Komme nicht mit der Krankheit klar...

Inkontinent.... und wie gehts weiter???
Hier könnt ihr über eure Ängste, Sorgen und Nöte reden.

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Komme nicht mit der Krankheit klar...

Beitrag #1 von Luna » 13 Mai 2005 19:01


Da ich sehr depressive Phasen habe bzw. suizidale Gedanken,hatte ich hier darüber geschrieben,wie mich meine Krankheit belastet,jetzt bin ich in einem speziellen Forum für "solche Gedanken"Mitglied.Aber es ist immer noch schlimm für mich,dass ich mit niemandem über meine Krankheit reden kann.Dass wird mir immer wieder bewusst,zum Beispiel wenn jemand im Unterricht fragt,ob er mal auf Toilette darf und die Lehrer witzig sein wolln :"Na,dann geh mal,bevor du hier ne Pfütze machst."Da merkt man wieder,dass es fast niemandem bewusst ist,dass Inkontinenz einfach eine sehr belastende Krankheit ist.Wie gesagt,über meine depressiven Gedankengänge will ich mich hier lieber nich mehr auslassen.Aber morgen zB,habe ich mich mit meinen Freundinnen aus der Klasse verabredet,wir wolln abends in die Disko gehen.Und schon wieder kann ich mich gar nich richtig freun,weil ich mir furchtbare Sorgen mache,weil ich meine Tasche an der Garderobe(mit den Tenas drin) abgeben muss,wie ich die ganze Zeit ohne Trinken aushalte,was ist,wenns wieder mal kein Klopapier gibt...Eine von meinen Freundinnen will mich "verkuppeln".Dabei will ich gar keinen Freund,weil ich nich will,dass jemand was von meiner Krankheit weiß und wenn man ne Beziehung hat,wie soll man sowas verheimlichen?Aber das kann ich der ja nich sagen...
Ich weiß einfach nicht weiter.Ich wünschte,ich könnte einfach mal Spaß haben,ne ganz normale Jugendliche sein.Dabei weiß ich,andere,die komplett inkontinent sind,habens noch schwerer.Aber ich schaffe das einfach nich mehr.Ich will nich mehr.
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Re: Komme nicht mit der Krankheit klar...

Beitrag #2 von papa0861 » 14 Mai 2005 00:26


Luna hat geschrieben:Da ich sehr depressive Phasen habe


hallo luna,

in abgewandelter form kenn ich deine probleme sehr genau. was ich aber nicht nachvollziehen kann ist deine behauptung, daß du mit keinem offen über dein problem reden kannst. hier im board redest du doch auch. klar, hier sieht dich keiner von angesicht zu angesicht. du mußt lernen, offen über deine probleme zu sprechen. ob im anonymen board oder in deinem bekanntenbereich. letztendlich wird sich dann die spreu vom weizen trennen.

ich gebe dir aber recht, daß dies nicht einfach ist. ich verstecke mich auch mit meinen problemen hier im board und nur sehr wenige leute im persönlichen umfeld wissen, was mit mir los ist. dazu kommt derzeit noch meine angst, daß diese wenige personen echt den mund gehalten haben und nicht alles ausgetratscht haben. es ist mir zu zeit ein greuel, meine arbeitsstelle aufzusuchen. ich habe beim betreten der dienststelle immer die angst, daß 98% der leute mich auslachen, und nur, weil ich nicht dicht bin. allein der gedanke, daß man mir blöd hinterherschaut oder hinter meinem rücken tuschelt verhindert, daß ich trotz allen mutes meine kollegen besuche.

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Beitrag #3 von Helmut » 14 Mai 2005 11:14


Hallo Luna,

ich habe mir nochmal ein paar von deinen Beiträgen angesehen. Wenn ich so zwischen den Zeilen lese, dann stelle ich fest, daß du bis jetzt eigentlich keine große Hilfe von deinen Ärzten erhalten hast.

Die Inkontinenz ist für dich eine extrem hohe Belastung, aber ohne fremde Hilfe wirst du es kaum schaffen. Ich kenne deine Situation ganz genau, ist mir in etwa auch so gegangen. Die ersten Jahre waren für mich echt der Horror und ich war nicht nur einmal fast so weit, Schluß zu machen. Einmal stand ich schon auf der Brücke, hatte aber den Mut nicht dazu. Es hat bei mir über drei Jahre gedauert, bis ich es für mich Akzeptiert hatte, daß mir meine Inkontinenz bleiben wird. Hilfe in dem Sinn von den Ärzten hatte ich in der Zeit keine, die hatten mir am Anfang nur ein Rezept für die Windeln in die Hand gedrückt, nach dem Motto - und jetzt schau wie du damit zurecht kommst - das ist nicht gerade erbauend gewesen. Eine wirkliche Hilfe war dann eine PTA, sie heist Andrea, von meiner Apotheke, die sehr Einfühlsam war. Mit der Zeit vertraute ich ihr so manche Dinge an, die mich bewegten. Sie hatte immer ein offenes Ohr für mich und hat auch immer zugehört, das hat mir sehr viel geholfen. Auch heute noch haben wir einen guten Kontakt zueinander. Sie war echt eine seelische Stütze für mich, weil ich wollte nicht mit meinen Eltern oder Verwandten über meine Inkontinenz reden, zumal sie es bis heute auch nicht wissen, denke ich zumindestens. Was ich damit sagen will ist, daß für dich vielleicht auch so eine "Vertrauensperson" gut währe, die nicht unbedingt aus deiner Verwandtschaft oder Freundeskreis stammt. Eine Selbsthilfegruppe ist sicher nicht schlecht, aber eine einzelne Person bringt meiner Meinung manchmal mehr.

Aber daß sich die Lehrer darüber lustig machen, wenn jemand eine schwache Blase hat, das finde ich echt daneben, denn gerade die Lehrer sollen doch ein Vorbild sein.

Ich habe mich am Anfang auch sehr zurück gezogen und fast den ganzen Kontakt zu Freunden und so abgebrochen. Gut bei mir war noch eine andere Sache mit dabei, über die ich aber ungern spreche. Zwar hatte ich irgendwann die richtigen Inkontinenzhilfsmittel gehabt, die mich vor den sichtbaren Folgen der Inkontinenz schützten, aber der innere Druck, irgendwann in eine peinliche Situation zu kommen oder entdeckt zu werden, war doch enorm Groß. Ich habe es immer versucht zu verbergen, was mir auch soweit gut gelungen war.

Aber wegen einer Inkontinenz auf eine Beziehung zu verzichten, das ist auch nicht der richtige Weg. Wenn dich jemand wirklich gern hat, dann wird er auch deine Krankheit akzeptieren und dich nehmen, so wie du bist. Aber wahrscheinlich ist es wieder so, daß sich die "Freunde" schnell aus dem Staub machen, wenn sie von deiner Krankheit etwas mitbekommen. Es ist doch so, man ist jung und dynamisch, da passt eine solche körperliche Unzulänglichkeit einfach nicht in die Vorstellung des Traumpartners. Solange das in unserer Gesellschaft noch so ist, solange wird auch die Inkontinenz ein Tabu bleiben und viele Betroffene sich eben keinen Partner suchen.

Gruß Helmut
Ich bin nicht ganz dicht .......na und!
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Beitrag #4 von snakedriver » 14 Mai 2005 14:45


Hallo Luna,

auf diesem Weg möchte ich Dir gerne etwas Mut zusprechen. Kurz zu meiner Vorgeschichte. Vor etwa sechs Jahre erging es mir so wie Dir jetzt. Durch eine missglückte Bandscheiben Operation im Bereich L4 - S3 wurde ich Inkontinent. Damals wurde ich aus dem ganz normalen Alltag gerissen. Zum Glück hatte ich damals wie jetzt eine Partnerin an meiner Seite.

Die Idee deiner FREUNDIN ist ja garnicht so abwägig, nur eins ist in einer Beziehung das wichtigste und zwar die Offenheit. Hier im Forum schreibst Du deine Probleme nieder, aber im Alltag hast Du keine Schulter zum anlehnen. Wie ich aus der Antwort vom Helmut laß ist er auch meiner Meinung. " Wenn der richtige dabei ist " , wird er Dich wegen einer Inkontinenz nicht meiden. Es zählt der innere Wert des Menschen.

Zum anderen würde ich vorschlagen das Du deinen Arzt wechseln tust, da dein jetziger anscheinend überfordert ist. Es gibt sehr viele Medikamente die nützlich für Dich sein könnten. Unteranderem Spasmex und Dridase. Wenn Du einigermaßen eingestellt bist sollte die Blase komplett gelähmt sein. In der Regel bedeutet dies vielleicht das Du dich selbst kathedern musst. Aber der Vorteil wäre das Du in deinem jungen Alter auf die Windel verzichten kannst.

Versuche auch mal deine Einlagen oder Windelhosen als normale Unterwäsche zu betrachten. Dies half mir persönlich sehr viel.

Ich hoffe ich habe Dir ein wenig geholfen..... wenn Du Fragen hast, dann melde Dich.

Gruß Michael
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Beitrag #5 von der Blinki » 15 Mai 2005 09:54


hallo Luna.

Auch ich kenne diese Phasen der Depressionen nur allzu gut.
Im Moment habe ich immer wieder Schübe, die mir das Leben zur Hölle machen.
Aber ich habe persöhnlich mir gegenüber eingesehen , das ich ohne Kompetente und Fachliche Hilfe mein Leben immer schwerer mache wie es schon ist.

Ich habe eine lange Zeit gebraucht um dieses festzustellen und zu aktzeptieren.

Aktzeptanz ist hier wohl das Schlüsselwort.
Du musstest in deinen noch jungen Leben sehr viele Nackenschläge ( direkt oder indirekt ) hinnehmen. :aerger: :aerger: :aerger:

Deswegen kann ich mich meinen Vorrednern nur anschließen :

Lebe dein Leben und suche dir doch auch einen Freund .
Du musst ja nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen, und es langsam angehen lassen.
Solltest du den richtigen erwischen, dann nimmt er dich so wie du bist.
Aber das sind so Sachen die du erst einmal mit dir ausmachen mußt, wie weit du dich und deine Krankheit aktzeptierst.

Ich weiß nur eins :

WIR SIND DOCH ALLE NUR MENSCHEN


Einen lieben Gruß aus Bremen
Marco
Zwei Dinge im Leben bedenke :
WOHER
WOHIN
dann hat dein Leben den rechten Sinn
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trotzdem!

Beitrag #6 von tanja74 » 20 Mai 2005 11:51


hallo luna,

ich kann dich schon verstehen, mir geht’s auch oft schlecht. die inko/vorlage/windel ist einfach immer da: nachts, tags, beim tasche packen, beim darauf sitzen. im gehen spürt man sie, im büro, in der knepie, wochentags, sonntags, beim aufstehen, ins bett gehen... welche windel, wie viele, nach dem aufstehen vom stuhl pappt sie am po, prüfen, ob sich auch nichts abzeichnet... wann und wo wieder wechseln... schrecklich!

ich finde aber, daß das wohlbefinden auch davon abhängt, wie ich mich ablenke, bzw. wie ich beschäftigt bin. so tritt die inko in den hintergrund und je länger ich sie habe, umso besser (was das organisatorische angeht) kann ich mit ihr umgehen.

ich weiß jetzt nicht, welche hilfsmittel du benutzt, aber wenn es tena lady ist: mit denen bin ich auch nicht zurechtgekommen. und weil ich sicherheit als das wichtigste empfinde, trage ich eben oft lieber windeln – auch mit 31. wenn du einen abend „in ruhe“ weggehen willst, dann probiere das auch mal aus. am anfang ist es ungewohnt, geht aber trotzdem. kommt natürlich darauf an, wie stark die inko ist, aber ich kann oft einen abend weggehen mit einer attends 8, ohne wechseln zu müssen (wenn ich wenig trinke), naja – bis auf mein konzerterlebnis... da riecht und raschelt auch nichts, ich rede mir immer ein, daß es halt eine art unterwäsche ist.

überlegr dir, wie du die inko kaschierst – ganz systematisch. ich trage etwas engere hotpant-slips über den attends, das verhindert rascheln und formt etwas, wenn man die attends etwas umschlägt, geht auch bauchfrei. manchmal eine strumpfhose, dann eine jeans und vielleicht eine strickjacke umgebunden. kalt ist mir eh oft. die ersatzwindel kommt in einen umschlag in der tasche – dann sieht die auch keiner. mach dir mal ausführliche gedanken, plane, wie du alles machst und mit der zeit werden diese abläufe flüssig und selbstverständlich.

und: suche dir einen freund. du bist nicht mehr 13 und der freund dann auch nicht. ich will damit sagen: ihr seid einigermaßen erwachsen und was soll er denn machen? dich auslachen wird er nicht, wenn er dich verläßt, war er’s nicht wert und er hätte es vielleicht ohne inko eine woche später auch getan. und weitererzählen wird er’s auch nicht aus dem alter seid ihr raus! also: los!. sag ihm relativ früh, was los ist und lege dich halt beim „ersten mal“ nicht mit windel ins bett, sondern einer kleineren einlage. die ist auch nicht viel anders als eine binde, das wird er ja kennen... legt ein handtuch drunter und los ;-)

vergrabe dich nicht im mitleid! es gibt schlimmeres.

schulterklopf
das wird schon!
lg tanja
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Beitrag #7 von biene maja » 04 Aug 2005 21:33


Liebe Luna,
habe gerade deinen Beitrag gelesen. es tut mir sehr leid, dass es dir so schlecht geht. Ich kann dich aber gut verstehen. Mit 19 hatte ich eine Nieren-OP und seitdem mußte ich immer viel aufs Klo. Damals bin ich damit immer sehr selbstbewußt umgegeangen (bei mir geht das Pinkeln sehr schnell, habe dann immer auf doofe Fragen gesagt: "bin halt geübt"). In einem andern Beitrag schreibst du, dass du gerne mal Tangas anziehen würdest: Probier es doch einfach mal zu Hause aus. Kennst du von der dm-Drogerie von der Firma Jessa die Mini-Einlagen? Du schreibst doch, dass immer nur ganz wenige Tropfen drin sind.

Hast du schon Beckenbodengymnastik ausprobiert?

Noch eine Idee für dich: hatte selbst mal bei einem Telefonforum mit einem Psychotherapeuten/Allgemeinmediziner gesprochen. Dieser hatte mir gesagt, dass Inko definitiv auch psychosche Ursachen haben kann. Vertrau dich doch mal einem solchen Arzt an...vielleicht bist du bald die "gnaz normale Judendliche", die du gerne wärst! Aber sei gewiß: du bist auch so ganz normal. Denk doch mal daran, was es noch für viele schlimmere Krankheiten gibt!!! :

Kopf hoch und liebe Grüße!!! :D
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Beitrag #8 von frosch » 04 Aug 2005 21:59


Liebe Luna!

Viele dunkle Wolken scheinen wieder bei Dir aufgezogen zu sein. Das tut mir sehr leid, denn ich fühle mit Dir.
Ich denke zur Inko haben hier alle ganz viele richtige Dinge gesagt. Weißt Du, vor Jahren als ich noch diese fiese Angst- und Depressionserkrankung hatte, da dachte ich, es würde nie mehr so werden wie früher. Und doch - nach intensiver Therapie - muss ich sagen, es ist jetzt sogar besser als vorher. Übrigens wirst Du bestimmt auch die Erfahrung machen, dass eine stabilisierte Psyche auch positive Auswirkungen auf das Blasenproblem hat. Mir ging es ganz genauso.
Wenn Du es magst, beschreibe doch mal, was Dich neben der Inko sonst am Glücklichsein hindert. Ich würde gerne hier mit Dir darüber reden und ich bin sicher, dass auch viele andere Dich super unterstützen werden.
Viele hier haben hier Erfahrungen mit psychischen Problemen.

Alles Gute!

Das wird...

René
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Beitrag #9 von Chris00 » 05 Aug 2005 08:01


Hallo,

ich kann deine Traurigkeit, deine Depressionen und deinen Zorn gegen Mitmenschen mit ach-so-witzigen Bemerkungen verstehen. Ich maße mir jedoch nicht an zu bewerten, inwieweit sie berechtigt sind.

Ich persönlich versuche immer erstmal davon auszugehen, dass niemand mir direkt und BEWUSST was Böses will (warum sollte er/sie...?). Klar die Bemerkung deines Lehrers war unwitzig, plump und unsensibel ... aber nur dann, wenn er WEISS, was mit dir los ist. Ich meine, so ein Spruch ist locker von den Lippen, sogar ICH bringe so total schwachfugige Sprüche. Aber meinst du ehrlich, er wollte dir absichtlich einen Seitenhieb verpassen?
Oder andersrum: mein Opa war, solange ich auf der Welt bin, immer blind. Meinst du nicht, ich habe oft genug so was gesagt wie: "SIEHst du das nicht ein?" oder "Das SIEHT doch ein BLINDER, dass das nicht geht!". Das sind eben so Sprüche. Mein Opa war mir aber nie böse deswegen. Und ehrlich gesagt finde ich es unendlichviel schlimmer blind zu sein, als inkontinent zu sein.

Klar, in einer Partnerschaft lässt sich so gut wie nichts verheimlichen. Das habe ich sehr schnell in sehr jungen Jahren festgestellt. Es mag nicht für jederman passen, aber ich bin auf "Angriff ist die beste Verteidigung" übergegangen. Ich habe kein Geheimnis mehr aus meiner Situation gemacht, ich habe mit jedem, der es hören wollte, darüber geredet. Und soll ich dir was sagen? Mir ging's gut dabei! Nach einer kurzer Umstrukturierungsphase hatte ich unterm Strich MEHR Freunde, eine feste Beziehung, die 5 Jahre gehalten hat und nur deswegen auseinander ging, weil wir auf unterschiedliche Unis mit ca. 600km Distanz gekommen sind (danke, ZVS!) und mein Selbstwertgefühl hat Größenordnungen erreicht, dass es fast schon an Größenwahn grenzt (naja, nix ist perfekt).

Aber mir ist eins klar: ALLEIN hätte ich GAR NICHTS davon geschafft (btw: meine Eltern waren total keine Hilfe, weil sie für meine Besonderheit kein Verständnis aufbringen wollten). Aber meiner Meinung nach bringt es auch nichts, auf DEN Freund (ich meine Freund, nicht Partner) zu warten, der einem in einer solchen Krise hilft. Wenn man nicht Hilfe ruft, wird nur in den seltensten Fällen jemand kommen. Aber selbst bei einem kleinen, leisen und vielleicht auch zaghaften Hilferuf ist sicher jemand in der Nähe, der ihn hört und der zu dir kommt.
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Beitrag #10 von Smarterschwabe » 24 Aug 2005 23:21


Servus Luna,

Im großen und ganzen möchte ich mich den Vorrednern anschließen.
Die Tips von Tanja sind echt gut, aber was noch wichtiger ist, - Sei ehrlich!

Ich hab die selben Sprüche zu hören bekommen damals in der Schule und hab aber die Krankheit verdrängt und mich ab dem Zeitpunkt zurückgezogen.
Was natürlich nen großer Fehler war, denn mit 22 hat es dann bei mir richtig angefangen und durch des ganze Verdrängen hat keiner bemerkt, das ich nen Tumor mit mir führe.
Geh auf jeden Fall zum Arzt und nimm jemand deines Vertrauens mit,wenn du dich nicht traust.
Denn so wie es raushöre warst du noch nicht oft beim Arzt, denn man kann wunderbar Trinken und Tanzen, wenn man seinen Körper kennt und Hinhört was er sagt und will.

Aber was wichtiger ist, ist die Beziehung:
Was natürlich Schwierig sind, sind One-Night Stands, das mußt du abhacken oder geschickt anstellen, aber wenn du jemanden Kennenlernst, getrau dich es gleich zu erklären.
Wie schon gesagt wurde, dir geht es besser und er und du habt gleich mehr vertrauen zueinander. Und Vertrauen ist nunmal das A und O jeder BEziehung.
Ich hatte schon mehre Beziehungen deswegen verloren,weil ich es verheimlichen wollte und wenn es rauskommt ist die Erklärungsnot da-Erspar Dir bitte diese Peinlichkeit.

Du wirst mehr Freunde haben, wenn du offen bist.
Ich versteh auch, das es schwierig ist, aber nichts ist wertvoller als das leben selbst!

Außerdem wollen wir noch viele Beiträge von dir lesen;-)

So denn Liebe Grüße
Thorsten
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