einfach noch darüber reden und etwas hardern.
Liebe Grüße
Anne
:? :wink:
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Beitrag #5 von Gabi » 21 Okt 2008 13:07


Hallo Anne

So ist es richtig! Rede (schreibe) dir deine Sorgen von der Seele, das tut gut. Das habe ich auch gemerkt, als ich mich das erstemal hier im Forum gemeldet habe und viele Ratschläge bekommen habe. Die dunklen Tage werden auch wieder heller und du wirst deinen neuen Weg finden.

Alles Gute wünscht dir

Gabi
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wieder draußen

Beitrag #6 von Tabor » 30 Nov 2008 11:31


Hallo,
bin mal wieder aus der Klinik draußen, hatte zwei Op´s am Knie und Bein. Lief alles gut und auch die Blase hat sich komischer Weise beim DK in der Klinik erholt. Allerdings habe ich noch ziemliche Schmerzen vorallem im Rücken. Aber laut Ärtzte, wenn sich die Körperstatik erholt (sprich Bein und Knie wieder voll funktionsfähig ist), dann soll es auch mit dem Rücken besser werden. Aber solange bin ich eben auf ziemlich hohe Schmerzmittel (Morphin) angewiesen. Laufe auch gerade wieder viel mit Krücken, weil die Physiotherapeuten vom Rolli abraten.
Blase geht es so weit auch besser letzte Restharnmessung 200ml (so wenig hatte ich noch nie)
Also alles in allem zwar mühsam aber aufsteigend.
Liebe Grüße und eine schöne Adventszeit!
Anne
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Beitrag #7 von Gabi » 01 Dez 2008 12:55


Hallo Anne

Ich freue mich riesig, dass du alles gut überstanden hast und wieder ein heller Schimmer von Hoffnung da ist.

Weiterhin eine gute Genesung wünscht dir

Gabi
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