Lebensmüde die Zweite

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
Hier könnt ihr über eure Ängste, Sorgen und Nöte reden.

Moderatoren: Benjamin, MSN, Marco N., Georges

Beitrag #21 von klaro (+16.05.2008) » 04 Mär 2005 09:56


ach ja, meine blöden Schreibfehler!

die www. adressen...mag nicht korrigieren, mit denen hab ich immer wahnsinnig Mühe!
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klaro (+16.05.2008)
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Beitrag #22 von Matti » 04 Mär 2005 10:48


Hallo,

jetzt muß ich meinen Senf auch noch mal dazu abgeben. Ich habe gestern eine Lebhaft Diskusion im Chat über dieses und andere Themen miterleben dürfen. Ich möchte einmal meine Meinung dazu abgeben.

Ich bin bestimmt mit meinen Antworten auf den Beitrag von Luna nicht Zimperlich gewesen. Mich erfüllen solche Aussagen auch teilweise mit Wut. Aber trotz allem sollte man mal ein wenig darüber Nachdenken was hinter einem solchen Beitrag steht. Wenn ein solcher Beitrag echt ist, und davon geh ich jetzt mal aus, steckt tiefe Verzweiflung dahinter. Diese Verzweiflung wird sicherlich nicht für jeden Forenteilnehmer begreiflich sein, auch gehen unterschiedliche Menschen unterschiedlich mit ihren Ängsten und Sorgen um. Bedenken sollte man dabei aber das sich gerade dinge die sich auf Psychischer Ebene abspielen eben nicht immer Rational sind und für andere deshalb auch nur schwer Verständlich.
Ich bin ebenfalls der Meinung das man Menschen die von Lebensmüdigkeit reden nicht mit Samthandschuhen anpacken muss. Der Begriff Wachrütteln wurde hier benutzt. Aber Psychische Erkrankungen sind nicht mit Wachrütteln Therapierbar, das Wachrütteln kann höchstens ein Anstoss sein. Bis man an den Punkt kommt wo man des Lebens Überdrüssig ist muss viel passiert sein, oftmals sind Jahre von Belastung dafür Notwendig. Natürlich kommen diese Probleme auch dadurch das man nicht gelernt hat mit seinen Problemen richtig umzugehen, kein Ventil hat um auch mal Balast abzuwerfen. Depressionen oder Angstzustände sind nicht mit einen Zusammenreisen oder Wachrütteln zu beseitigen, das Verhalten muss geändert werden und das geht nicht in 14 Tagen.

Mich überfordern solche Beiträge auch, aber auch deshalb weil ich mich damit eigentlich gar nicht auseinandersetzen möchte. Wenn man sich damit wirklich Auseinadersetzt ist es anstrengend. Ausserdem werden einem die eigenen Schwächen vor Augen geführt.
Wenn man aber meint man muss auf einen solchen Beitrag Ántworten dann sollte man es wie eigentlich bei allen Beiträgen halten: Man sollte nicht persönlich werden und schon gar nicht einem Menschen der offensichtlich Verzweifelt (ob Nachvollziehbar oder nicht)ist auch noch Verarschen ( auch wenn es Ironisch gemeint ist ). Das man Luna nicht versteht oder ihre Denk.- und Handlungsweise nicht Nachvollziehen kann ist ok, aber sie zu Verspoten ist Primitiv. Es ist ja schön das einige den Ausgleich in ihrem Leben gefunden haben, aber wie würden sie ohne diesen darstehen?

Gerade du, lieber Regenmacher, hast doch durch deine Frau an deiner Seite anscheinend den Halt im Leben den du benötigst. Stell dir mal vor dieser Halt bricht weg, dann sieht auch dein Leben wieder ganz anders aus. In deinen Fernsehbeiträgen sprachst du jedenfalls davon das dein Leben ohne deine Frau ganz anders ausehen würde und sie im Gesamtbild deiner Krankheit eine wichtige Rolle spielt. Luna hat diese Hilfe anscheinend nicht. Sie wird sie hier wohl auch nicht finden können, das sehe ich auch so, aber das was du machst ist auch nicht ok. Das kann man evtl. machen bei einem Menschen den man kennt, den man in seinem Verhalten einschätzen kann, aber nicht bei jemanden den man gar nicht kennt.
Ausserdem kann ich kein einziges Hilfsangebot von dir erkennen, nur Polemik und Ironie.
Meiner Meinung nach für einen Moderator unangebracht.

Ich empfehle Luna sich in Psychotherapeutische Behandlung zu begeben, das lieber Regenmacher ist nämlich ein Hilfsangebot, Verspoten bringt nichts, es macht vieles nur Schlimmer.

Gruss

Matti
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Beitrag #23 von Regenmacher » 04 Mär 2005 12:27


Lieber Matti,

danke für deinen aufmunternden Beitrag. Ich gebe dir auch weitgehend Recht, um es nach dem gestrigen Chat kurz zu halten.

Nur noch eine Info: ich bin mittlerweile geschieden und lebe auch ohne den Rückhalt meiner Ex-Frau noch und das, obwohl ich mittlerweile genug Probleme dazu bekommen habe.

In diesem Sinne...

Marco
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Beitrag #24 von eckhard11 » 04 Mär 2005 14:26


Hallo alle,

ich bemerke, daß es verdammt schwer ist, jemandem Mut zu zusprechen, einen Rat zu geben oder auch nur zu trösten, wenn dieser Jemand in allen Beiträgen negativ erwidert :

a ) Man kann außerdem mit niemandem darüber reden
b ) Es versteht mich ja auch keiner.
c ) Ehrlich gesagt nützten mir auch aufmunternd gemeinte Sprüche nichts wie : Kopf hoch usw
d ) Jemand hat gefragt, welche Antwort ich eigentlich erwarte: Gar keine
e ) Und von denen weiß keiner, wie schlecht es mir geht. Und es hat auch keinen Sinn, es ihnen zu erklären. Niemand kann sich in die Krankheit eines anderen reinversetzen
f ) Ich möchte nur noch sagen, dass mir wie gesagt so etwas wie :”Andern geht es schlechter” nicht hilft, das ist doch nur so eine hohle Phrase, die stimmt, weil sie eben immer stimmt
g ) Das kann ich jeden Tag hören, wenn ich will.
h ) Darum rede ich auch mit niemandem mehr darüber. Weil ich es NICHT hören will
i ) Schuldzuweisungen bringen mir nichts. Ich fühle mich nicht auf Kommando “Positiv”, nur weil mir einer ein schlechtes Gewissen machen will.
j ) Ich weiß, dass JEDER Probleme hat, auch ohne dass mich jemand drauf hinweist.


Solange Luna ihre Kraft dazu verbraucht, vor allen Leuten ihre Behinderung mit allen Mitteln zu verbergen,
solange sie nicht bereit ist, sich ihren Freundinnen oder Freunden, Lehrern, Mitschülern oder wem auch immer zu offenbaren, um zumindestens diesen Druck von sich zu nehmen,
solange wird jeder Rat, welcher ihr hier im Forum gegeben wird, in den Wind geschrieben sein.

Einige meinen, es wäre ein Hilferuf ( was ich keineswegs abstreiten will )
Aber im Allgemeinen ruft man um Hilfe, wenn man in Not ist, damit einem geholfen wird....
Sonst ist der Ruf müßig.
Wenn ich an einem See Hilferufe höre, mich ins Wasser stürze, um eine Ertrinkende zu retten, und diese sagt mir dann mehrfach, sie bedürfe meiner Hilfe nicht, weil sie schon alles kennt und alles besser weiss und sie eigentlich auch keine Hilfe annehmen will, weil meine Hilfsbereitschaft eh´ nur eine Phrase ist, auf welche sie gut verzichten könne, was mache ich in einer solchen Situation ??

Ertrinken lassen ? Aber sie hat doch um Hilfe gerufen. Will sich jedoch nicht retten lassen.....
Oder doch ? Warum wehrt sie sich dann so ? Und warum hat sie gerufen ?
Würde sie anders reagieren, wenn sie mal eine Wasserleiche gesehen hätte ? Wie aufgedunsen und hässlich die aussehen ?
Würden ihr dann ihre merkwürdigen Sprüche vergehen und ihr wäre jedes Mittel recht, um gerettet zu werden, damit sie nicht ebenfalls so aussieht ?

Und andere stehen am Ufer und und glotzen und winken und brüllen : “ Lass sie absaufen, lass sie absaufen.”

Nicht einfach. Gar nicht einfach......


Ich leg mich wieder hin .sleep:
Eckhard
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Gedanken

Beitrag #25 von sedarca » 04 Mär 2005 20:50


Ich selbst leide nicht unter Inkontinenz, es ist mein Großvater, für den ich sorge und für den ich mich hier unter Euch schlau machen möchte und muß. Aber was ich hier teilweise in den vorherigen Beiträgen zu lesen kriege macht mich schon traurig.
Wie gesagt, ich selbst habe dieses Problem nicht, aber ich sehe, wie es einen Menschen verändert, dabei ist mein Großvater gleich (morgen :md: ) 90, und es nimmt ihn ganz schön mit, daß er nichts mehr so halten kann, wie er es vor wenigen Wochen noch konnte. Gesellschaftliche Verpflichtungen will er nicht mehr wahrnehmen, es ist für ihn momentan noch alles kompliziert, er sitzt im Rollstuhl, hat nur ein Bein, die Technik hat er noch nicht raus, rechtzeitig vor "Kleinmengenverlust" am richtigen Örtchen zu sein. Resignation macht sich breit, und ich steuere mit Aufmunterung und Lösungen finden dagegen.
Was ich damit sagen will, meint ihr, es nutzt einem Menschen, egal wie alt, wenn man noch in seine Wunde reinsticht, schön rumstochert und drin wühlt?
Wo ist das Einfühlungsvermögen, das bei diesem Thema/Problem so wichtig ist?
Eine junge Frau braucht Beistand, weil sie resigniert, nicht mehr weiterweiß, verzweifelt ist, und der überwiegende Teil der Beiträge hier macht sich lustig, und haut noch kräftig drauf?
Ich kann die junge Frau verstehen, daß sie sich in ihrer Lebensqualität mehr als eingeschränkt fühlt, daß sie einfach Trost braucht, zuhören sollte man ihr, und nicht mit blöden (sorry aber auch) Kommentaren rumwerfen.
Natürlich geht es anderen anders, schlimmer oder auch besser. Aber wer in einer depressiven Stimmung steckt, der will und kann nicht wahrnehmen, wie es anderen geht, der braucht Zuspruch und ein bißchen Hoffnung, der möchte reden, einfach den Ballast loswerden, die Seele braucht ein paar Streicheleinheiten... dann kommt das "Aufwärts" wieder langsam von alleine, auch die Kraft kommt wieder, vielleicht nur wenig, aber wer ein offenes Ohr findet, der fühlt sich in seinem Problem auch nicht mehr so einsam und allein...

Liebe Erstbeitragsverfasserin, vielleicht täusch ich mich ja, vielleicht stimmt es ja doch ein wenig, was ich beschrieben habe.

Fakt ist einfach, daß man auf einen nicht noch zusätzlich eintreten muß, wenn er schon am Boden liegt...

Meinem Großvater begegne ich jedenfalls einfühlsam und mit gehörigem Respekt.

Alles Liebe
*sei sanft zu Dir*
Angie
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Beitrag #26 von Regenmacher » 05 Mär 2005 12:24


Liebe Angie!

Ich finde es gut, daß du dich so gut um deinen Großvater kümmerst. Jeder, der mit Inkontinenz geschlagen ist, weiß um die negativen Gedanken, die sich bei all dem positiven Denken einschleichen. Es ist und bleibt ein gewisser Kontrollverlust, den man im Leben erst einmal verkraften muß. Der eine kann es bessere, andere gehen daran fast kaputt.

Aber Eckhardt hat in seinem Beitrag alles aufgelistet, was zu sagen ist: Jemand, der keine aufmunternden Worte hören will, der keine Antworten haben will, der mit sich und dem Leben so komplett abgeschlossen hat, der sollte sich an andere Stellen wenden. Der Beitrag stand nicht das erste Mal hier im Forum und das zeigt doch, daß alles Mitgefühl nichts gebracht hat.

Wenn dem einen oder anderen dann mal die Hutschnur platzt, muß man auch dafür Verständnis haben. Wir haben alle ähnliche Probleme und wenden uns wenn, dann Hilfesuchend an das Forum. Aber genau das hat die Betroffene nicht getan - sie wollte einfach ihren ganzen Frust loswerden und hat garnicht um Hilfe gebeten. Wenn jemand nur mit dem Ziel ins Forum kommt, seinen ganzen Frust abzuladen, ohne dabei Hilfe anzunehmen, dann ist das meines Erachtens der falsche Weg.

Wie gesagt, das ist nur meine Meinung, du kannst gerne anderer Meinung sein. Wundere dich aber nicht, wenn du viel Zeit und Gefühl in Hilfe steckst, die dann nicht angenommen wird.

Weiter so mit deinem Großvater, er wird es hoffentlich schaffen, trotz kleinerer Unfälle seinen Weg im Lebensabend weiter zu gehen....

Gruß Marco
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