wie weiter????

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
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wie weiter????

Beitrag #1 von papa0861 » 20 Apr 2005 00:22


hallo,

man glaubt, daß es nun langsam nach oben geht und schon wieder gibt es situationen, die einen noch weiter nach unten werfen.

heute habe ich erfahren, daß mein vati vermutlich lungenkrebs hat. mal ganz abgesehen von der gedanklichen belastung stellt sich bei mir nun frage, ob ich überhaupt in die klinik gehen kann. ich muß den altem herrn erstmal in die klinik fahren. dann muß meine mutter noch "bemuttert" werden. dazu die angst, wie es bei den beiden weitergehen soll. das zerrt ganz schön an den nerven. im moment drehen sich meine gedanken wie ein brummkreisel. im endeffekt, kann ich meine probleme aber nicht in den vordergrund stellen. muß zurückstecken. zuerst müssen "die alten" drankommen. dann kann ich wieder an mich an mich denken. darf ich in der situation überhaupt an mich denken??????

ich komm mir vor wie ein brummkreisel. alles dreht sich und nimmt kein ende.

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papa0861
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Kopf hoch

Beitrag #2 von frosch » 20 Apr 2005 19:48


Hi lieber Jürgen,

harte Zeit, die Du da gerade durchmachst. Es klingt so blöd, aber ich habe meine Krisen
zumindest dafür nutzen können, zu schauen, wer ich wirklich bin.
Mir sind viele Seiten erst so bewußt geworden.
Stehe zu all den Gefühlen. Es wird Wut dasein, Angst, Kummer, Verzweifelung.

Tja, aber uns Bettnässern fällt es von Kindheit an ja besonders schwer Gefühle zu zeigen. All die Scham und so wurde nur beiseite geschoben. Gefühle waren etwas schlechtes.

Alles Gute für Dich, René
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Re: Kopf hoch

Beitrag #3 von papa0861 » 27 Apr 2005 00:31


frosch hat geschrieben:Hi lieber Jürgen,

harte Zeit,


hallo rene,

heute habe ich meinen vati in die klinik gefahren. waren mal so schlappe 500 kilometerchen für mich. eigentlich kann ich ganz froh sein, daß ich strecke so mit fehlenden gedanken an den straßenverkehr bewältigt habe. ich bin heilfroh, wieder zu hause zu sein. übermorgen bestimmt wieder die gleiche tour um mutti zum besuch zu fahren.

das schlimmste in meinen ängsten und sorgen dabei......... ich habe heute meinen vati zum ersten mal gesehen, wie er geweint hat. einfach schrecklich. ich glaube, er weiß was los ist und ich glaube, daß er die klinik nicht wieder verläßt. und ich warte jeden tag auf meinen einweisungstermin. ich glaube, ich schieb meine probleme erstmal weit weg. aber?????? ist das richtig??????? wem nutzt das???????? ich weiß es im moment selber nicht.

wenn man denkt es geht nicht mehr, schlägt schon die nächste schei...... quer.

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Beitrag #4 von Honk » 27 Apr 2005 18:18


Hallo Jürgen,

ich bin selbst seit mehr als 5 Jahren an Krebs erkrankt - ich weiss, das erscheint Dir jetzt vermutlich als das letzte, was Du hören möchtest - aber ich denke, ich kann Dir zumindest ein paar Tips und ein wenig Trost spenden.

Ich habe Deine letzten Beiträge gelesen und kann Dir zunächst nur eines raten: "Ruhig bleiben, Ruhe finden (Gespräch suchen!!!), nicht durchdrehen, so schwer es Dir auch erscheinen mag!"

Zuerst einmal musst Du (und insbesondere Dein Vater) abwarten, wie weit fortgeschritten der Lungenkrebs ist und ob es sich überhaupt um den Primär-Tumor (Ausgangsort des Krebses) oder um Metastasen handelt. Versuche, Deinem Vater klar zu machen, dass das Wort Krebs keineswegs sofort das Ende des Lebens bedeutet - und versuche, das selbst auch zu verinnerlichen. Es ist eine ernstzunehmende, manchmal tötliche Erkrankung, aber man kann sich mit ihr arrangieren und leben!

Es ist klar, das diese Diagnose immer ein Schock ist - für den Betroffenen aber auch die Angehörigen und Freunde. Es ist, als würde die Welt mit einem Mal still stehen, nichts ist mehr von Bedeutung. In dieser Phase verliert man sehr schnell den Bezug zur Realität bzw. fällt gerne in eine Art Stasis/Paralyse. Genau das darf Dir aber nicht passieren! Du bist im Augenbick der Anker für Deine Eltern - um so schwerer für Dich, da Du selbst krank bist und auf einen Kliniktermin wartest.

Was jetzt wichtig für Dich wäre, ist eine vernünftige Balance zu finden zwischen Deinen eigenen Bedürfnissen und den Bedürfnissen Deiner Eltern. Versuche im Notfall unbedingt, die psychologische Hilfe in Anspruch zu nehmen, die in den meisten Kliniken nicht nur den Betroffenen selbst sondern häufig auch ihren Angehörigen angeboten wird.

... und ein Tip, den ich Dir aus eigener Erfahrung geben kann: Unter- aber insbesondere überschätze Deine eigene Kraft nicht!!! Es kostet unsagbar viel Kraft, einem sterbenden Menschen die Hand zu halten und ihn zu stützen, sehr schnell erreichen viele dort ihre persönlichen Grenzen - in psychischer als auch physicher Hinsicht. Haushalte mit Deiner Kraft, so sehr Du Deine Eltern auch liebst. Es ist Ihnen nicht geholfen, wenn Du zusammenbrichst.

Ich wünsche Dir (und Deinen Eltern) alles erdenklich Gute und dass Ihr einen Weg finden mögt.

Mit den besten Wünschen

Steffen
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Beitrag #5 von eckhard11 » 27 Apr 2005 20:03


Hallo papa,

ich kann mich den - sehr einfühlsamen - Ausführungen von Honk nur anschließen.

Noch besteht ja Hoffnung für Deinen Vater, denn Du schreibst ja selbst : “Vermutlich Lungenkrebs”
Krebs ist noch lange nicht gleich Krebs und muß nicht automatisch ein Todesurteil sein.

Also Kopf hoch ( auch wenn sich dieser Ausspruch so einfach sagen lässt )

Eventuell hilft Dir folgende Begebenheit :

Als bei mir im September 2003 ein Blasenkarzinom im Endstadium ( dick wie mein Daumen. Und ich habe einen verdammt dicken Daumen ) diagnostiziert wurde, hat keiner der Beteiligten damit gerechnet, daß ich heute noch leben würde.
So groß war das Karzinom. Und bereits durch die Blasenwand gewachsen. Und zum Teil in den rechten Harnleiter, sodaß ich eine Stauniere hatte, weil mir dieses Drecksding den Abfluß verstopfte.
Man war fest davon überzeugt, daß der Krebs bereits metastiert war.

Ich bin nach Hause und habe erst mal ein bisschen geheult.
“Warum ich ? Ich habe noch so viel zu tun.
Es gibt sechseinhalb Milliarden Menschen, warum dann gerade ich” ???

Nach einer Stunde war dieser Anfall von Selbstmitleid vorbei.
Ich bin ins Büro, habe mein Testament gemacht, habe meinem Schatz genau aufgeschrieben, wo was zu finden ist, eine Liste der Versicherungen etc. aufgestellt usw. usw.

Ganz profan gesagt, hatte ich mit meinem Leben abgeschlossen.

Und heute ? Ich könnte wieder ( kleine, na ja, mittlere ) Bäume ausreißen.
Ich habe mittlerweile schon lange wieder soviel Kraft gewonnen, daß ich einige davon abgeben kann, z.B. hier in diesem Forum.

Das Leben ist schön
Und ich möchte keinen Moment missen.
Trotz der resultierenden Inko.

Ich leg mich wieder hin .sleep:

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Beitrag #6 von Matti » 27 Apr 2005 21:35


Hallo Jürgen,


ich habe diese Sizuation vor gut 10 jahren ähnlich erlebt wie du.

Meine Mutter hatte ebenfalls einen Lungentumor. Am Anfang hatten die Ärzte wenig Hoffnung und haben das auch in ihrer bekannt Einfühlsammen Art meiner Mutter und und so Mitgeteilt.

Meine Mutter muß in ihrem " früheren Leben " aber einmal eine Indianerin gewesen sein, zumindest kennt sie keinen Schmerz und hat gelernt zu Kämpfen.

Sie hatte das Glück an den Chefarzt der Klinik zu geraten der die Situation der Familie ( zu diesem Zeitpunkt noch 2 kleiner Kinder ) erkannt hatte und den Kampf gemeinsam mit meiner Mutter aufnahm.
Es war ein harter Kampf, aber er wurde Gewonnen.

Geb die Hoffnung nicht auf, Kämpfe für deinen Vater und mit deinen Gefühlen.

Ich Wünsche dir sehr viel Kraft und einem vater alles Erdenklich Gute.

Ganz lieben Gruß

Matti
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Beitrag #7 von papa0861 » 28 Apr 2005 00:12


Matti hat geschrieben:Geb die Hoffnung nicht auf, Kämpfe für deinen Vater und mit deinen Gefühlen.

Ich Wünsche dir sehr viel Kraft und einem vater alles Erdenklich Gute.



hallo matti, ecki und honk ......

danke für die aufmunternden worte. ich laß mich nicht unterkriegen, auch wenns verdammt schwerfällt. eigentlich müßte ich erleichtert sein, weil:


heute den alten herrn am telefon, der nun viele untersuchungen hinter sich gebracht hatte. angeblich scheint alles in ordnung zu sein und die ärzte in der klinik beratschlagen gerade, wie weiterverfahren werden soll. die untersuchungen in der klinik bestätigen den verdacht anscheinend nicht. man überlegt, ob man aus der lunge überhaupt noch eine gewebeprobe entnimmt.
nun stellt sich mir aber die frage, wie der facharzt zu der erkenntnis kam, daß es sich auf jeden fall um einen tumur handelt. im röntgenbild waren deutlich zwei weiße flecken in der lunge zu sehen. nach dem ct sagte der arzt, daß dies seinen verdacht nur noch untermauert.
jetzt sagen die ärzte in der klinik, daß nix weltbewegendes los zu schein sei.

welchem der ärzte soll man nun glauben? ganz davon abgesehen, welche gedanken in meinen eltern vorgehen weiß ich nicht, wie ich damit umgehen soll. oder schwindelt mein alter herr bloß, um die omi zu schonen?


lg
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Beitrag #8 von eckhard11 » 28 Apr 2005 00:29


Nun,

Du oder Deine Mutter brauchen die Ärzte ja nur zu fragen.
Euch als direkte Verwandte müssen sie Auskunft geben.

Mensch, sei froh, wenn es so ist.

Die weißen Flecken auf den Lungenflügeln könnten Tempotaschentücher sein,
die Dein Vater versehentlich eingeatmet hat :lol: :lol:

Lt. Fernsehreklame sind die ja so fest, die schwimmen sogar in Teer.

Ich leg mich wieder hin .sleep:
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Beitrag #9 von Wolfgang_S » 28 Apr 2005 22:16


eckhard11 hat geschrieben:Euch als direkte Verwandte müssen sie Auskunft geben.


uff...
da bin ich ja froh in .at zu leben...
ohne einverstaendnis des patienten (soferne er volljaehrig und zurechnungsfaehig ist) gibts keine infos...
nicht mal an ehepartner, eltern oder aehnliches...

@ topic
auf jeden fall eine dritte meinung einholen...
einer kann irren... dass zwei sich irren ist schon unwarscheinlicher...

kopf hoch ;)
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Beitrag #10 von Ramona » 29 Apr 2005 19:59


Hallo!

Es wäre mir völlig neu, wenn Ärzte Angehörigen einfach Auskunft geben dürfen. Nur wenn der Patient den Arzt von der Schweigenpflicht entbindet für seine Angehörigen darf er mit diesen reden. Ansonsten darf er das nicht.

Gruß Ramona
GESTERN ist vorbei,
MORGEN ist noch nicht da
und HEUTE hilft der Herr.

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