Temoräre Inko?

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
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Temoräre Inko?

Beitrag #1 von Siggi » 17 Dez 2004 18:29


Hallo User,
ich bin völlig neu hier im Forum. Mein Problem: Ich hatte vor etwa 6 Wochen eine bakterielle Infektion der Blase. Verbunden damit - für mich völlig überraschend - einen unkontrollierten Harnabgang. Der Urologe gab mir Antibiotika und die Zuversicht, in wenigen Tagen ist die Inkontinenz mit dem Abklingen der Infektion verschwunden. Leider, leider traf die Vorhersage nicht ein! Jetzt habe ich den unkontrollierten Abgang soweit im Griff, dass ich durch regelmässigen, halbstündigen WC-Gang die Blase "erziehe". Aber bin ich außer Haus und auch Nachts komme ich ohne dickes Windelpaket nicht aus. Hat jemand von euch Erfahrung mit dieser Begleiterscheinung der Infektion? Gibt es wirklich eine Aussicht, dass sich die Inko wieder reguliert? Mein Hausarzt meinte nur, Geduld sei erforderlich. Aber reicht Geduld aus? Kann ich mir Hoffnung machen? Wer hat ähnliches durchgemacht?
MfG
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Beitrag #2 von Jens Schriever » 17 Dez 2004 21:26


Hallo Siggi

So wie du das beschreibst hört sich das nach einer Urgeinkontinenz an ,herforgerufen durch die Infektion.Es kann durchaus sein daß deine Nerven geschädigt worden.
Zur abklährung solltest du dich an einen Urologen wenden der einen Urodynamischen Messplatz hat (hat nicht jeder Urologe).
Außerdem sollten die Nerven auf Leitfähigkeit überprüft werden.
Erst danach kann man mehr Sagen.


Grüße Jens
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Jens Schriever
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Beitrag #3 von Sirius » 18 Dez 2004 14:42


Hallo Siggi,

kenne das Problem, bei mir war es eine bakterielle Prostataentzündung, die sich bei mir unter anderem auch dadurch auszeichnete - bzw. auszeichnet -, dass es nachts unbemerkt in die "Hose" geht. Tagsüber habe ich den Harndrang, der sich immer wieder einstellt, gut im Griff.
Nach den ersten beiden Antibiotika-Kuren waren keine Erreger mehr nachweisbar, dass Problem des nächtlichen Einnässens ist seitdem weniger geworden, hat aber noch nicht ganz aufgehört.
Letzte Woche erneut Antibiotika :| - ich glaube, sowas nennt man dann chronisch. Ich fürchte, ich werde noch ein bisschen mit dem Problem zu tun haben. Aber wozu sind die Hilfsmittel da?

Meine persönliche Erfahrung ist, dass man die eigene Psyche nicht unterschätzen darf. Immer dann, wenn ich besonders aufgepasst habe, dass nichts passiert, war sozusagen der Unfall vorprogrammiert. Lass Dir Zeit und setze Dich nicht zu sehr unter Druck. Dieses Verhalten führt bei mir nur dazu, dass ich ähnlich wie Du es schilderst wirklich jede halbe Stunde auf Toilette laufen muss.

Wenn jedoch der Verdacht besteht, dass etwas anderes nicht in Ordung sein könnte, besser nochmals zum Arzt.

Cu Sirius
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Beitrag #4 von Helmut » 19 Dez 2004 11:42


Hallo Siggi,

eine bakterielle Infektion der Blase kann durchaus eine Inkontinenz, meistens dabei eine Dranginkontinenz auslösen. Wenn die Behandlung rechtzeitig eingeleitet wurde, dann lässt sich in den allermeisten Fällen auch eine dauerhafte Schädigung der Nerven in der Blase verhindern. Entsprechende Medikamente hast du ja bekommen und die Behandlung hatte auch soweit Erfolg, daß die Bakterien verschwunden sind. Die Inkontinenz selber ist da etwas schwieriger zu behandeln, da eine Nervenreizung bzw. eine Nervenschädigung sich nicht so einfach behandeln lässt.

Du solltest aber auf alle Fälle zu einem Urologen gehen, der dir da sicher besser helfen kann, als dein Hausarzt. Er wird dir nach eingehender Untersuchung zuerst einmal Medikamente geben, die deinen Harndrang mindern und das Blasenvolumen etwas erhöhen. Denn wenn du alle halbe Stunde zur Toilette gehst, dann machst du damit irgendwann deine Blase kaputt, da sie es nichtmehr gewöhnt ist, eine größere Menge an Harn zu speichern.

Also warte nichtmehr zu lange mit dem Gang zum Urologen, denn wenn es einmal zu einer dauerhaften Schädigung der Nerven gekommen ist, wird dir die Inkontinenz für den Rest deines Lebens bleiben. Hier helfen dann nur noch die dauernde Einnahme entsprechender Medikamente oder die Verwendung von geeigneten Hilfsmitteln.

Gruß Helmut 8)
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Beitrag #5 von Matti » 19 Dez 2004 12:22


Hallo,


ich würde gerne einmal wissen wie es dazu kommen kann das eine Bakterielle Infektion der Blase von mir aus auch der Harnwege zu einer Schädigung der Nerven führen kann, vor allem einer Dauerhaften? Der Begriff Reizblase ist mit bekannt, darunter versteht man aber in der Regel keine Nervenschädigung, oder?

Gruß

Matti
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Beitrag #6 von Helmut » 19 Dez 2004 17:36


Hallo Matti,

bei einer bakteriellen Infektion der Blase kommt es auf die Sorte der Bakterien an, die diese Entzündung des Blasenmuskels (Detrusor) hervorgerufen hat. Einige Bakterien erzeugen bei ihren Stoffwechselabbauprodukten Stoffe, die einen direkten Einfluß auf die Nervenenden im Blasenmuskel haben können. Diese Abbauprodukte sind mit dem uns bekannten Botox sehr verwand. Es sind die gleichen Stoffe, die auch bei der Lebensmittelvergiftung entstehen.

Auch andere Abbauprodukte von Bakterien können bestimmte Auswirkungen auf die Nervenenden haben und verschiedene Symptome auslösen. Am häufigsten werden dabei die Nerven durch diese Stoffe so stark gereizt, daß ein ständiger Harndrang da sein kann. Aber wie stark die Auswirkungen einer solchen Infektion sein können, das hängt von der Bakterienart ab und wie sie behandelt wurde. Es muß keineswegs eine bleibende Schädigung eintreten, aber die Möglichkeit besteht trotzdem, da kann dir Jens mehr dazu sagen. Aber trotz allem ist eine solche Infektion bei Männern eher selten, schon wegen der Anatomie.

Eine Reizblase bedeutet eigentlich, daß die Reizschwelle der Nerven im Blasenmuskel schon sehr früh auf Umgebungsreize reagieren, das heist, daß zum Beispiel schon bei sehr geringer Blasenfüllung ein fast nicht unterdrückbarer Harndrang entsteht. Die Ursachen dafür können wie oben schon gesagt, eine Infektion durch Bakterien oder auch eine Blasenentzündung sein. Behandelt wird sowas dann meistens mit Toilettentraining und Anticholinergika, um die Reizschwelle wieder auf einen normalen Level zu bringen und die Blasenkapazität zu erhöhen.

Gruß Helmut
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Beitrag #7 von Jens Schriever » 19 Dez 2004 21:16


Hallo Matti

Eine Blasenentzündung kann wen sie nicht Behandelt oder richtig Auskuriert wird sich ausbreiten.Es kann eine Harnröhrenentzündung,Prostataentzündung,Hodenentzündung bis hin zur Nierenbeckenentzündung kommen,was schlimmsten falls ein Nierenversagen mit sich bringt.
Bei der Frau kommt die Blasenentzündung meistens durch die Anatomie (kurze Harnröhre)
wo die Backterien schnell in die Blase aufsteigen.
Beim Mann wird sie oft durch Abflußstöhrungen veruhrsacht(Restharn).Darduch wird sie oft Chronisch.Die Entzündung kann Vernarbungen an der Blasenschleimhaut veruhrsachen,was
einen ständigen Reiz ausmacht.Auch können Immunologische veränderungen an der Blasenschleimhaut hinzukommen.
Eine Blasenentzündung beim Mann ist zum großen Teil mit einer Prostatavergößerung verbunden.




gruß Jens
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Zur temporären Blasenschwäche

Beitrag #8 von Siggi » 20 Dez 2004 10:33


Hallo,
besten Dank für Eure aufschlussreichen Antworten zu meinem Problem. Eine genaue Abklärung durch den Urologen kann leider erst in der zweiten Januarwoche erfolgen. Mein Hausarzt sprach übrigens bei meinen Erscheinungen von einer Reizblase. Ob das nun hundertprozentig stimmt, ist schwer zu sagen, da er selbst keine Untersuchung vorgenommen hat, sondern sich nur meine Klage anhörte.
Nun muss ich halt vorerst mit dem unkontrollierten Abgang leben. Sicher: es gibt wirkungsvolle Hilfsmittel. Aber besteht nicht die Gefahr, dass man sich daran gewöhnt?

Nochmals Dankeschön für Eure Reaktion und allen ein frohes Fest - trotz alledem!
MfG
Siggi
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Beitrag #9 von eckhard11 » 21 Dez 2004 09:23


Guten Morgen allerseits,

als ich im Herbst 2001 plötzlich einen permanenten Harndrang verspürte, der so arg war, daß ich des Nachts alle 1 1/2 bis 2 Stunden pinkeln gehen mußte, ( immer nur ein wenig und es hat unangenehm beim Pinkeln gebrannt ), und als ich dann auch noch Blut pinkelte - zumindestens sehr roten Urin - bin ich zum Urologen.
Dieser machte eine Ultraschall und diagnostizierte eine Blasenentzündung direkt an der Harnröhre.
Er verschrieb mir Tabletten - ihr könnt mich erschlagen, ich weiß nicht mehr, was für welche - und meine Beschwerden waren innerhalb von Stunden ( !! ) verschwunden.
Es gibt ergo Mittel, die sehr hilfreich sein können.
Allerdings :
Als ich diesen Harndrang im Oktober 2003 wieder verspürte, bin ich gleich hin, um mir diese Wunderpillen wieder verschreiben zu lassen.
Mittlerweile hatte aber ein anderer, junger Urologe die Praxis übernommen. Dieser gab sich nicht mit einer Ultraschall zufrieden, sondern machte auch eine Röntgen mit Kontrast und danach eine Spiegelung.
Ergebnis : Ich bin dem Tod von der Schippe gesprungen.
Es befand sich ein großes Karzinom in der Blase, schon durch die Blasenwand hindurch bis in den rechten Harnleiter.
Folge : Blase, Prostata, Samenbläschen und Lympknoten sowie alle Nerven weg.
Heuer habe ich eine neue Blase aus einem Stück Darm......
Daher meine Inko
Ich will damit sagen : Bei derartigem Harndrang unbedingt eine intensive Untersuchung durchführen lassen. Darauf bestehen !!!
Auch wenn diese unangenehm sein sollte und länger als zwei Stunden dauert.
Zwei Stunden Untersuchung sind viel, viel besser als ein Leben lang im Sarg.
Und nicht nur auf Medikamente vertrauen, auch wenn diese geholfen haben.

Ob sich das Karzinom schon bei der ersten Untersuchung im Herbst 2001 in der Blase befand, sozusagen im Anfangsstudium, und nur die Folgeerscheinungen wie Harndrang und Brennen durch das Medikament zurückgedrängt wurden, lässt sich heute ja nicht mehr feststellen.
Aber ich befürchte schon, daß es so war. So unglaublich schnell ( weniger als zwei Jahre und dann in dieser Größe, wie mein Daumenglied, und ich habe einen verdammt großen Daumen ) wächst ein Blasenkarzinom nun auch wieder nicht.
Also Leute, lasst euch richtig untersuchen und schiebt nicht immer alles auf eine mögliche Infektion.
Das ist zwar angenehm, weil einem dadurch die - eventuelle - unangenehme Wahrheit erspart bleibt, aber die Folgen sind nicht abzusehen.
Ich bin das beste Beispiel.
Noch bessere Beispiele liegen schon unter der Erde.....

Ich leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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was es so alles gibt

Beitrag #10 von papa0861 » 22 Dez 2004 00:34


hallo siggi,

und wieder mal hören wir bei diesem thema die absolut flapsiche antwort von matti.....

@matti kannst du auch mal weniger bescheuert antworten und damit neue mitglieder vergraulen???? deine art zu antworten wurde schon desöfteren durch mich oder einen anderen kritisiert. langsam solltest auch du mal begreifen, daß es für eine inko eben nicht nur unfall- oder krebsbedingte uraschen gibt. denk an die bevorstehenden feiertage und übe dich in sanftmut :aerger:


@ siggi

das eingangs von dir geschilderte problem trifft zu 99,9 % auf mich zu, obwohl der auslöser bei mir eine prostataentzündung oder die vorangegangene darmspiegelung war. matti scheint oder will nicht begreifen, daß es auch leute gibt, bei denen die inko rein psychischer natur ist und wir deshalb keine idioten sind. wie gesagt, waren das bei mir nur die auslöser für die harn- und dazukommende stuhlinko. ich kämpfe seit mai diesen jahres mit diesem problem und bin auch von einem doc zum anderen gelaufen. der urologe hat sich mit der diagnostik eine goldene nase verdient und wollte meinen anfangsverdacht (psyche) nicht glauben. ich hab so ziemlich alles an diagnostik durchgemacht...... mehr oder minder schmerzhaft. nach einer langen wartezeit bin ich dann an eine psychaterin gelangt, die das problem ganz schnell erkannt hat (wäre ich eher diesen weg gegangen, wäre mir viel erspart geblieben) sie hat ganz schnell festgestellt, daß die fehlfunktion der blase und des darmes durch eine "reizüberflutung" zustandekam. dank ihrer hilfe bin ich seit fast 14 tagen soweit, daß ich mich nur noch nachts verpacken muß und das leben wieder lebenswert erscheint. wenn du genaueres erfahren möchtes, melde dich per pm bei mir.

viele grüße
jürgen
:-)) Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten und einrahmen. :-))
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