Welcher GdB bei Stuhl-Inkontinenz?

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Re: Welcher GdB bei Stuhl-Inkontinenz?

Beitrag #21 von Christian85 » 08 Jan 2019 16:30


Hallo ihr Lieben!

Ich möchte dieses Thema nochmal hochkramen, damit ich keinen neuen Thread aufmachen muss.

Ich bin aktuell in einer orthopädischen Reha und mir wurde hier empfohlen einen Erstanteag zur Feststellung eines GdB zu stellen wenn ich wieder zu Hause bin.

Ich habe einen Bandscheibenvorfall mehrere Vorwölbungen, Spondylarthrose in LWS und HWS. Auf Grund dieser Prblematik habe ich seit 15 Jahren täglich schmerzen mit immer wiederholten akuten Blockaden. Ich habe Sensibilitätsstörungen im re. Beim und eine Kraftminderung in beiden Beinen. Kann nicht mehr mehr als 20 Minuten stehen, da ich dann unerträgliche Schmerzen bekomme. (Trotz Oxycodon 40mg)

Zusätzlich habe ich eine III°ige Arthrose im re. Kniegelenk und kann nur mit Schmerzen weitere Strecken gehen.

Hinzu kommt die Deanginkontinenz mit Urinverlust am Tag und sowieso in der Nacht. Auch tagsüber eine komplette Blasenfüllung.

Macht es da Sinn das ganze zu beantragen? Ich glaube ja nicht, dass es für einen GdB von 50 ausreicht und wenn ich das richtig sehe, ist ein GdB von 30 oder weniger, die Mühe und den Stress nicht wert.

Ich weiß, dass ihr alle keine Gutachter seid, aber evtl. hat ja der ein oder andere bereits mit ähnlichen Einschränkungen einen GdB feststellen lassen. Da mich das ganze, wie alles neue, sehr verunsichert, wollte ich zuweist mal hier fragen, wie ihr das so seht.

Ich bin 33 Jahre alt, vielleicht ist das noch wichtig für euch!

Viele Grüße

Christian

P.S: Allen noch ein frohes neues Jahr!!!
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Christian85
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Re: Welcher GdB bei Stuhl-Inkontinenz?

Beitrag #22 von Marco N. » 08 Jan 2019 17:53


Hallo Christian,

auch Dir ein gesundes neues Jahr.

Also bei deinen Beschwerden wiegt, beim Grad der Behinderung, die Inkontinenz am wenigsten. Rein wegen der Inkontinenz würde ich den Aufwand auch nicht betreiben.

Da du aber Einschränkungen im Bewegungsapperat hast (die wahrscheinlich auch chronisch sind) ist es eine überlegung wert. Leider ist es auch bei der LaGeSo davon abhängig auf welchem Schreibtisch du landest.

- musst du zum med. Dienst oder nicht
- wie schwer schätzt der Sachbearbeiter das Leiden ein
- u.s.w.

Allerdings hast du ja die Möglichkeit Einspruch einzulegen, wenn Dir der GdB zu gering vorkommt. Ein Tipp: Wenn du berufstätig bist und unter 50 Prozent bekommst, hast du immer noch die Möglichkeit einen Gleichstellungsantrag zu stellen. Dieser stellt dich beim Arbeitgeber rechtlich auf die gleiche Stufe wie jemanden der über 50 Prozent hat.

Wenn du dir unsicher bist, spreche mit deinem Orthopäden. Die haben meist Erfahrungen mit solchen Anträgen und den Erfolgsaussichten.
Ich habe bei meinem Antrag auch erst mit meinen Ärzten über Sinn und Unsinn gesprochen.

Solltest du dich für den Schritt entscheiden, kannst du die Inkontinenz natürlich mit angeben. Reingezählt wird sie auf alle Fälle (aber halt zum ganz geringen Teil).

Beste Grüße
Marco N.
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Re: Welcher GdB bei Stuhl-Inkontinenz?

Beitrag #23 von Sebald » 09 Jan 2019 09:13


Guten Morgen!

ich kann Marco da nur bestätigen: In summa wird die Inkontinenz da keine größere Rolle spielen. Leitcharakter haben eher die orthopädischen Beschwerden.

Und tatsächlich hängt der letztlich gewährte GdB (= Grad der Behinderung) schon davon ab, wie der Sachbearbeiter 'gerade drauf' ist und wie aussagekräftig die ärtzlichen Befundberichte sind.

Entschieden wird eigentlich inzwischen nur noch per Aktenlage: Die Zahl der Anträge nimmt zu, das Personal wird in den Ämtern nicht aufgestockt, sprich: Begutachtung macht nur mehr Arbeit und kommt oft erst dann zum Einsatz, wenn Widerspruch gegen den Bescheid eingelegt wurde.

(Im übrigen wird derzeit über eine Überarbeitung der Richtlinien nachgedacht. Unter anderem mit dem Argument, dass sich die Hifsmittelsituation ja verbessert habe. Die Nachteile einer Behinderung daher oft nicht mehr so gravierend ausfallen. Der VDK befürchtet wohl zu Recht eine Schwellenerhöhung.)

Ich würde an Deiner Stelle:
- zu den behandelnden Ärzten gehen, ihnen von dem Antrag erzählen und sie diesbezüglich um ausdrucksstarke (!) Befundberichte bitten. (Also nicht nur den Hausarzt berichten lassen.)
- den Antrag stellen und diese Berichte gleich beilegen
- in den VDK eintreten. Dort gibt es Rechtsberatung, man kann die ganze Sache über die zuständige Orststelle laufen lassen und in der Regel wissen die aus der Erfahrung auch schon ungefähr Bescheid, was da rauskommen könnte oder ob es kritisch wird. Im Grunde bringen einem ja erst die 50 Grad was, wo die eigentliche Schwerbehinderung beginnt.

Schönste Grüße in die Grafschaft,
Sebald

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