Ziehe mich immer mehr zurück

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Ziehe mich immer mehr zurück

Beitrag #1 von gelberregenbogen » 18 Okt 2007 17:54


habe seit gut 15 Jahren einen Rektumprolaps. Als ich mich damals zum ersten mal zu einem Arzt traute, sagte dieser recht ruppig zu mir, dass ich die Symptome, die ich ihm schilderte, in meinem Alter gar nicht haben könnte. Er nahm eine "verödung" vor und damit war ich entlassen.
Dies war, wie erwähnt, vor etwa 15 Jahren. Mit der Zeit lernte ich mit der Stuhlinkontinenz zu leben. Ich hatte meinen Darm regelrecht trainiert. Durch täglichen Frühsport und balaststoffhaltige Nahrung entleerte sich mein Darm mit der Zeit fast nur am Morgen. Was sonst über den Tag an Stuhl abging fing ich mit Hilfe großer Einlagen und Toilettenpapier, welches ich quasi als Dichtungsmasse verwende, ab.
Nun verschlechterte sich mein Zustand aber über die Jahre insofern, dass nun dieses Endstück des Darmes des öfteren heraus kam. Ich kann gar nicht Beschreiben wie groß mein Entsetzen war, als ich dieses "Ding" zum ersten Mal heraushängen hatte.
Auch andere Verschlechterungen stellten sich ein. Es ist mir aber peinlich darüber zu Berichten.
Schließlich gab ich mich Ende 2005 geschlagen und lies eine Reihe von Untersuchungen machen. Und so hörte ich zum ersten mal das Wort Rektumprolaps. Dazu kommt, dass der Schließmuskel in Mitleidenschaft gezogen wurde. Stuhlinko III.
Mir wurde zu einer OP geraten durch die ich eine stark vermehrte Lebensqualität erhalten sollte.
Januar 2006 lies ich die OP machen. Und seither ist mein Leben eine einzige Katastrophe.
Bis August 2006 hatte ich über Verstopfungen bis Durchfall, von Blut, Schleim- und Wasserabgang über heftige Schmerzen alles was man unten rum haben kann.
Sechs mal war ich im Anschluss noch im Krankenhaus.
Im August dann die Diagnose: erneuter Rektumprolaps und Inko III.
Ob im Alltag oder im Beruf, dass Leben ist sehr viel Beschwerlicher geworden. Inzwischen musste ich Psychosomatisch in Behandlung gehen. Eine "mittlere bis schwere Depression" mit sozialem Rückzug ist dazu gekommen.
Ich würde mich von ganzem Herzen freuen, wenn ich Austausch mit ebenfalls Betroffenen hätte. Keine Angst, werde nicht nur jammern.

liebste Grüße gelberregenbogen
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Beitrag #2 von Struppi » 19 Okt 2007 18:46


Hallo Gelberregenbogen,

zunächst ein herzliches Willkommen hier im Forum.

Ich bin ebenfalls von einer Stuhlinkontinenz Grad III betroffen, allerdings durch einen Querschnitt. Ich praktiziere bereits seit vielen Jahren sehr erfolgreich die Irrigation - leider bin ich mir in Deinem Fall nicht sicher, ob es für Dich in Frage kommt (wg. dem Rektum-Prolaps).

Das müßtest Du mal mit Deinem behandelnden Arzt klären. Wenn nichts dagegen spricht, könnte er Dir auch ein solches Gerät verordnen.

Hier mal ein Link zu einem solchen Gerät, in diesem Fall von der Firma Coloplast (es gibt aber auch noch andere Hersteller):

http://www.coloplast.de/ECompany/DEMed/ ... EWDOCSBYID)/3CABD84CF9572C41C1256FD9004B3896

Die Darmentleerung erfolgt (nach einer Eingewöhnungszeit) nur noch dann, wenn der Anwender es möchte und man ist nahezu 24 h kontinent (100 % Sicherheit gibt es leider nicht).

Vielleicht hilft Dir das ja ein bisschen weiter.

Grüße

Struppi
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Beitrag #3 von papa0861 » 19 Okt 2007 22:49


hallo gelberregenbogen,

auch von mir ein herzliches willkommen in dieser runde.

im gegensatz zu dir leide ich ich an einer mehr oder weniger angeblichen psychosomatischen inko.

ich glaube nicht daran und gehe, so es die zeit zuläßt immer wieder anderen ärzetn auf den geist.
das brachte mir letztendlich ein, daß ich nun den grund für meine teilweise stuhlinko kenne und entsprechend gegensteuern kann.

im gegensatz zu struppi nützt mir ein ein entsprechendes darmmenegament nichts.

bei mir gilt die regel:

"wo nix mehr ist, kann nix mehr kommen" nicht.

das bekomme ich nur durch die strikte einhaltung der lebensgewohnheiten in den griff.
das einzige medikament was es gab, wurde wieder vom markt genommen.

aus meiner sicht ist es für dich unbedingt notwendig, eine effektive art der versorgung zu finden.

wobei sich mir unwissendem immer noch die frage stellt, ob ein darmvorfall eine stuhlinko auslösen kann. aber es scheint ja wohl so zu sein.

du hattest angeführt, daß du auf grund deiner erkrankung in psychosom. behandlung warst. hier würde mich interessieren, welche therapien angewandt wurden.

am rande,

ich bin auch stuhl und harninko grad 2-3 und gehe trotzdem jeden tag auf arbeit. die arbeit hilft mir, über mein dilemma hinwegzukommen. das ist die auswirkung meiner therapieform.

lg
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Hallo, Jürgen

Beitrag #4 von gelberregenbogen » 20 Okt 2007 17:39


hallo, Jürgen.
Auch Dir einen herzlichen herzlichen Dank für Deine netten Worte.
Ich finde es klasse wie mit wieviel Witz Du Deine, leider auch oft negativen, Erfahrungen mit den Ärzten beschreibst.
Auch ich gehe trotz meiner Krankheit arbeiten. Und Du hast recht, damit haben wir einen Vorteil, den viele Leidensgenossen nicht haben.
Ich versuche mit allen Mitteln zu vermeiden, in die Arbeitslosigkeit abzugleiten. Leider ist mein Beruf, bei dem ich täglich stundenlang stehen muss, nicht gerade optimal.
Auch die tägliche Angst geoutet zu werden zerrt heftig an den Nerven. Und dennoch ist es besser als daheim noch weiter in Depressionen zu sinken. Im Krankenhaus wurde mir geraten eine auf zwei Jahre befristete Rente zu beantragen.
Von meiner Hausärztin bekam ich eine Noteinweisung in die Psychosomatische.
Konnte aber nur knapp vier Wochen bleiben, da ich dann insgesamt sieben Wochen zu hause war, und das Geld zu knapp wird, wenn statt Gehalt Krankengeld gezahlt wird.
Da ich mich allein finanziere, geht es an das Existenzminimum.
Im Krankenhaus wurde ich auf Remergil, ein Anti-Depressivum, eingestellt. Erst 15, dann 30 und schließlich sollte ich 45 mg nehmen. Da sich aber außer einer sehr rapiden Gewichtszunahme nichts einstellte, vor allem kaum Besserung, verweigere ich 45 mg.
Vor drei Tagen hat mir der Arzt noch zusätzlich stimmungsaufhellende Arznei verschrieben. Es ist aber noch zu früh um sagen zu können ob sie wirkt. Letzendlich ändert sich auch durch diese Arznei nichts an der Ursache der Depression.
Ach ja, nicht zu vergessen: bei einer Verhaltenstherapeutin bin ich nun auch. Aber ich hatte erst den vierten Termin bei ihr.
Habe mich über Dein Interesse gefreut und hoffe wieder von Dir zu hören, und wenn Du möchtest mehr über Dein Leben mit der Krankheit.
Nun hoffe ich, dass ich den Bericht nun richtig absende. Als ich Struppi antwortete muss ich etwas verkehrt gemacht haben. Wie es scheint habe ich den Beitrag in die weiten des Internetes gejagt (bin Internetneuling).

Die liebsten grüße Gelberregenbogen
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Re: Hallo, Jürgen

Beitrag #5 von papa0861 » 21 Okt 2007 01:13


hallo gelberregenbogen,


zum thema outing kann ich dir folgen tip geben.

mach kein geheimnis draus.

das getuschel hinter deinem rücken wird immer bleiben. allerdings werden die tuschler zunehmend weniger.

ich habe mich einfach hingestellt und gesagt:

"also ich habe dies und das. wenn ich nicht aufpasse, passiert dies und das."

ich hatte geglaubt, daß ich daraufhin viel hohn erhalte. aber erstaunlicherweise war das gegenteil war der fall. ale die sich vorher still und heimlich das maul zerissen haben, verstummten.

aus diesem grund lebe ich auch nach dem motto:

ich bin nicht dicht. na und? es gibt genug leute, die von sich behaupten nach allen seiten offen zu sein. und wer das behauptet, kann eigentlich auch nicht dicht sein.

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Hallo, Struppi

Beitrag #6 von gelberregenbogen » 21 Okt 2007 15:54


Vielen Dank für Deinen lieben Willkommensgruß. Habe schon einmal versucht Deine Nachricht zu beantworten. Habe leider etwas verkehrt gemacht.
Wenn ich es richtig verstehe bist du gelähmt. Und somit geht es Dir wohl leider schlimmer als mir. Und ich sitze hier und hadere mit dem Schicksal. Dafür schäme ich mich. Aber ich kann nichts für meine Gefühle.
Wenn viele Tage hintereinander auflaufen, an denen unten rum alles total drunter und drüber geht, bin ich am Ende meiner Kraft. Dann bekomme ich einen solchen Zorn auf meinen Körper, dass ich ihm weh tun könnte. Wenn die Wut verraucht ist, sehne ich mich danach einzuschlafen und nicht mehr aufzuwachen.
Ich schäme mich, dass ich so fühle. Es gibt so viele Menschen mit weitaus schlimmeren Krankheiten die gern mit mir tauschen würden. Aber ich kann nichts für meine Empfindungen.
Meine Therapeutin meinte im letzten Gespräch, dass ich meinen Körper bedauern soll. Kein Körper würde sich freiwillig eine solche Krankheit aussuchen. Da konnte ich zum ersten Mal in all den Jahren trauer statt hass auf ihn fühlen.
Irrigation ist wohl so etwas wie Darmspülung. Dies hatte ich vor Jahren, als es noch nicht ganz so schlimm war, im Rahmen einer Heilfastenkur versucht. Da ja auch mein Schließmuskel "defekt"ist, war es die reinste Katastrophe.
Aber vielen Dank für den Tipp.
Vielleicht bis zum nächsten mal?

Liebe Grüße gelberregenbogen
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Beitrag #7 von silberpfeil » 21 Okt 2007 16:17


Hallo gelberregenbogen,

bin männlich, verheiratet und leide seit 42 Jahren an einer Halbseitenlähmung, links.
Bin Berufstätig, in allem sehr selbsteändig und mobil.
Seit ca. 10 Jahren leide ich an einer Schließmuskelschwäche durch einen Fahrradunfall.
Es wurden auch unzählige Untersuchungen und Therapien durchegührt die zu keinem zufriedenstellenden Ergebnis führeten.
Auch OPs wurden mir empfohlen denen ich nicht eingewilligt habe.
Ich bin zu der Erkenntnis selbst ist man sein bester Arzt. Der eigene Körper und der Kopf helfen einem und sagen worauf es ankommt und was zu tun ist.
Ich behelfe mir mit Beckenbodentraining und ansonsten ist für mich wichtig alles mit Ruhe anzugehen,keinen Stress, keine -wenig Aufregeung und ruhiges gleichmässiges Atmen.
Der Kopf macht es aus.
Es gibt auch bei mir Situtationen wo es ohnen fremde Behelfe nicht geht. Somit verwende ich Windeln und Schutzhosen. wofür ich mich nicht schäme.
Da nehme ich mir ein Beispiel bei den Rolstuuhlfahrern. Was machen die?
Jeder der Gesund ist weiß es erst zu schätzen wenn er auch einmal in einer solchen Lage ist.
Dies kann scheller passieren als einem lieb ist.

Also nicht des Kopf hängen lassen.
Es het immer wider weiter.

Gruß
Silberpfeil
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Beitrag #8 von Gudrun » 21 Okt 2007 19:29


Hallo gelberregenbogen,

aus eigener Erfahrung kann ich Dir sagen, dass ein defekter Schließmuskel nicht gegen die Durchführung der Irrigation spricht. Ich mache Irrigation seit über 4 Jahren mit sehr gutem Erfolg, obwohl mein Schließmuskel seine Dienste fast vollständig eingestellt hat (seit 27 Jahren).
Als man mir damals hier im Forum die Darmspülung empfahl, war meine Reaktion genau wie Deine. Denn auch ich hatte zuvor im Rahmen einer Heilfastenkur versucht, mit einem Irrigationsgerät, welches ich in der Apotheke besorgt hatte, eine Spülung durchzuführen. Es war eine einzige Katastrophe. An diesem Gerät gab es nur einen kleinen Hahn, mit dem man die Wasserzufuhr regeln sollte. Da ging gar nichts, denn ich konnte das Wasser im Darm nicht festhalten.
Für unsere Zwecke gibt es Geräte, mit denen es möglich ist, das Wasser im Darm zu halten. Ich benutze eine elektrische Irrigationspumpe. Am Darmrohr dieser Pumpe ist eine Vorrichtung, die einem Trichter ähnlich ist. Diesen Trichter drückt man fest an den After, damit das Wasser in den Darm gelangen kann. Es gibt da aber noch andere Systeme.

Ich weiß ja nicht, wie sich ein Rektumprolaps mit Irrigation verträgt. Ein defekter Schließmuskel muss aber kein Hinderungsgrund sein. Vielleicht probierst Du es doch mal aus.

Liebe Grüße
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Beitrag #9 von Struppi » 22 Okt 2007 15:02


Hallo Gelberregenbogen,
hallo zusammen!

Also, klar kann man die Irrigation auch dann machen (und gerade dann), wenn die Kontrolle über den Schließmuskel vollkommen abhanden gekommen ist - ich habe seit mehr als 9 Jahren keine Kontrolle mehr über die gesamte untere Körperhälfte und bin vollständig Harn- und Stuhlinkontinent.

Die Irrigation ist nicht wirklich vergleichbar mit einer "Darmspülung" bzw. einem Einlauf, wie man ihn häufig vor OP's oder Eingriffen im Krankenhaus erhält. Das Irrigationssystem, das ich z.B. mit dem obigen Link vorgestellt habe, funktioniert nach einem ganz anderen Prinzip.

Ich erkläre einfach mal, wie ich das mit meinem Coloplast-System mache:

Den Beutel mit ca. 37° C warmen Wasser füllen (ist wichtig, kälteres Wasser ist nicht gut für den Darm und kann Krämpfe verursachen) und an das Pump-System anschließen. Dann den Rektalkatheter einführen, den Katheter blocken (so kann auch bei völligem Versagen des Schließmuskel die Flüssigkeit im Darm gehalten werden!) und die Spülung beginnen.

Bei völliger Schließmuskellähmung (oder sonstiger Beeinträchtigung) den Katheter in dieser Zeit geblockt im Rektum belassen und einfach abwarten (ca. 30 - 40 min. - diese Zeit kann von Anwender zu Anwender variieren).

Nach Ablauf der Zeit den Katheter entblocken und ziehen. Durch das Wasser (wohlbemerkt einfaches Leitungswasser ohne Zusatz von Glyzerin, Seife oder ähnlichem) wird im Darm die natürliche Peristaltik angeregt und der Darm entleert sich nach vorgenannter Zeit selb- und zumeist vollständig.

Mit dieser Methode erreiche ich trotz vollständiger Inkontinenz eine 24 h Kontinenz und brauche mir erst wieder am nächsten Morgen darüber Gedanken machen. Es muß übrigens nicht am Morgen sein, ein guter Freund vom Rollisport macht seine Irrigation Abends und erreicht das gleiche Ergebnis. Das muß jeder für sich rausfinden.

Was die Wut auf Deinen Körper angeht: Das klingt vielleicht merkwürdig, aber ich kann das gut verstehen. Ich hatte damals, als ich querschnittgelähmt wurde, ganz ähnliche Gefühle (allerdings ohne selbstverletzende Tendenzen) und haderte sehr mit meinem Schicksal. Erst, als ich meinen Körper in seinem jetzigen Zustand akzeptieren konnte, konnte ich auch mein "neues" Leben anfangen. Ist vielleicht nicht ganz das selbe wie bei Dir, aber Du siehst, diese Wut ist auch anderen nicht fremd.

Außerdem: Die eigenen Probleme sind immer die wichtigsten, weil es eben die eigenen Probleme sind! Basta und aus! Dafür brauchst du Dich nicht schämen.

Grüße

Struppi
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