Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

In diesem Forum geht es um Lieferanten (Leistungserbringer) für saugende und ableitende Inkontinenzhilfsmittel von gesetzlichen Krankenkassen und den Problemen von Versicherten mit Krankenkasse und deren Leistungsbringern.

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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #21 von Regenmacher » 14 Feb 2019 18:56


Das mit dem MDK ist normal. Das wurde bei mir auch gemacht. Jede Ausgabe, die über das "Normale" hinausgeht, wird gerne mal vom MDK abgesegnet. Aber das ist kein Problem, dort hast du normalerweise Experten sitzen, die sich das Problem nach Aktenlage anschauen und manchmal ganz schnell ein OK geben. Bei mir jedenfalls war es kein Problem. Der MDK hat da gar keine Probleme gemacht.
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Regenmacher
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #22 von Geranie » 27 Apr 2019 18:41


Guten Tag,
beim Stöbern habe ich eben das Forum entdeckt. Ich habe mich im Namen eines 90-jährigen Familienmitglieds angemeldet. Wir stehen vor einem Problem:
Die AOK Hessen hat den Anbieter gewechselt. Zuständig ist jetzt die Firma Attends, die nach einem Hausbesuch der Meinung ist, dass eine Inkontinenzversorgung mit Pants aus " medizinischer Sicht" nicht notwenig ist. Bisher wurde die Versorgung durch die alte Firma Medi-Markt durch Pants sicher gestellt. Eine Versorgung mit einer Windel mit Klettverschluss sei laut Attends möglich. Pflegerische Gesichstpunkte würden nicht zählen. Gestern hat uns sehr kanpp ein Mann der Firma Attends telefonisch mitgeteilt, dass die Versorgung mit Windeln mit Klettverschluss zukünftig erfolgt, 2,5 Windeln pro Tag. Dem Herrn, der den Hausbesuch gemacht hat, konnten wir erklären und zeigen, wie der Windelwechsel vonstatten geht und dass nur eine Versorgung mit einer Pants in Frage kommt. Die Patientin ist 90 Jahre, sitzt im Rollstihl und nach zwei Stürzen und vielen Grunderkrankungen nicht mehr in der Lage, sich alleine im Bett zu drehen oder aus dem Rollstuhl zu steigen.
Wir sind über das rigorose Vorgehen der Firma Attends doch sehr verwundert. Wir könnten uns wegen der Entscheidung an die AOK wenden, so der Attens Mitarbeiter.
Meine Frage ist nun, was können wir tun? Beim Hausbesuch des Attends-Mitarbeiters hatten wir den Eindruck, dass er die Pants befürwortet und so gehen wir davon aus, dass rein wirtschafliche Interessen eine Rolle spielen.
Vielen Dank für´s Lesen.

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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #23 von Stefan » 29 Apr 2019 13:30


Hallo Geranie,

der Versorgung mit Pants (oder Inkontinenzunterhosen) auf Kasse sind enge Grenzen gesetzt. Die Regelung aller Krankenkassen ist folgende:

Hilfsmittelvereichnis des GKV-Spitzenverbandes hat geschrieben:Inkontinenzunterhosen bieten gegenüber wiederverschließbaren Produkten keinen medizinischen Vorteil, können aber zum Beispiel bei Patienten mit körperlichen und/oder kognitiven Einschränkungen, die mit Vorlagen und Netzhosen nicht adäquat zu versorgen sind, eine geeignete und notwendige Versorgung darstellen.


Was heißt das konkret, wer bekommt Pants?

- Jemand der Toliettentraining macht und zwischendrin auf Toilette geht.
- Jemand der Intermittierenden Katheterismus macht und dazwischen Schutz braucht.
>>> hier 2-3 Pants pro Tag

- Jemand der sich selbst versorgt, aber die Verschlüsse von Windelhosen oder Vorlagen nicht verwenden kann (z.B. Spastik, MS, Tremor).
- Jemand der eine Demenzerkrankung oder ähnliches hat und seine Windelhose oder Vorlage zerplückt.
>>> hier bis zu 5 Pants am Tag (mit Attest eine 6te Pants)

Ich kann bei Deinem Angehörigen keinen der Gründe auf Grund Deiner Beschreibung feststellen. ist denn das Rezept ordentlich vom Arzt ausgefüllt. Hat dieser Inkontinenzhosen (Windelhosen) oder Inkontinenzunterhosen (Pants) verordnet und warum gibt es nur 2,5 Stück am Tag?

Bei 2,5 WIndelhosen am Tag, geht da noch was in die Toilette? Das wäre dann Toilettentraining und dafür kann der Arzt ein Rezept auf Pants aufschreiben und das Toilettentraining attestieren.

LG

Stefan
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Re: Versorgung mit Inkontinenzmitteln, Inkontinente Patienten werden entmündigt, entwürdigt und erpresst

Beitrag #24 von matis » 30 Apr 2019 22:10


Ich kann auch nur empfehlen, sich mit der Krankenkasse auseinander zu setzen.
Das hatte ich ja auch getan. Eine Vollübernahme mit oder ohne MDK von Inkoslips für schwerste Inkontinenz sahen sie zwar bei mir auch nach Sachlage, Aktenlage und Ausführungen nicht, immerhin wären Vorlagen auch mit starker Leistung nutzbar und dabei günstiger als Inkoslips, wenn auch für mich aus div. Gründen nicht ideal, aber es konnte durchaus eine andere Einigung erzielt werden, zwischen Krankenkasse, Lieferant und mir, so dass ich derzeit eine um min. 50% reduzierte Zuzahlung für ideale Produkte leisten muss, was ok für mich ist.

Pants sind nur meist besonders teuer und selten besser als andere Systeme.
Attends speziell bewirbt die 1er-Klettverschluss-Windeln "Attends Adjustable" damit, dass man sie schon vor dem Anziehen schließen kann und sie dann wie eine Pants verwenden kann. Die ist zwar auch teurer, als Top-Produkte von Tena, aber vielleicht will Attends genau auf dieses Modell hinaus.

Von Medi-Markt war ich zwar jetzt bis zur EInigung auch nicht immer begeistert, aber wenn es einmal funktioniert, dann... und die haben Seguna. Als Windelslip nicht so dolle, aber deren Pants sind ganz gut und dafür günstig.
Auch die AOK müsste alternative Lieferanten haben und nicht auf Attends bestehen!
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