Temoräre Inko?

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
Hier könnt ihr über eure Ängste, Sorgen und Nöte reden.

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Beitrag #11 von eckhard11 » 22 Dez 2004 10:40


Hallo zusammen,

natürlich hat papa insoweit recht :
Von 100 % Blasenentzündungen mit plötzlichem Harndrang sind nur bei 3 bis 4 % als Ursache eine Krebserkrankung zu finden. ( Ich rede hier nicht von Inkontinenzursachen )
Die anderen Ursachen finden sich meistens in einer - relativ - harmlosen Entzündung, welche heute recht gut medikamentös behandelt werden kann.
Anders gesagt: Von 100 Fällen sind allgemein nur 4 Fälle wirklich bösartig.
Aber um eben diese 4 % auszuschließen, solle eine intensive Untersuchung durchgeführt werden.

Ca. 45% aller Inkontinenzbeschwerden sind auf Unfälle, Krebserkrankungen, Wirbelsäulenschäden ( hier besonders Bandscheibenvorfälle ) sowie Erschlaffung des inneren oder äußeren Schließmuskels ( Beckenboden ) zurückzuführen.

55% aller Inkontinenzen haben als Ursache eine bakterielle Entzündung in Blase, Prostata oder Harnröhre, die zu Entzündungen der Nervenenden führen, oder einen psychosomatischen Grund.
( Quelle : Dr. Hahn, Chefarzt der Urologie am AKH, Hagen )

Fazit :
Die psychosomatische bedingte Inkontinenz ist viel verbreiteter, als allgemein angenommen wird. Man kann davon ausgehen, daß etwa 25% aller Inkontinenzen hier ihre Ursache haben.

Ich habe gestern im Spiegel über ein sogenanntes “Bettliegesyndrom” gelesen.
Einer alten Dame, welche unter einer leichten Inko litt, wurde im Seniorenheim - wohl aufgrund der einfacheren Behandlung - ein Katheder gelegt.
Diese alte Dame saß anfangs tagsüber im Sessel.
Als sie dann immer mehr Schmerzen verspürte, legte sie sich ins Bett, weil ihr das gut tat.
Bei alten Leuten soll sich dann - so der Bericht - innerhalb von 48 Stunden Bettlägerigkeit der Körper zurückbilden.
Folge : Es fällt ihnen immer schwerer, aufzustehen, bis sie gar nicht mehr das Bett verlassen wollen.
Aus einer agilen Person mit einer leichten Inko, welche auch in einem Seniorenheim eigentlich gut hätte behandelt werden können, wurde aus Bequemlichkeit des Pflegepersonales eine bettlägrige alte Dame, welche heuer zusätzlich an einer psychosomatischen Inkontinenz leidet und wohl nicht mehr allzulange zu leben hat, weil sie im Bett verfällt......

Frohe Weihnachten

Ich leg mich wieder hin .sleep:
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Beitrag #12 von Matti » 22 Dez 2004 11:08


Hallo Papa,


ich finde es unerträglich wie du deinem Nickname versuchst aller ehre zu machen. Ich bin 32 Jahre alt und muss von einem "Papa" nicht ständig über die art und weise meiner Fragestellung hier im Forum belehrt werden. Meine frage bezog sich auf die Antwort von Helmut. Ich würde gerne mal die Quellenangabe in irgendeiner Urologischen Fachliteratur wissen, in der diese Folge der Inkontinenz durch eine Bakterielle Infektion beschrieben wird. Irgendwo her muss Helmut oder auch du ja dieser Erkenntnis haben. Das es so etwas gibt will ich gar nicht bestreiten, mich hat es nur Interessiert wo, man dazu mehr Information finden kann.
Da dies hier ein Betroffenen und damit ein Laienforum ist billige ich jeden Forenteilnehmer zu seine frage hier zu stellen und vor allem auch von Laien beantwortet zu bekommen. Das diese Antworten nicht immer richtig sein müssen versteht sich daraus von selbst. Das ist aber auch nicht der Anspruch dieses Forums. Gefährlich wird es, wenn man seine Laienantworten als Ultimaratio verkauft.
Über deinen Ausbruch mir gegenüber das ich " bescheuerte " Antworten hier im Forum gebe will ich mal müde hinweg lächeln. :wink:
Dein Vorwurf das ich nicht begreifen will das es auch Leute gibt bei denen die Inkontinenz rein Psychischer Natur ist, ist ebenfalls falsch. Dazu habe ich eine Antwort in folgendem Beitrag gegeben:http://www.selbsthilfeverband-inkontinenz.org/svi_suite/ftopic643.html
In diesem Beitrag weise ich ausdrücklich darauf hin das der Psychische Faktor sowohl von der Gesellschaft als auch von den Ärzten oft vielzuwenig Berücksichtigung findet. Er wurde im übrigen am 21.12.2004 um 10 Uhr 46 verfasst, also noch vor deiner Belehrung.
Der Vorwurf ich würde hier Mitglieder vertreiben ist Absurd. An einem schönen Septembertag im Jahre 2002 fand an meinem Wohnort die Gründungversammlung für den Selbsthilfeverband-Inkontinenz e.V. statt. Dort wurden die Ziele besprochen und der Verein auf die Beine gestellt. Ich zählte neben sechs anderen Mitgliedern zu den Gründungmitgliedern des Vereins. Glaube mir, mir sind die Ziele bekannt und das Engagement das ich schon für den Verein aufgebracht habe Mach mir erst mal nach.
Ich werde auch in Zukunft hier niemanden nach dem "Maul" schwätzen nur weil du damit besser zurecht kommst. Hier im Forum werden oft Beiträge geschrieben und vor allem Beantwortet die nicht das Ziel haben die Inkontinenz wieder loszuwerden. Oftmals ist das nämlich möglich, auch wenn es ein schwieriger weg ist. Hilfsmittel für den akuten Fall empfehle ich auch aber nicht als Dauerlösung, weil man sich davor scheut eine Ordentliche Diagnostik machen zu lassen. Auch kann ich dein Eindruck häufig nicht loswerden das hier die Windel das Haupthema ist. Für mich ist das Hauptthema die Inkontinenz und nicht die Tatsache das man Windelträger ist. Sicherlich kommen viele Probleme durch die Tatsache das man auf Windeln angewiesen ist und darüber muss sogar diskutiert werden, eine Aussage von mir die dir nach dem Motto " nimm halt Windeln und finde dich mit ab, man kann nichts ändern " wirst du von mir nicht finden und auch nicht bekommen. Wenn es keine Möglichkeit der Rehabilitation gibt ist sie häufig das einzige Hilfsmittel, aber auch nur dann.

So und nun reg dich weiter künstlich auf, ich habe ein dickes Fell.

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Beitrag #13 von eckhard11 » 22 Dez 2004 11:15


Wo Matti recht hat, hat er recht.....

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Beitrag #14 von eckhard11 » 22 Dez 2004 11:29


Ich meine vor allem diesen Absatz :

Hier im Forum werden oft Beiträge geschrieben und vor allem beantwortet, die nicht das Ziel haben, die Inkontinenz wieder loszuwerden. Oftmals ist das nämlich möglich, auch wenn es ein schwieriger Weg ist.
Hilfsmittel für den akuten Fall empfehle ich aber auch nicht als Dauerlösung, weil man sich davor scheut, eine ordentliche Diagnostik machen zu lassen. ( Hier hat Matti völlig recht !! )
Auch kann ich den Eindruck häufig nicht loswerden daß hier die Windel das Haupthema ist.
( Den Eindruck habe ich auch !! )
Für mich ist das Hauptthema die Inkontinenz und nicht die Tatsache, daß man Windelträger ist. Sicherlich kommen viele Probleme durch die Tatsache, daß man auf Windeln angewiesen ist, und darüber muss sogar diskutiert werden.
Eine Aussage von mir, nach dem Motto " Nimm halt Windeln und finde Dich mit ab, man kann nichts ändern " wirst du von mir nicht finden und auch nicht bekommen.
Wenn es keine Möglichkeit der Rehabilitation gibt, ist sie häufig das einzige Hilfsmittel, aber auch nur dann.


Ansonsten sollte wir doch alle miteinander das "Fest der Liebe" im Sinn haben und folglich sachlich bleiben.
Alle ! ( Außer mir... ) :lol: :lol: :lol:

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Beitrag #15 von Helmut » 22 Dez 2004 13:48


Hallo Matti,

du wolltest eine Quellenangabe wann es zu einer Inkontinenz bei bakterielle Infektionen kommt:

[...]
Häufigste Ursache einer andauernden Dranginkontinenz ist die bereits oben schon erwähnte überaktive Blase. Eine Dranginkontinenz kann auch durch bakterielle Infektionen der Blase, Bestrahlungsbehandlungen im Bereich des Beckens oder "interstitielle Zystitis" ausgelöst werden.

Die "interstitielle Zystitis" ist eine Blasenerkrankung, die bis heute nicht gut erklärt werden kann. Bei feingeweblichen Untersuchungen findet man Veränderungen wie bei einer bakteriellen Entzündung. Bakterien können aber nicht nachgewiesen werden. Möglicherweise ist der Antikörperhaushalt des Patienten beteiligt.
[...]

Dieses Zitat stammt aus dem Buch "Patientenratgeber Blasenstörungen bei Erwachsenen und Kindern" Seite 21, ist im Springerverlag unter der ISBN 3-540-66535-8 erschienen. Solche Hinweise findest du in einer ganzen Reihe von Fachbüchern zur Urologie und Inkontinenz. Die Reizblase hat ähnliche Ursachen, meistens aber dann ohne Bakterien und im späteren Verlauf kann sich daraus eine Dranginkontinenz entwickeln.

Ich hoffe dir genügen diese Angaben zur Quelle .......


Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #16 von Sirius » 22 Dez 2004 21:37


Hallo an alle,

man kann "Papa" nun wirklich nicht vorwerfen, dass Windeln das Hauptthema seiner Beiträge sind.
Mut und Respekt, dass er so mutig ist, den Grund seiner Inkontinenz hier im Forum so offen zu legen, Danke Jürgen.

Frohe Weihnachten
ein nach wie vor suchender Sirius
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Beitrag #17 von eckhard11 » 22 Dez 2004 22:02


Hallo sirius,

ich glaube nicht, daß Matti speziell die Beiträge von papa gemeint hat, sondern allgemein die Beiträge in den Foren ( Ich übrigens habe diese auch gemeint.... und auch so verstanden)

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Beitrag #18 von Matti » 22 Dez 2004 22:48


Hallo Sirius,

so wie es Eckhard schon gesagt hat, ich habe dabei nicht "Papas" Beiträge gemeint.
Eine andere "Unart " die mir aufgefallen ist, ist bedauerlicherweise die Tatsache das anscheinend die Beiträge vor dem Kommentieren oder Kritisieren gar nicht richtig gelesen werden. Das wurde mir auf jeden Fall auf Nachfrage selbst von Vorstandmitgliedern schon bestätigt. Daraus Resultieren dann natürlich auch Ungereimtheiten, die bei einem gründlichen Durchlesen der Aussagen die man kommentiert oder Kritisiert gar nicht vorgekommen wären. Natürlich muss niemand meine Beiträge lesen aber es muss sie auch niemand Kommentieren der sie anscheinend nicht gelesen hat. Auch hier möchte ich darauf Hinweisen das diese Worte nicht "nur" an dich gerichtet sind.
Und für alle die jetzt wieder mit "Standartsprüchen" kommen nach dem Motto : " Du bist ja wohl hier der gefrusteste User " kann ich nur sagen, mir geht es Ausgezeichnet, ich bin nur Kritisch. :lach:

Matti
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Falscher Ort für berechtigte Kritik

Beitrag #19 von Sirius » 23 Dez 2004 07:56


Hallo Matti,

gegen Deine Kritik habe und hatte ich nichts einzuwenden, aber ich empfand sie als direkte Antwort zu papas Beitrag einfach fehl am Platze, da es eher eine allgemeine, negative Reaktion auf einen sehr persönlichen, positiven Beitrag war.
Diesen Eindruck wollte ich ein wenig gerade rücken.

Herzlichen Gruß an alle und "frohe Weihnachtstage" 8) wünscht Sirius
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Beitrag #20 von mehlbox2001 » 25 Dez 2004 05:37


Hallo Siggi,

ich hab das Gefühl, dass die Diskussion ein bisschen abschweift, aber hierzu kann ich mir einen Kommentar nicht verkneifen:



Hier im Forum werden oft Beiträge geschrieben und vor allem beantwortet, die nicht das Ziel haben, die Inkontinenz wieder loszuwerden. Oftmals ist das nämlich möglich, auch wenn es ein schwieriger Weg ist.
Hilfsmittel für den akuten Fall empfehle ich aber auch nicht als Dauerlösung, weil man sich davor scheut, eine ordentliche Diagnostik machen zu lassen. ( Hier hat Matti völlig recht !! )
Auch kann ich den Eindruck häufig nicht loswerden daß hier die Windel das Haupthema ist.
( Den Eindruck habe ich auch !! )
Für mich ist das Hauptthema die Inkontinenz und nicht die Tatsache, daß man Windelträger ist. Sicherlich kommen viele Probleme durch die Tatsache, daß man auf Windeln angewiesen ist, und darüber muss sogar diskutiert werden.
Eine Aussage von mir, nach dem Motto " Nimm halt Windeln und finde Dich mit ab, man kann nichts ändern " wirst du von mir nicht finden und auch nicht bekommen.
Wenn es keine Möglichkeit der Rehabilitation gibt, ist sie häufig das einzige Hilfsmittel, aber auch nur dann.


Das ist nur eine halbe Seite der Medaille. Ich bin zum Beispiel einer dieser Menschen, die nicht ganz perfekt sind. Mangelhafte Kontrolle der Blasenmuskulatur kenn ich sein Kindertagen, mal besser, mal schlechter, und seit ein paar Jahren eben schlechter als besser. Und manchmal muss man sich im Leben auch entscheiden. Na klar, ich könnte wegen inzwischen leicht vergrößerter Prostata von Arzt zu Arzt rennen, könnte sogar Tage und Wochen in Kliniken und Reha-Einrichtungen verbringen, wenn mich ein Operateur auch nur "schonend" behandeln würde. Aber das Grundproblem wär nicht beseitigt, ich hätte höchstens große Probleme mit meinem Arbeitgeber ...

Deswegen, lieber Matti, lieber Eckhard, find ich mich lieber damit ab, "dicke Unterwäsche" zu tragen als mit Hartz IV zu leben, solange es geht. Ich denk mal, 200 bis 300 ml am Tag und deutlich unter 1000 ml in der Nacht rechtfertigen nicht, dass ich mein bisheriges Leben aufgebe. Für mich persönlich sind deswegen Windel ein erträglicher Kompromiss mit mir selber, solange der Rest stimmt. Darum halt ich mich just an das "und find dich damit ab", solange nichts gravierendes passiert. Und äußerliche / mechanische Hilfsmittel sind tausend Mal besser als alle Medikamente und Operationen der Welt mit ihren Wirkungen und Nebenwirkungen ...

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